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Allein auf ein Ende eines Krieges zu hoffen, bringt kein nachhaltiges Ergebnis.

von Klaus Bergmann

Allein auf ein Ende eines Krieges zu hoffen, bringt kein nachhaltiges Ergebnis.

Internationaler Markt

Die Bilanz der letzten Woche weist keine Preissteigerung der Ölnotierungen aus. Das muss angesichts der Kriege in bedeutenden Regionen des globalen Ölaufkommens bereits als positive Nachricht bewertet werden. Tatsächlich gab es kleinere Preisrückgänge um 0,4 Prozent für Rohöl Brent und 4,5 Prozent für Rohöl WTI (West Texas Intermediate) sowie 3,3 Prozent für Gasöl. Mehr als diese Zahlen interessieren am Beginn der Heizsaison die Vergleichswerte zum Vorjahr und hier besonders der für Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl und Diesel. Er liegt fast 100 Prozent darüber, während die beiden Rohölwerte nur knapp 50 bzw. gut 40 Prozent zugelegt haben.

Über den Grund für den großen Unterschied der Preissteigerungen wurde hier viel geschrieben. Zusammenfassend kann man konstatieren, dass es die zerschossenen Raffinerien in Russland und im Nahen Osten sind, die ihn ausmachen. Die mit mehr medialer Aufmerksamkeit bedachten Transportprobleme betreffen indes alle Ölbereiche. Aus den Zahlen kann man überschlägig ableiten, dass rund zwei Drittel der Preissteigerung auf das Konto des unberechenbaren Präsidenten der USA und ein Drittel auf das Konto der wehrhaften Ukraine und ihrer Unterstützer gehen. In den zwei Dritteln sind die gesamten Transportstörungen und die im Nahen Osten attackierten Raffinerien enthalten, während das eine Drittel nur die in Russland angerichteten Schäden adressiert.

Im moderaten Preisrückgang der letzten Woche war wieder einmal etwas Hoffnung auf die diplomatische Vernunft in Washington und Teheran enthalten, getreu dem Motto, dass diese zuletzt stürbe. Aber die Erzfeinde konnten sich bislang nicht auf ein Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus einigen. Der US-Präsident lehnte einen iranischen Vorschlag ab, erwartet aber weitere Gespräche. Das Mullah-Regime fordert im Gegenzug für eine Öffnung ein Ende der US-Seeblockade und weniger militärischen Druck. Gleichzeitig erhöhen die USA den wirtschaftlichen Druck auf den Iran. Besonders der Rückgang der chinesischen Ölimporte könnte Teheran nach US-Einschätzung zu Zugeständnissen bewegen.

Unter diesen Umständen haben die Gefolgstruppen des Irans, die Huthi Milizen, den Raketenbeschuss saudischer und benachbarter Ölinfrastruktur wieder aufgenommen, bisher ohne zerstörerischen Erfolg wie man hört. Während der kurzen Hoffnungsphase durchquerten an einem Tag angeblich circa 60 Frachtschiffe die Straße von Hormus, 40 davon unter Absprache und Koordination mit den USA. Es sei wie in alten Zeiten gewesen, als über 20 Mio. Barrel Rohöl täglich durch die Meerenge geschickt wurden. Da hat man also für einen Tag die lockende Wurst an die Angel gehängt.  

Im alltäglichen Normal droht der Iran indes, zum Beispiel mit Einschränkungen des Flugverkehrs in der gesamten Golfregion, da mehrere Länder ihre Flugverbindungen mit dem Iran wegen des US-Sanktionsdrucks ausgesetzt haben. Iranische Vertreter warnen, dass bei einer weiteren Zusammenarbeit der Nachbarstaaten mit den USA auch deren Flughäfen betroffen sein könnten. Anderorts erkennen Zyniker in einer militärischen Eskalation schon eine schwere Beeinträchtigung des regionalen Flugverkehrs mit der Folge sinkender Kerosinbedarfe.

Etwas besser läuft es in Libyen, wo der Öltransport vom Sharara-Feld zum Hafen in Zawiya wieder aufgenommen wurde, nachdem ein zuvor von Sicherheitskräften und einer bewaffneten Gruppe geschlossenes Pipeline-Ventil geöffnet wurde. Die Fördermengen sollen schrittweise auf das normale Niveau steigen. Durch die Unterbrechung gingen dem gescheiterten Staat knapp eine Million Barrel Rohölproduktion verloren, was laut der National Oil Corporation einen Schaden etwa 95 Mio. US-Dollar verursachte.

Die Ölbörsen transformieren die Nachrichtenlage heute Morgen in steigende Notierungen. An neue Höchstwerte kommen sie allerdings nicht heran. Gasöl bleibt sogar unter den Freitagshochs zurück, während Rohöl Brent diese bereits überwunden hat.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 94,56 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 107,04 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.468,75 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8780 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1387 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise haben den international vorgegebenen Rückgang in der letzten Woche mitgemacht, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Er betrug knapp zwei Prozent. Im Vergleich zum letzten Jahr ist der Preis allerdings um gut 80 Prozent gestiegen. Darin enthalten ist die Erhöhung der staatlichen CO2-Abgabe. Der frühe Preisanstieg am internationalen Markt ist dagegen noch nicht eingepreist. Die Preisaussichten bleiben leider schlecht, da sich bei den ursächlichen globalen Störungen keine Besserung abzeichnet. Dennoch sollte man diese Angelegenheit nicht als Ewigkeitserscheinung ansehen. Bisher haben alle Kriege auf dieser Welt ein Ende gefunden. Die bereits sehr hohen Frachtkosten auf den deutschen Wasserstraßen sind bei erneut sinkenden Pegeln wieder gestiegen.

Im Binnenmarkt zieht die Nachfrage etwas an. Die Hoffnung auf fallende Preise ist relativ zu den Umständen hoch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem recht starken Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Ein Ende des hohen Preisniveaus ist nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im Verlauf des kommenden Jahres hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 28. September 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 28. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 28. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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