Zum Seiteninhalt

Ölpreise: Die Wirkung einer angekündigten Ölschwemme lässt auf sich warten

von Klaus Bergmann

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Nach dem deftigen Anstieg der Ölpreise im Januar wendete sich der Markt. Seit Anfang Februar wird Öl wieder günstiger. Billig wird es aber nicht. Zudem zeigt sich die Preisbildung außerordentlich volatil. Rohöl verlor bis heute drei Prozent an Wert, zwischenzeitlich waren es bereits sechs Prozent. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, verlor bis heute sechs Prozent, zwischenzeitlich waren es sogar zehn Prozent. Die Preisbewegungen finden vor dem Hintergrund eines üppig versorgten Markts und großer Sorgen über einen plötzlichen Versorgungsabriss aufgrund einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran statt. Fiele der Iran als Lieferant aus, würden dem globalen Markt zwar nur 1,5 Prozent des Ölangebots entgehen. Das vom Kollaps bedrohte Land könnte sich aber veranlasst sehen, die Meerenge von Hormus zu blocken, durch die täglich 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls verschifft werden.  

Der Preisrückgang setzte ein, als die beiden Kontrahenten den politischen Kontakt an die Stelle der kruden militärischen Drohung stellten. Man begann wieder über die Atomfrage zu diskutieren. Teheran bewertet die laufenden Gespräche mit den USA vorsichtig positiv. Man betont allerdings, dass man sich nicht unter Druck setzen lasse. Die Vertreter des Mullah-Regimes signalisieren weiterhin Gesprächsbereitschaft und werben für Vertrauen in Bezug auf ihr Atomprogramm. Sie warnen gleichzeitig vor militärischen Angriffen und drohen in diesem Fall mit Vergeltung gegen US-Stützpunkte in der Region.

Am Ölmarkt überwiegt derweil zurückhaltender Optimismus. Viele Marktteilnehmer setzen auf den Fortgang der Verhandlungen und einen Spannungsabbau. Dadurch wird die noch bestehende Risikoprämie tendenziell schrumpfen. Eine Lösung der Atomfrage wird es mit dem bestehenden Regime indes nicht geben. Die USA werden ihre Sanktionspolitik gegen den Iran, die auf eine weitgehende Einschränkung des Ölexports setzt, daher fortsetzen.

Ein weiterer kritischer Tatort im Ölgeschäft ist Indien. In einem neuen Handelsabkommen mit den USA soll sich das Land bereit erklärt haben, kein russisches Öl mehr zu kaufen. Die Regierung Modi hat das allerdings nicht bestätigt und verweist stattdessen darauf, dass Energiesicherheit Vorrang habe und man Raffinerien nichts vorschreiben werde.

Sollte Indien tatsächlich aus russischem Öl aussteigen, wäre Russland gezwungen, sein Öl mit noch stärkeren Preisabschlägen wegzugeben. Sollte das nicht gelingen, würden die nicht verkauften Mengen dem Markt fehlen. Die erste Option ist schlecht für die russische Kriegskasse und gut für die Käufer dieses Öls, die zweite Option ist schlecht für alle Ölkäufer.

Russische Tanker steuern auf der Suche nach neuem Absatz nun verstärkt Ostasien und China an. Verkauft ist das Öl aber noch nicht. Viele Schiffe sind mit der puren Hoffnung unterwegs, einen Käufer zu finden, und warten ab oder halten sich in Umschlagzentren wie Malaysia und Singapur auf. China hat bereits einen Teil der weggefallenen indischen Nachfrage übernommen. Grund dafür war in erster Linie der günstige Preis. Das Land baut seine Bedeutung als Abnehmer für russisches Öl weiter aus. Für Russland ist das sicher kein gutes Geschäft, zumal sich China aus strategischen Gründen nicht fest an einen Lieferanten binden wird. Es wird überall auf der Erde nach günstigen Anbietern suchen.

An den Börsen wird Öl heute Morgen etwas günstiger gehandelt als letzten Freitag. Dabei bewegten sich die Notierungen bisher seitwärts. Irgendeine Tendenz nach unten ist noch nicht zu erkennen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 63,07 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 67,55 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 685,00 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8424 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1868 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben moderat nach, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben. Die durch Erzählungen über eine anrollende Ölschwemme genährte Hoffnung auf günstigeres Heizöl bleibt weiterhin unerfüllt. Und selbst die bisher so freundlich wirkenden Preischarts zeigen sich mittlerweile fade. In den kaufrelevanten Zeitansichten weisen die Trendkanäle eher seitwärts als abwärts.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist recht flau. Die Hoffnung auf tiefere Preise wirkt hingegen stärker als es die Preisentwicklung erwarten lässt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem recht starken Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Wer Sicherheit möchte, kann zu diesen Preisen beherzt kaufen. Um von eventuell deutlich tieferen Preisen trotzdem profitieren zu können, sollte gegebenenfalls nicht vollgetankt werden.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 09. Februar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

Lesen Sie auch: