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Heizölpreise fallen. US-Rohölbestände schrumpfen stärker als erwartet

von Steffen Bukold

Heizölpreise fallen. US-Rohölbestände schrumpfen stärker als erwartet

Internationaler Markt

Die Ölbörsen gehen mit leichten Abschlägen in den letzten Handelstag der Woche. Brent-Rohöl kostet am Vormittag zwischen 105 und 106 Dollar je Barrel. 

Doch Rohöl bleibt teuer. Die Lage ist unverändert angespannt. Das in der Straße von Hormus gesunkene Containerschiff wurde von einem iranischen Geschoss getroffen, bestätigte gestern das US-Militär. Trotzdem passierten in den letzten 24 Stunden über 40 Schiffe die Meerenge. Der Verkehr über diese Route läuft also weiter, bleibt aber unter dem Vorkriegsniveau. 

Die Analysefirma Kpler schätzt, dass nur etwa zwei Drittel der üblichen Mengen exportiert werden können. Die Analysten der Eurasia Group werden noch deutlicher. Sie halten eine erneute Eskalation des Konflikts inzwischen für sehr wahrscheinlich. Die Lage könnte sich nach den Wahlen in den USA Anfang November wieder zuspitzen.

Nur wenig Entlastung brachte das Treffen der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris. Die Mitgliedstaaten wollen die schon im März freigegebenen Mengen schneller als bisher auf den Markt bringen, darunter mehr als 20 Mio. Barrel Diesel. Das bleibt unter den 50 Mio. Barrel Diesel, die zeitweise im Gespräch waren. Washington zeigt sich unzufrieden und drängt auf zusätzliche Mengen. Gleichzeitig prüft die US-Regierung, Sanktionen gegen einige Tanker der Schattenflotte aufzuheben, um die hohen Frachtraten im Öltankermarkt zu senken.

Für zusätzlichen Preisauftrieb sorgten gestern die verspäteten Lagerdaten aus den USA. Die Rohölbestände sanken in der Berichtswoche so stark wie seit Februar nicht mehr. Ein Grund ist Hurrikan Isaias, der die US-Förderung im Golf von Mexiko bremste. Die Lagerbestände von Heizöl und Diesel fielen auf ein neues saisonales Tief. 

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -8,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -11,1 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,5 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +3,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,1 Mio. Barrel (API)

Brent-Rohöl kostet am Vormittag 105,45 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 97,38 US-Dollar je Barrel Preise steigen. ICE-Gasoil wird zu 1.413,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar ist 0,8896 Euro wert Preise fallen. Der Euro notiert bei 1,1238 Dollar Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben zum Wochenausklang etwas nach. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von rund 169 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind drei Euro weniger als gestern.

Der wichtigste Grund dafür ist im Markt für Gasoil zu suchen, das Vorprodukt von Diesel und Heizöl. Hier geben die Preise trotz der sinkenden Bestände in den USA nach. Europa hofft auf eine leichte Entspannung, denn Russland meldet erste Dieselexporte nach einem Abkommen mit den USA. Auch die Beschlüsse der IEA drücken auf die Preise.  

Aber die Sorgenfalten bleiben. Am Rhein ist noch immer keine Entspannung in Sicht. Die Frachtraten bleiben wegen der niedrigen Pegel auf einem sehr hohen Niveau. Die erwarteten Regenschauer am Wochenende werden die Wasserstände wohl nur am Oberrhein etwas steigen lassen. Danach setzt sich wieder kaltes und trockenes Wetter durch.

Der Heizölmarkt ist relativ lebendig. Die Zahl der Bestellungen liegt auf einem durchschnittlichen Niveau. Die Kaufbereitschaft, also das Verhältnis zwischen Preisanfragen und Bestellungen, bleibt im oberen Mittelfeld. Auch die Stimmung hellt sich etwas auf. In der täglichen Lesereinschätzung rechnen jetzt 63 Prozent der Stimmen mit fallenden Preisen. Gestern waren es nur 48 Prozent. 

Die Verbraucher arrangieren sich mit dem Unvermeidlichen. Das Abwarten hat sich nicht gelohnt. Die Preise sind extrem hoch, aber die Hoffnung auf einen starken Preisrutsch ist verhalten. Wohl zu Recht, denn eine Lösung der Konflikte am Persischen Golf und in der Ukraine ist nicht in Sicht. Der Herbst startete mit milden Temperaturen, aber das muss nicht so bleiben.

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Heizölpreise-Chart vom 16. Oktober 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 16. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 16. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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