Zum Seiteninhalt

Ölpreise steigen kräftig. Washington dementiert Berichte über geplantes Dieselexportverbot

von Steffen Bukold

Ölpreise steigen kräftig. Washington dementiert Berichte über geplantes Dieselexportverbot

Internationaler Markt

Der kurze Abwärtstrend bei den Preisen lief gestern aus. Brent-Rohöl drehte nach oben und liegt schon wieder deutlich über der 100-Dollar-Marke. Am heutigen Morgen kostet die Nordseesorte über 103 Dollar je Barrel. 

Das kommt nicht ganz überraschend, denn die Gründe für die Preisschwäche standen auf tönernen Füßen. Die Rede Trumps vor der UN-Generalversammlung klang etwas konzilianter als beim letzten Mal, war aber genauso konfus und wenig glaubwürdig.

Die Replik des iranischen Präsidenten Peseschkian wiederholte die bekannten Standpunkte. Die Straße von Hormus werde erst dann frei passierbar sein, wenn die USA ihre Seeblockade und zahlreiche Sanktionen aufheben und eingefrorene Vermögenswerte freigeben. Jetzt herrscht wohl erst einmal wieder Funkstille, da Trump sich in den nächsten Tagen um den Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping kümmern muss.

Wie gefährlich die Lage in der Meerenge bleibt, zeigt ein neuer Zwischenfall. Nach Angaben der britischen Seehandelsbehörde UKMTO wurde ein Frachtschiff von einem Geschoss getroffen und treibt nun brennend im Wasser. Über die Ölmengen, die tatsächlich durch die Straße von Hormus fließen, wird weiter gestritten. US-Finanzminister Bessent sprach von zeitweise 17 Mio. Barrel pro Tag. Der Branchendienst Clarksons kam Anfang des Monats nur auf etwa 8 Mio. Barrel. Nach diversen Schätzungen fehlt derzeit rund ein Drittel der üblichen Ölmengen aus der Golfregion auf dem Weltmarkt. Immerhin kann die teilweise reparierte saudische Ost-West-Pipeline seit Wochenbeginn wieder Rohöl zum Roten Meer transportieren. 

Das zweite große Thema im Ölmarkt ist die Versorgung mit Diesel. In den USA kostet der Kraftstoff an der Zapfsäule so viel wie nie zuvor: im Schnitt 6,52 Dollar je Gallone. Das sind umgerechnet etwa 1,51 Euro je Liter. Trump spricht seit Monaten immer wieder von der Option, die umfangreichen amerikanischen Dieselexporte zu verbieten, um das Preisniveau im Inland zu senken. Aber schon im eigenen Kabinett trifft er mit dieser Idee auf heftigen Widerstand. Das Weiße Haus hat mittlerweile offiziell dementiert, dass die Option weiterverfolgt wird.

Der Nutzen ist in der Tat fraglich, selbst aus amerikanischer Sicht. Ein plötzliches Überangebot von Diesel im amerikanischen Markt würde die Raffinerien aus technischen Gründen zwingen, auch die Benzinproduktion zu drosseln. Kurz vor den Kongresswahlen im November würden dann die Benzinpreise nach oben schießen.

Der gestrige Wochenbericht zum amerikanischen Ölmarkt zeigt zudem, dass Öl und Kraftstoffe nicht wirklich knapp sind. Die Rohölbestände stiegen deutlich, weil die Raffinerien ihre Anlagen im Moment auf die Wintersaison umstellen und vorübergehend weniger Rohöl verarbeiten. Die Bestände an Diesel, Heizöl und Benzin schrumpften trotzdem nur leicht. Unter dem Strich blieben die US-Ölvorräte fast unverändert. 

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,8 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,2 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,2 Mio. Barrel (API)
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -0,4 Mio. Barrel (DOE)

Nach einem schwachen asiatischen Handel starten die Ölbörsen am Morgen in Europa mit Preisaufschlägen. Brent-Rohöl kostet aktuell 103,63 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 92,67 US-Dollar je Barrel Preise steigen. ICE-Gasoil wird zu 1.498,50 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8782 Euro wert Preise steigen. Der Euro notiert bei 1,1387 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Auch Heizöl wird teurer. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von knapp 172 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das Jahreshoch von Mitte September bleibt damit in Sichtweite. Vor einem Jahr kostete Heizöl 90 Euro je 100 Liter.

Wieder einmal zieht nicht nur Rohöl, sondern auch Gasoil, also das Vorprodukt von Diesel und Heizöl, die Notierungen im Heizölmarkt nach oben. Diesel ist weltweit relativ knapp. Die deutschen Raffinerien exportieren daher erhebliche Dieselmengen ins Ausland.

Hinzu kommen Transportprobleme. Die Wasserstände am Mittel- und Niederrhein sinken weiter. Die Tankschiffe können nur noch eingeschränkt beladen werden. Die Versorgung der Tanklager entlang des Rheins wird dadurch teurer. 

Die Kaufbereitschaft, also das Verhältnis zwischen Preisanfragen und Bestellungen, ist nur durchschnittlich. Der Kaufdruck hat also etwas nachgelassen. Aber der Heizölmarkt bleibt lebendig. Die Zahl der Bestellungen ist relativ hoch. 

Die Kundschaft bleibt optimistisch. In der täglichen Lesereinschätzung rechnen 64 Prozent der Stimmen mit fallenden Preisen, 36 Prozent erwarten steigende Notierungen. Der Anteil der Optimisten ist allerdings etwas niedriger als gestern.

Die Skepsis hat gute Gründe. Am Persischen Golf und im Roten Meer ist die Lage unverändert kritisch. Hinzu kommen die Probleme im Dieselmarkt, die auch die Heizölversorgung belasten. Wer demnächst Heizöl braucht, sollte daher nicht zu lange zögern.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Bleiben Sie informiert: Holen Sie sich unsere Heizöl-News in Ihre Google-Suche

So funktioniert's:

  1. Auf den Button „Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen" klickentippen.
  2. Im Google-Fenster „Bevorzugte Quellen" bei esyoil den Haken setzen.
  3. Fertig – esyoil erscheint nun bei passenden Suchen weiter oben.

Sie benötigen ein Google-Konto und müssen angemeldet sein. Die Auswahl können Sie jederzeit in den Google-Sucheinstellungen ändern.

Heizölpreise-Chart vom 24. September 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 24. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 24. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

Lesen Sie auch: