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Ölpreise: Üble Lage mit ein paar Freundlichkeiten

von Klaus Bergmann

Ölpreise: Üble Lage mit ein paar Freundlichkeiten

Internationaler Markt

Während die Rohölpreise für die europäische Sorte Brent in den letzten zweieinhalb Wochen eher seitwärts tendierten, folgten die Preise für Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl und Diesel, einem klaren Abwärtstrend. Konkret gab Brent im betrachteten Zeitraum um eineinhalb Prozent nach. Gasöl verlor mehr als elf Prozent an Wert. Dennoch bleibt das Produkt infolge der Kriegsereignisse deutlich teurer als Rohöl. Aktuell steht Gasöl 83 Prozent über dem Preis vom 27. Februar, dem Vorabend des amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran. Der Brent-Preis legte dagegen nur um 44 Prozent zu.   

Begründet wird die positive Entwicklung der letzten Tage mit einer Steigerung der Exportmengen aus dem Nahen Osten und einer in Aussicht gestellten Freigabe der G7-Staaten aus strategischen Ölreserven. Mit dem Griff in die Vorräte soll ein drohendes Exportverbot für Diesel seitens der USA vereitelt werden. Bei den Rohöltransporten durch die Straße von Hormus wurden die vor dem Krieg üblichen Tagesmengen an einigen Tagen der letzten Woche sogar übertroffen, obwohl die Sicherheit der Passagen keinesfalls gewährleistet ist und es weiterhin zu Angriffen auf Schiffe kommt.

Mittlerweile ist klar, dass es eine Freigabe von insgesamt 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus den strategischen Reserven unter Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) geben wird. Die Mengen sollen innerhalb der kommenden vier Monate auf den Markt kommen, wobei bereits innerhalb von 20 Tagen größere Dieselbestände bereitgestellt werden sollen. Ziel ist es, das Angebot zu erhöhen, die Märkte zu beruhigen und insbesondere den stark gestiegenen Dieselpreisen entgegenzuwirken.

Die Entscheidung über die Freigabe soll von der US-Regierung praktisch erzwungen worden sein, indem sie Deutschland und Frankreich mit einem Verbot von Diesel-Exporten gedroht habe, falls Europa nicht mehr aus seinen Reserven zur Verfügung stellen sollte. Bereits im März hatte die IEA eine Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel aus den strategischen Öl- und Produktreserven ihrer Mitgliedstaaten vereinbart. Während die USA ihre zugesagten Mengen bereits vollständig auf den Markt gebracht haben, liegt insbesondere Deutschland deutlich hinter seiner Zusage zurück. Bislang wurden lediglich 23 Prozent der vereinbarten Menge freigegeben. Auch andere europäische Staaten müssen noch Teile ihrer Verpflichtungen erfüllen.

Unrund läuft es nicht nur unter den G7-Staaten. Unrund läuft es auch in Russland, wo Wladimir Putin ein Verbot der Diesel-Exporte verfügt hat. Er will die globalen Märkte erst wieder versorgen lassen, wenn die gegen Moskau verhängten Sanktionen aufgehoben sind. Ungewöhnlich offen räumt er zudem ein, dass die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien Wirkung zeigen. Nach Schätzungen der IEA lag die Raffineriekapazität im Sommer rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das führte zu einem Rückgang der Benzinproduktion um etwa 20 Prozent gegenüber 2025. Die Dieselproduktion brach sogar um fast 30 Prozent ein.

Putin nutzt die Exportbeschränkungen damit als politisches Druckmittel gegen die Sanktionen. Offen bleibt allerdings, ob die ausgefallenen Produktionsmengen selbst bei vollständiger Aufhebung der Sanktionen kurzfristig ersetzt werden könnten. Anders als sein oberster Chef äußerte sich Vize-Premierminister Alexander Novak. Er meint, dass die Ausfuhren bereits wieder steigen sollten, sobald die heimische Versorgung gesichert und ausreichend Überschüsse vorhanden seien. Vielleicht meint er das Gleiche wie sein Präsident, verpackt es nur diplomatischer.

Die geopolitische Lage hat sich in den letzten drei Wochen kaum geändert. Nachgebende Ölnotierungen sollten daher nicht als erwartbar verstanden werden, sondern lediglich als Preis gewordene Hoffnung oder als Gewöhnung an das Katastrophale. Der Börsenauftakt heute Morgen bringt nichts Neues. Die Rohölnotierungen geben etwas nach. Die Gasölnotierungen bewegen sich kaum.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 90,08 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 101,63 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.394,25 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8921 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1207 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich kaum, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Damit folgen sie den internationalen Vorgaben. Insgesamt haben sie sich in den letzten zweieinhalb Wochen mit einem Rückgang von über acht Prozent recht freundlich entwickelt. Im Vergleich zu der Zeit vor Beginn des Krieges zwischen den USA und Iran stehen sie aber immer noch bei einem Plus von fast 70 Prozent. Ein wirklich nennenswerter Abbau ist nach wie vor nicht in Sicht. Eingepreist sind übrigens die Anteile des Frachtaufschlags für Transporte auf dem Rhein. Die Pegel der Wasserstraße kommen einfach nicht hoch. Die Aufschläge liegen weiterhin jenseits von 200 Prozent. Sie dürfte dennoch vor dem Ende der Kriege in Europa und im Nahen Osten verschwinden.

Im Binnenmarkt zieht die Nachfrage an. Gleichzeitig ist die Hoffnung auf fallende Preise hoch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreissystem weist im Norden und Osten der Republik Handelssignale aus.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Ein Ende des hohen Preisniveaus ist nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im Verlauf des kommenden Jahres hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 05. Oktober 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 05. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 05. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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