Neue Kämpfe am Persischen Golf. Ölbörsen bleiben optimistisch
von Steffen Bukold

Internationaler Markt
Die Hängepartie am Persischen Golf geht weiter. Greifbare Fortschritte gibt es nicht, aber die Ölbörsen bleiben optimistisch. Die Nachrichten aus dem Iran und aus Washington sind widersprüchlich, aber offensichtlich ist man hinter den Kulissen aktiv. Brent-Rohöl sank gestern im Terminmarkt auf ein Monatstief von 94 Dollar je Barrel.
Die Zuversicht der Märkte erhielt jedoch in der letzten Nacht einen schweren Dämpfer. Anscheinend schossen die US-Streitkräfte mehrere iranische Drohnen ab und bombardierten eine Drohnenbasis im Süden Irans. Teheran antwortete mit Drohnenangriffen. Der Rohölpreis stieg daraufhin wieder auf aktuell knapp 97 Dollar je Barrel.
Der Ton wird wieder schärfer. Präsident Trump drohte sogar dem US-Verbündeten Oman massive Bombenangriffe an, wenn sich das Land amerikanischen Forderungen widersetzen sollte. Die geplante iranische Zollbehörde für die Straße von Hormus wurde auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt. Washington knüpfte ein Ende der Iran-Sanktionen wieder an zahlreiche Bedingungen.
Viele Trump-Anhänger, darunter wohl auch die Mehrzahl der amerikanischen Ölhändler, halten das noch immer für eine besonders ausgefeilte Verhandlungstaktik („4-D-Chess“) und setzen unverdrossen auf fallende Ölpreise.
Die globale Versorgung mit Rohöl läuft unterdessen in den meisten Regionen besser als befürchtet. Ohnehin gab es vor dem Krieg einen Angebotsüberschuss. Auch die mittlerweile leicht schrumpfende Ölnachfrage entlastet die Ölbilanz, wenn auch zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten.
Vor allem aber importiert China nach wie vor deutlich weniger Öl als vor dem Krieg und baut seine hohen Lagerbestände ab. Es ist unklar, wann die chinesischen Raffinerien wieder auf den Markt kommen und neues Rohöl ordern müssen.
Genauso wichtig ist im Moment die Rolle der USA. Sie exportieren weitaus mehr Öl als zu Beginn des Jahres, was ebenfalls nur auf Kosten rasch schwindender Lagerbestände möglich ist. In der letzten Woche schrumpfte die nationale Ölreserve der USA um über neun Millionen Barrel.
Der Branchenverband API meldete gestern, dass die gewerblichen Rohöllager dennoch fast drei Millionen Barrel abbauen mussten. Auch die ohnehin schon knappen Benzinvorräte wurden um weitere drei Millionen Barrel im Vergleich zur Vorwoche reduziert. Der offizielle Wochenbericht des amerikanischen Energieministeriums veröffentlicht heute Abend genauere Zahlen.
Die Ölbörsen präsentieren sich am Morgen trotz der ernsten Lage recht entspannt. Brent-Rohöl kostet aktuell 96,75 US-Dollar je Barrel
. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 90,95 US-Dollar je Barrel
. Rotterdamer Gasoil wird zu 1050,00 Dollar je Tonne gehandelt
. Der US-Dollar ist 0,8610 Euro wert
. Der Euro steht bei 1,1612 Dollar
. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.
Nationaler Markt
Heizöl folgt dem Preistrend im internationalen Rohölmarkt und wird etwas teurer. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von knapp 119 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).
Der Heizölmarkt kommt allmählich wieder in Bewegung. Fallende Preise und sinkende Tankstände beleben das Geschäft. Die Orderzahl ist allerdings immer noch relativ gering. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher harren aus und hoffen auf bessere Zeiten.
Das Stimmungsbild in der täglichen Lesereinschätzung zeigt, dass über 80 Prozent der Voten auf weiter fallende Preise setzen. Abwarten ist jedoch riskant. Der weltweite Lagerabbau wird bald an Grenzen stoßen. Die Lage am Persischen Golf bleibt brisant.
Daher gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Heizölpreise-Chart vom 28. Mai 2026
