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Ölpreise geben stark nach. Entspannung in Irankrise. IEA erwartet Ölschwemme

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Brent-Rohöl fiel in den letzten 24 Stunden von 70 Dollar auf aktuell nur noch 67,5 Dollar je Barrel. Die Entspannung in der Irankrise und der neue IEA-Monatsbericht gaben dafür den Ausschlag.

Seit zwei Wochen starren die Ölhändler auf den Konflikt zwischen Washington und Teheran. Kommt es zu einem militärischen Konflikt, der auch die globale Ölversorgung gefährden kann? Die Lage ist schwer einzuschätzen, aber allmählich senkt sich die Waagschale zugunsten des „Taco-Trades“. Das Akronym Taco ist an den Börsen die Kurzform für „Trump always chickens out“, also dass der US-Präsident trotz martialischer Drohungen größeren außenpolitischen Risiken aus dem Weg geht. Das galt für die Zollkonflikte mit China und der EU ebenso wie für seine Haltung im Ukrainekrieg oder beim Thema Grönland. 

Als Trump gestern erst einmal Verhandlungen mit Teheran ankündigte, die nach seiner Einschätzung einen Monat dauern könnten, warfen viele Ölpreisspekulanten das Handtuch und lösten ihre Wetten auf steigende Ölpreise auf.

Die Stimmung an den Ölbörsen war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon angeschlagen. Wenige Stunden davor hatte die Internationale Energieagentur (IEA) ihren neuen Monatsbericht zum Ölmarkt veröffentlicht. 

Die IEA senkte ihre Prognose für die Ölnachfrage in diesem Jahr und bestätigte eine massive Überversorgung durch ein hohes Ölangebot. Jeden Tag fließen im Durchschnitt 3,7 Mio. Barrel Öl zu viel auf den Markt. Sie füllen die Tanklager an Land oder die Öltanker, die vor Anker liegen und auf Abnehmer warten. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht 2,1 Mio. Barrel pro Tag.

Und noch mehr Öl ist bereits in Sicht: Venezuela wird demnächst seine Ölexporte wieder auf ein Niveau heben können, das vor der US-Blockade üblich war, also etwa 1,2 Mio. Barrel pro Tag. Der Handel wird inzwischen weitgehend von amerikanischen Ölkonzernen und internationalen Rohstoffhändlern kontrolliert. Vertreter von US-Konzernen sind derzeit im Land und verhandeln mit der neuen Regierungschefin über die Bedingungen für neue Investitionen. 

Einige Firmen fordern von dem völlig verarmten Land allerdings erst einmal Entschädigungen für die Verstaatlichung ihrer Ölanlagen vor knapp 20 Jahren. Internationale Schiedsgerichte, deren Unparteilichkeit allerdings umstritten ist, hatten Venezuela zu hohen Zahlungen verurteilt, die dann aber nur teilweise erfolgt sind. Mit dem Rückenwind aus Washington sehen die US-Ölfirmen jetzt eine  Chance, doch noch an die Gelder zu kommen.

Vorläufige Entspannung in der Irankrise, ein globales Überangebot an Öl, der Wochenbericht aus den USA am Mittwoch und aktuell schwache Aktienmärkte: Vor diesem Hintergrund halten sich die Ölpreise noch relativ gut. 

Brent-Rohöl kostet aktuell 67,48 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 62,85 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Rotterdamer Gasoil wird zu 673,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar ist 0,8426 Euro wert Preise stagnieren. Der Euro steht bei 1,1866 Dollar Preise stagnieren. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben heute zum ersten Mal in diesem Monat deutlich nach. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 91,7 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist immerhin ein Euro weniger als gestern.

Die Zahl der Bestellungen ist in dieser Woche auf einem normalen Niveau. Der heutige Preisabschlag könnte den Markt jedoch beleben. Das Wetter könnte den Trend sogar noch verstärken. Im Norden und Osten bleibt es kalt. Auch in Teilen Süddeutschlands sinken die Temperaturen. 

Die tägliche Lesereinschätzung zeigt allerdings noch immer durchschnittliche Werte. Ein Viertel der Stimmen rechnet mit höheren Heizölpreisen. Das Tiefpreis-System, das Preistrends auswertet, rät aktuell zum Kauf. 

Das ist in der Tat kein schlechter Rat, wenn die Vorräte im heimischen Heizöltank allmählich zur Neige gehen. Der Winter kann noch lange dauern und Washington sorgt regelmäßig für unangenehme Überraschungen. 

Dabei gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 13. Februar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 13. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 13. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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