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Niedrige Ölpreise zum Jahresauftakt. Höhe der CO2-Abgaben bleibt vorerst unklar

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Die Rohölpreise blicken auf das schwächste Jahr seit dem Start der Pandemie vor fünf Jahren zurück. Heute geht es zwar am Morgen leicht aufwärts, doch mit 60,9 Dollar für ein Barrel Brent-Rohöl bleibt der Preis über 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Euro gerechnet sind es sogar fast 30 Prozent.

Auch in diesem Jahr wird ein starkes Überangebot auf die Preise drücken. Knapp vier Millionen Barrel Öl wird die Produktion Tag für Tag über dem Verbrauch liegen, falls es keine zusätzlichen Lieferstörungen gibt. Der Überschuss wird die Tanklager noch schneller als bisher auffüllen.

Die Stimmung auf dem virtuellen OPEC-Meeting am Wochenende wird dementsprechend düster sein. Das Ölkartell will seine Fördermengen erhöhen, doch der Plan musste schon im letzten Jahr erst einmal auf Eis gelegt werden. Vermutlich werden Saudi-Arabien, Russland & Co. beschließen, die offiziellen Förderquoten unverändert zu lassen.

Die aktuellen Schlagzeilen konzentrieren sich auf die Lage in Venezuela und in Russland. Washington erhöht den Druck auf Caracas mit zusätzlichen Sanktionen und einer Blockade der Ölausfuhren. Nur die Tanker des amerikanischen Chevron-Konzerns können ungehindert venezolanisches Öl Richtung USA exportieren. Die übrigen Mengen sind zu gering und zu stark auf chinesische Abnehmer konzentriert, um die globalen Ölpreise nach oben zu treiben.

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölanlagen in den letzten Tagen verstärkt. Allein im Dezember gab es 24 erfolgreiche Aktionen. Weitreichende Drohnen und mittlerweile auch Marschflugkörper können die Raffinerien, Hafenanlagen und Förderplattformen immer wieder empfindlich treffen. 

Die russischen Einnahmen aus dem Ölgeschäft könnten daher in diesem Jahr merklich schrumpfen, wenn fallende Exportmengen und niedrige Ölpreise zusammenkommen. Die Friedensverhandlungen unter der Führung der USA laufen weiter, aber die russische Seite scheint an einer Einigung nicht interessiert zu sein.

Gleichzeitig weiten sich die Proteste im Iran aus. Akuter Wassermangel, die insgesamt katastrophale Wirtschaftslage und ein ultrareligiöses Regime, das sich von den Wertvorstellungen der eigenen Bevölkerung weit entfernt hat, bilden dort eine explosive Mischung. 

Immer mehr Analysten erwarten in diesem oder im nächsten Jahr einen Zusammenbruch der Ajatollah-Herrschaft. Teheran konnte seine Ölexporte im letzten Jahr ausweiten, aber die innenpolitische Lage, US-Sanktionen, zu geringe Investitionen im Ölsektor und die einseitige Abhängigkeit von Peking könnten zu einer neuen Exportkrise führen.

Zum Jahresende meldete der Wochenbericht über den amerikanischen Ölmarkt steigende Vorräte. Zwar schrumpften die Rohölbestände leicht um 1,9 Mio. Barrel, doch dafür gab es starke Aufbauten bei Benzin (+5,8 Mio. Barrel) und Diesel/Heizöl (+5,0 Mio. Barrel). Die Versorgungslage in den USA ist weiterhin entspannt. 

Hier die Zahlen des amerikanischen Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +5,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,0 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +5,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,2 Mio. Barrel (API) 

Das neue Jahr beginnt also, wie das alte Jahr endete. Die Lage im globalen Rohölmarkt bleibt entspannt. Brent-Rohöl kostet aktuell 60,94 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 57,50 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Rotterdamer Gasoil wird zu 618,25 Dollar je Tonne gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar ist 0,8525 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1727 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum 30. Dezember.

Nationaler Markt

Heizöl bleibt zum Jahresstart knapp unter der 90-Euro-Marke. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 89,9 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind knapp neun Euro weniger als vor einem Jahr, liegt aber leicht über dem Stand der letzten Tage.

Heizöl wurde im Jahresverlauf 10 Prozent billiger. Der Preis für Gasoil, das Vorprodukt der Raffinerien für Diesel und Heizöl, fiel um über 20 Prozent, Rohöl (in Euro) sogar knapp 30 Prozent. Der Preisnachlass für die Heizölverbraucher sieht vor diesem Hintergrund weniger spektakulär aus. Der konstante Steueranteil und die höheren Abgaben für CO2 können zumindest einen Teil der Diskrepanz erklären.

Wie stark die CO2-Abgaben für Heizöl in diesem Jahr tatsächlich steigen werden, ist nach wie vor unklar. Die Höhe wird in Auktionen ermittelt, die erst im Sommer stattfinden. Das Ergebnis muss jedoch irgendwo zwischen 55 und 65 Euro je Tonne CO2 liegen. Im letzten Jahr war es ein Festpreis von 55 Euro. Einige Händler kalkulieren jedoch mit einem Preis von 68 Euro. Der gilt für alle, die bei der Auktion nicht zum Zuge kommen. 

Die Branche muss also raten. Der Aufschlag wird aus Kundensicht in den meisten Fällen zwischen zwei und drei Euro je 100 Liter schwanken.

Das letzte Jahr endete mit einer sehr hohen Zahl an Bestellungen. Die aktuelle Lesereinschätzung zeigt einen gedämpften Preisoptimismus. Fast ein Viertel der Stimmen rechnet mit demnächst wieder höheren Heizölpreisen. 

Auch deshalb gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 02. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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