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Ölpreise mit Risikoaufschlag: US-Seeblockade wieder in Kraft – Iran droht Schließung der Meerenge an.

von Claudia Lohse

Ölpreise mit Risikoaufschlag: US-Seeblockade wieder in Kraft – Iran droht Schließung der Meerenge an.

Internationaler Markt

Der Ölmarkt vertraut immer weniger darauf, dass seine wichtigste Handelsroute für Rohöl, die Straße von Hormus, offen bleibt. Die USA haben die Blockade iranischer Seehäfen gestern Abend wieder aufgenommen. Die iranische Revolutionsgarde droht im Gegenzug damit, alle Energieexporte aus dem Persischen Golf zu blockieren. Iran beschießt US-Stützpunkte in mehreren Golfstaaten. Das US-Militär flog die vierte Nacht in Folge Angriffe auf Infrastruktur, die der Iran nutzt, um Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren. Zudem droht Donald Trump mit Militärschlägen gegen zivile iranische Infrastruktur, wie Brücken und Kraftwerke, sollte Teheran dem Verhandlungstisch fernbleiben.

Die aktuelle Eskalation zeigt, wie fragil die Lage im Nahen Osten ist und wie schnell aus Entspannung wieder Konfrontation werden kann. Zentrale Punkte des Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran sind faktisch außer Kraft gesetzt. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung ist deutlich gesunken. Für den Ölmarkt bedeutet das, dass erneut weniger Rohöl aus der Region auf den Weltmarkt gelangen dürfte.

Wie schnell politische Entscheidungen die Bedingungen für den Ölhandel verschärfen können,  machte auch Trumps inzwischen wieder verworfener Plan deutlich, Sicherheitsgebühren für die Passage der Straße von Hormus zu erheben. Stattdessen will der US-Präsident nun ein Handels- und Investitionsabkommen mit mehreren Golfstaaten schließen. Die Einnahmen sollen die Kosten für die Sicherung der Meerenge kompensieren. Noch am Montag hatte Trump angedroht, für jede Schiffspassage eine Abgabe von 20 Prozent des Frachtwertes einzuziehen. Bei einem Rohölpreis von 80 Dollar hätten die Kosten für einen vollbeladenen Supertanker schnell bei rund 30 Millionen Dollar gelegen. Ob sich die neue Idee umsetzen lässt, bleibt abzuwarten.

Während im Persischen Golf wieder Lieferausfälle drohen, findet Russland für Teile seines Rohöls offenbar keine Abnehmer. Die Ausfälle russischer Raffinerien infolge ukrainischer Drohnenangriffe setzen inzwischen zunehmend Rohöl frei, das wegen der eingeschränkten Verarbeitungskapazität nicht mehr raffiniert werden kann. Es wird vielfach auf Tankern zwischengelagert und soll sich laut Trackingdaten bis vergangenen Sonntag auf 135 Millionen Barrel summiert haben. Allerdings liegt wohl ein Großteil davon noch ohne Exportziel auf Reede – ein Zeichen dafür, dass Russland Schwierigkeiten hat, sein Öl zu vermarkten. Gleichzeitig fehlen dem Markt Ölprodukte wie Diesel und Heizöl wegen der beschädigten Raffineriekapazitäten. Das lässt die Preise für Ölprodukte hierzulande steigen.

Der Ölmarkt leidet derzeit weniger unter einem Mangel an Rohöl als unter gestörten Handelswegen und fehlenden Verarbeitungskapazitäten für Ölprodukte. Die Ölpreise bewegen sich zur Stunde auf dem erreichten höheren Niveau seitwärts. Der Markt wartet auf neue Signale.

Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 80,27 Dollar Preise steigen. Brent kostet 85,67 US-Dollar das Barrel Preise steigen. Eine Tonne Gasöl wird zu 1167,25 Dollar gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8759 Euro Preise steigen. Damit ist der Euro für 1,1414Dollar zu haben Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt am Montag an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen weiter an. Auslöser sind die knapper werdenden Ölprodukte wegen Raffinerieausfällen in Russland und die erneut eskalierte Lage im Nahen Osten. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 127,90 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Der aufgeflammte militärische Schlagabtausch am Persischen Golf mit Störungen in der Schifffahrt sowie ausbleibende Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran schieben die Preise auf dem internationalen Ölmarkt an. Die gestiegenen Rohölnotierungen und die angespannte Versorgungslage bei Ölprodukten schlagen auf den deutschen Heizölmarkt durch.

Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden bleibt verhalten. Gleichzeitig überwiegt der Pessimismus: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen 52 Prozent der Befragten inzwischen mit steigenden Preisen.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Die Aussicht auf bald sinkende Heizölpreise schwindet. Wer kurzfristig Nachschub benötigt, ist mit einer Teilbestellung derzeit weiterhin auf der sicheren Seite.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Heizölpreise-Chart vom 15. Juli 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 15. Juli 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 15. Juli 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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