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Heizöl über 170 Euro. Trump schließt Iran-Angriff vor den Wahlen aus. 

von Steffen Bukold

Heizöl über 170 Euro. Trump schließt Iran-Angriff vor den Wahlen aus. 

Internationaler Markt

Nach dem Preissprung vom Donnerstag atmen die Ölbörsen am Freitag etwas durch. Brent-Rohöl war gestern um rund vier Prozent bis auf 106 Dollar je Barrel gestiegen. Heute Morgen kostet die Nordseesorte um die 103 Dollar je Barrel. Dennoch ist der Preistrend nicht ermutigend, denn Brent hält sich nun schon seit einem Monat über der 100-Dollar-Marke.

Für die leichte Entspannung sorgt heute US-Präsident Trump. Er kündigte gestern Abend an, dass die USA den Iran vor den Kongresswahlen am 3. November nicht angreifen werden. Kurz zuvor hatten Medienberichte den Eindruck erweckt, Washington plane noch vor dem Urnengang einen weiteren Militärschlag.

Auch Teheran will offenbar etwas abrüsten, zumindest verbal. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim prüft der Iran derzeit die amerikanische Reaktion auf eigene Vorschläge. Eventuell könnte die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet werden. 

Analysten bleiben jedoch skeptisch. Konkrete Fortschritte sind nicht erkennbar. Daten der Analysefirma Kpler zeichnen eher ein ernüchterndes Bild.  Nach einer Serie von Tankerangriffen ist der Verkehr in der Straße von Hormus in den letzten Tagen wieder dünner geworden. Die iranische Agentur Fars meldete zudem gestern Abend mehrere schwere Explosionen, als Tanker auf Minen gelaufen seien. Eine unabhängige Bestätigung gibt es dafür allerdings nicht.

Der zweite Brennpunkt des Ölmarkts ist die Golfküste der USA. Hurrikan Isaias hat sich zu einem Sturm der Kategorie 2 verstärkt und soll in der Nacht zum Samstag an der Küste von Alabama oder Florida auf das Festland treffen. Inzwischen stehen rund 1,3 Mio. Barrel pro Tag still. Das sind 63 Prozent der Ölförderung im Golf von Mexiko. Auf der Bahn des Sturms liegen außerdem Raffinerien mit einer Kapazität von etwa 500.000 Barrel pro Tag. Die großen Raffineriezentren in Texas und Louisiana werden wohl verschont bleiben. Da die Lagerbestände bei Benzin und Diesel aber niedrig sind, könnten schon kleinere Schäden die Produktpreise nach oben treiben.

Auch an den Ölbörsen ist die Krise bei den Produkten besonders spürbar. Gestern legte der Preis für europäisches Gasoil, das Vorprodukt von Diesel und Heizöl, um mehr als sechs Prozent zu. Heute geht es nur zögerlich abwärts.

Brent-Rohöl kostet aktuell 103,64 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 91,04 US-Dollar je Barrel Preise steigen. ICE-Gasoil wird zu 1.489,75 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8905 Euro wert Preise fallen. Der Euro notiert bei 1,1228 Dollar Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Der gestrige Preissprung bei Gasoil hat die Heizölpreise spürbar nach oben gezogen. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von knapp über 170 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Gestern um diese Uhrzeit waren es über vier Euro weniger. Das Jahreshoch von Mitte September ist damit wieder in Sichtweite.

Die Zahl der Bestellungen ist nach wie vor hoch. Der Beginn der Heizperiode und der schwindende Preisoptimismus machen sich bemerkbar. Viele Haushalte hatten den Heizölkauf angesichts der hohen Preise vor sich hergeschoben, können jetzt aber nicht mehr warten. Die Kaufbereitschaft, also das Verhältnis zwischen Preisanfragen und Bestellungen, bleibt im oberen Mittelfeld. Ein gewisser Kaufdruck ist also vorhanden. Die Stimmung trübt sich weiter ein. In der täglichen Lesereinschätzung rechnen nur noch 51 Prozent der Stimmen mit fallenden Preisen. Gestern waren es noch 62 Prozent. 

Fazit: Ein Ende der Dauerkrise im Ölmarkt ist nicht in Sicht. Die Versorgung mit Rohöl ist zumindest in Europa einigermaßen sicher, aber die Preisrisiken bleiben hoch. Bei Heizöl und Diesel ist die Lage unverändert angespannt. Lieferausfälle und Rekordmargen bei den Raffinerien sorgen für anhaltend hohe Preise. Immer mehr Prognosen halten erst ab dem Sommer 2027 eine größere Preisentspannung für möglich. Für alle Haushalte, die mit Öl heizen wollen oder müssen, bleibt damit nur noch die Hoffnung auf einen möglichst milden Winter.

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Heizölpreise-Chart vom 09. Oktober 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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