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Spekulationswelle läuft aus. Ölpreise fallen wieder

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Die Ölpreise sprangen gestern ohne zu zögern über die 70-Dollar-Marke. Der Anstieg beschleunigte sich sogar noch und machte erst kurz vor 72 Dollar je Barrel Halt. Doch dann kam die Bewegung zum Stillstand. Die ersten Spekulanten nahmen Gewinne mit. Es setzte eine große Verkaufswelle ein, die den Preis für Rohöl bis zum heutigen Morgen wieder unter 70 Dollar drückte.

Aktuell kostet Brent-Rohöl 69,6 Dollar je Barrel. Das ist genauso viel wie vor 24 Stunden. Im neuen Monatskontrakt, der ab Montag tonangebend ist, kostet Brent-Rohöl nur noch 68,3 Dollar je Barrel. 

Das rasche Auf und Ab an den Ölbörsen zeigt, wieviel spekulative Luft in den Ölpreisen steckt. Niemand kann im Moment einschätzen, welchen Kurs die Trump-Regierung in der Irankrise einschlagen wird. 

Die Nachrichtenredaktionen zeigen wie üblich die Karten der Straße von Hormus, einer Meerenge vor der iranischen Küste. Fast die gesamten Ölexporte am Persischen Golf laufen durch dieses Nadelöhr. Die Menge entspricht einem Fünftel des globalen Ölangebots.

Der Iran könnte diesen Schifffahrtsweg mit Leichtigkeit blockieren. Allerdings ist das seit fast 50 Jahren nicht mehr geschehen. Für das Regime in Teheran, das ohnehin nicht mehr fest im Sattel sitzt, birgt diese Eskalation unkalkulierbare Risiken. Es werden daher nur Militärmanöver angekündigt, um den Schiffsverkehr etwas zu stören.

Der Ölmarkt reagiert wie in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit. Ein Risikoaufschlag von einigen Dollar pro Barrel bleibt im Ölpreis, aber die Nervosität hält sich in Grenzen. Trump ging bisher immer nur überschaubare außenpolitische Risiken ein. Das kommt nicht überraschend, denn der größte Teil seiner Anhänger ist gegen eine Rolle der USA als Weltpolizist. Andere Fragen wie der Anstieg der Verbraucherpreise stehen im Vordergrund. Im November stehen Kongresswahlen an und der Wahlkampf hat bereits begonnen.

Neben den geopolitischen Risiken sorgt weiterhin der schwache Dollar und der Ausfall kasachischer Ölexporte für stabile Rohölpreise. Früher oder später wird sich aber die globale Ölschwemme wieder bemerkbar machen. 

Am Sonntag wird das Ölkartell OPEC+ ein weiteres Mal nach einer Antwort darauf suchen. Wohl vergeblich: Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Kartellstaaten ihre bisherigen Förderkürzungen verlängern müssen. Andernfalls könnten die Ölpreise rasch wieder einbrechen.

Ein Preiseinbruch ist heute kurz nach Börseneröffnung zwar nicht in Sicht, aber die Ölpreise geben merklich nach. Brent-Rohöl kostet aktuell 69,66 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 64,21 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Rotterdamer Gasoil wird zu 708,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8374 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1939 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Der plötzliche Kurswechsel an den Ölbörsen wirkt sich bislang nicht auf die Heizölpreise aus. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 92,8 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das liegt leicht über den Preisen vom Vortag.

Trotzdem steigt die Zahl der Bestellungen an. Die internationalen Krisen und die anhaltend niedrigen Temperaturen sorgen dafür, dass der Heizölmarkt lebendig bleibt. 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher blicken in der Tat eher pessimistisch auf die nächsten Tage. In der täglichen Lesereinschätzung erwarten mittlerweile über 40 Prozent der Stimmen höhere Heizölpreise. Das ist ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Wer Risiken aus dem Weg gehen will, findet noch immer ein attraktives Preisumfeld vor. Heizöl kostet deutlich weniger als vor einem Jahr, trotz der höheren Abgaben und trotz der zahlreichen internationalen Krisen.

Allerdings gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 30. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 30. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 30. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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