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Entspannungssignale zwischen Teheran und Washington lassen die Ölpreise purzeln

von Klaus Bergmann

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Januar war kein schöner Monat für Verbraucher. Zur teils klirrenden Kälte gesellte sich eine Ölpreiserallye, die den Umstand einer Marktüberversorgung vollkommen konterkarierte. Rohöl wurde im Laufe des Monats 15 Prozent teurer. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, legte sogar um 21 Prozent zu. Mit dem Start in den neuen Monat dreht sich das Blatt. Die aufgetriebenen Preise verloren heute Früh fünf (Rohöl) bzw. sieben (Gasöl) Prozent an Wert.

Die Rallye wurde maßgeblich vom kalten Wetter diesseits und jenseits des Atlantiks, von Kasachstans Problemen mit der Ölförderung und durch die politische Eskalation zwischen den USA und dem Iran befeuert. Die krude Machtausübung der USA gegen Venezuela ist indes kein preistreibendes Thema mehr. Im Gegenteil, es sieht so aus, als könne der Übergriff bei fast allen Beteiligten und einigen Zaungästen positive Wirkung entfalten. Die Nationalversammlung Venezuelas hat mittlerweile sogar ein Gesetz verabschiedet, das ausländischen Investoren freien Zugang zu ihrem Ölsektor verschafft. Bislang stand dieser vollständig unter staatlicher Kontrolle.

Um eine intrinsisch motivierte Änderung der Gesetzeslage handelt es sich dabei natürlich nicht. Erst nach der Drohung der USA, die Kontrolle über Venezuelas Ölexporte zu übernehmen, brachte Präsidentin Rodríguez die Initiative ins Parlament ein. Der Plan des Weißen Hauses für den Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie setzt auf massive ausländische Investitionen von rund 100 Milliarden Dollar. Diese sollen unter anderem von der US-Ölindustrie aufgebracht werden. Die Gesetzesänderung dient nicht zuletzt dazu, die Skeptiker unter den US-Managern, die eine erneute Verstaatlichung befürchten, zur Änderung ihrer Einstellung zu bewegen.   

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran gibt es erste Signale für eine Deeskalation. Beide Seiten zeigen sich wieder gesprächsbereit. Washington spricht von ernsthaften Gesprächen, während Teheran die Einleitung diplomatischer Prozesse begrüßt. Darüber hinaus verzichten die iranischen Revolutionsgarden einstweilen auf Manöver in der Straße von Hormus. Es ist diese Nachricht, die die Preise heute Morgen zu Fall bringt. Zuvor war die Lage wegen gegenseitiger Drohungen und der Sorge vor Militärschlägen eskaliert. Die USA drängten dabei in erster Linie auf ein Ende des Atomprogramms und der staatlichen Gewalt gegen Protestierende.

Ein weiteres Ereignis mit preisbewegendem Potenzial was das gestrige Online-Treffen der OPEC-Plus. Die Allianz lässt wissen, dass sie auch im März an der Pause der Förderanhebungen festhalten wird. Sie will damit den erwarteten Nachfragerückgang abfedern. Eine Diskussion über den Fortgang nach dem ersten Quartal wurde vertagt. Man will sich angesichts der geopolitischen Unsicherheiten, unter anderem zwischen Iran und USA, alle Optionen offen halten. Ein solches Ergebnis wurde allgemein erwartet. Eine Preisreaktion ist daher nicht identifizierbar. Falls es im weiteren Verlauf zu keinen echten Lieferausfällen kommen sollte, dürfte OPEC-Plus die Rücknahme der Kürzungen frühestens im April wieder starten. Dafür stehen noch rund 1,2 Mio. Barrel pro Tag an stillgelegter Kapazität bereit.

Die Ölbörsen legen heute Morgen einen Abgang hin, der auf eine vorausgegangene Übertreibung des Preisanstiegs hindeutet. Rohöl- und Gasölnotierungen lassen ordentlich Federn. Man darf mit Spannung auf die Reaktion der USA-Broker am Nachmittag blicken. Wenn sie die Angelegenheit klar bestätigen, könnte es zu einer längeren Gegenbewegung kommen, zumal das kalte Wetter eine Erscheinung mit absehbarem Ende ist.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 61,61 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 65,70 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 691,25 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8435 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1848 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise drehen ihre Richtung, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Damit preisen sie die internationalen Vorgaben sehr zeitnah ein. Das wird die Hoffnung auf weiteren Abgang anspornen, zumal diese nun eine breitere Grundlage hat als ausschließlich freundliche Preischarts. Deren Trendkanäle weisen in allen Zeitbereichen schon länger abwärts.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist noch etwas flau. Das könnte sich nun schnell ändern. Die Hoffnung auf tiefere Preise wird situativ von der Preisentwicklung geprägt. Sie ist daher immer änderungsbereit. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Wer Sicherheit möchte, sollte zu diesen Preisen kaufen. Spekulativ eingestellte Kunden sollten die Preise indes eng verfolgen und sich reaktionsbereit halten.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 02. Februar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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