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Kein Ende in Sicht

von Klaus Bergmann

Kein Ende in Sicht

Internationaler Markt

Im September hatte sich eine gewisse Entspannung der Öltransporte rund um die Arabische Halbinsel abgezeichnet. Trotz der anhaltenden militärischen Bedrohung funktionierte der Rohöltransport durch die Straße von Hormus deutlich besser als zunächst erwartet. Ein ausgeklügeltes System aus Shuttle-Tankern und Schiff-zu-Schiff-Transfers ermöglichte es den Golfstaaten, ihre Ölexporte auf einem vergleichsweise hohen Niveau zu stabilisieren. Auch an der Meerenge Bab al-Mandab blieb die Lage trotz einzelner terroristischer Angriffe beherrschbar. Die befürchtete vollständige Blockade des südlichen Zugangs zum Roten Meer blieb aus.

Inzwischen hat sich dieses Bild jedoch wieder eingetrübt. Besonders an der Straße von Hormus wächst die Sorge, dass das bislang erstaunlich widerstandsfähige Transportsystem an seine Grenzen stößt. Nach aktuellen Schiffsverfolgungsdaten haben mindestens zehn Supertanker und mehrere Tanker kleiner Klassen ihre Anfahrt auf den wichtigen Umschlagplatz Fujairah abgebrochen oder unterbrochen. Damit zeichnet sich ein neuer Engpass ab. Nicht mehr allein die gefährliche Durchfahrt durch Hormus ist das Problem, sondern zunehmend auch die Bereitschaft der Reedereien, ihre Schiffe überhaupt noch in die Nähe der Krisenregion zu schicken.

Das könnte erhebliche Folgen haben. Bislang konnten kleinere Tanker das Öl durch die gefährdete Meerenge transportieren und außerhalb des Persischen Golfs an größere Schiffe übergeben. Dieses System funktioniert allerdings nur, solange genügend Supertanker für die Übernahme bereitstehen. Bleiben diese zunehmend aus, droht der Öltransport trotz verfügbarer Fördermengen erneut ins Stocken zu geraten.

Auch an Bab al-Mandab hat sich die Gefahrenlage zugespitzt. Die Kämpfe zwischen den Huthi und saudisch unterstützten Regierungstruppen eskalieren. Besonders schwer wiegen die Raketen- und Drohnenangriffe der Huthi auf den internationalen Flughafen von Riad. Dabei wurden mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Eine vollständige Sperrung der Meerenge ist weiterhin nicht eingetreten, doch das Risiko einer weiteren Eskalation steigt.

Damit steht die Ende September noch überraschend robuste Stabilisierung der Öltransporte erneut infrage. Während an der Straße von Hormus bereits die logistischen Grundlagen der Exporte gefährdet sind, droht am Bab al-Mandab eine weitere Verschärfung der militärischen Bedrohung. Es scheint, als sei das Ende dieses Konflikts weiter entfernt als je zuvor seit seinem Beginn.

So gibt es auch der frühere US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zu Protokoll. Er sieht kaum Chancen auf ein baldiges Ende des Irankriegs. Beide Seiten hätten ihre Positionen derart verhärtet, dass eine Lösung nur mit außergewöhnlichen diplomatischen Anstrengungen möglich sei. Trotz schwerer militärischer Schäden bleibe der Iran in der Lage, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus anzugreifen. Das Vertrauen und die Zusammenarbeit in der Golfregion dürften deshalb dauerhaft beeinträchtigt bleiben.

Zugleich kritisierte Austin die Vereinbarung zwischen den USA und Russland zur Lockerung der Beschränkungen russischer Dieselexporte. Diese werde die globalen Kraftstoffpreise kaum senken, verschaffe Moskau aber zusätzliche Einnahmen zur Finanzierung des Ukrainekriegs. Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Ölinfrastruktur bezeichnete er dagegen als wirksames Druckmittel. Präsident Selenskyj kündigte an, diese bis zu einer verlässlichen Energie-Waffenruhe fortzusetzen.

An den Börsen sorgt die Lage für bewegte Preise mit wenig Netto-Wirkung, auch Volatilität genannt. Rohöl und Gasöl notieren heute Morgen knapp unter den gestrigen Tagesschlusskursen. Damit haben sie die Startnotierungen der neuen Handelswoche wieder hergestellt.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 92,19 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 105,16 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.393,00 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8931 Euro Preise stagnieren. Damit kostet der Euro 1,1194 Dollar Preise stagnieren. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise befinden sich auf dem Rückzug, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben. So großartig wie sich die Worte anhören, ist die Situation allerdings nicht. Die Preise kommen nämlich der unteren Begrenzungslinie des kurzfristigen Aufwärtstrends sehr nahe. Von dieser Linie sind sie in der letzten Woche schon einmal abgeprallt. Es gibt wenig Anlass, von der nächsten Begegnung ein anderes Ergebnis zu erwarten. Deshalb sollten Heizölkunden vorerst mit den kleinen Verbesserungen zufrieden sein. Hinsichtlich der Frachtkosten auf dem Rhein können wir auch nur über kleine Fortschritte berichten. Die Pegel der Wasserstraße kommen nur sehr langsam wieder hoch. Trotz leichter Verbesserungen liegen die Aufschläge für die meisten Zielhäfen weiterhin jenseits von 200 Prozent. Sie dürften dennoch vor dem Ende der Kriege in Europa und im Nahen Osten verschwinden.

Im Binnenmarkt ist die Nachfrage angezogen, während sich die Hoffnung auf fallende Preise einer bescheidenen Beliebtheit erfreut. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einer respektablen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Ein Ende des hohen Preisniveaus ist nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im Verlauf des kommenden Jahres hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 13. Oktober 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 13. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 13. Oktober 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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