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Ölmärkte im Schockzustand: Rohöl springt über die 100-Dollar-Marke

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Die Ölmärkte stehen am Montagmorgen sichtbar unter Schock. Im vorbörslichen Handel lagen die Rohölpreise zeitweise über 120 Dollar je Barrel. Direkt zum Börsenstart in Europa (9 Uhr) kostet Brent-Rohöl 107 Dollar je Barrel. Das liegt 14 Dollar über dem Schlusskurs vom Freitag. 

In der ersten Kriegswoche gab es im Ölmarkt noch einen verhaltenen Optimismus. Die Preise kletterten relativ moderat auf 80-85 Dollar je Barrel. Viele erwarteten eine rasche Entspannung der Lage. 

Doch danach sieht es nicht aus. Die Staatsführung im Iran hat den Sohn des getöteten Staatschefs Khamenei zum Nachfolger gewählt. Modschtaba Khamenei gilt wie sein Vater als politischer und religiöser Hardliner. Auch für ihn stehen die Vernichtung Israels und die Förderung von islamistischem Terrorismus an erster Stelle.

US-Präsident Trump will diese Wahl nicht akzeptieren und hat ebenso wie Tel Aviv eine Fortsetzung des Krieges angekündigt. Aber auch Trump gerät jetzt stärker unter Druck. Die Benzinpreise in den USA sind steil gestiegen. Auch liegen der New York Times mittlerweile Belege vor, dass die USA bei ihrem Angriff auf eine iranische Militärbasis 175 Zivilisten in einer Mädchenschule, vor allem Kinder, getötet haben. Das wurde bisher von Trump und Verteidigungsminister Hegseth bestritten. 

Auch im Ölmarkt spitzt sich die Lage zu. Die Straße von Hormus ist bereits seit 10 Tagen nicht mehr passierbar. Bisher konnte das aus den Ölfeldern strömende Öl in Tanklagern zwischengelagert werden. Doch die laufen jetzt voll. Immer mehr Ölquellen in der Region werden heruntergefahren.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nutzen jetzt verstärkt zwei Pipelines, die direkt zum Roten Meer bzw. zum Golf von Oman führen. Das bringt etwas Entlastung, kann aber nur ein Viertel der blockierten Mengen auf den Weltmarkt bringen. 

Damit fehlen weiterhin etwa 15 Mio. Barrel Öl pro Tag. Das ist doppelt so viel, wie z.B. Russland insgesamt exportiert. 

Jetzt wird bereits über eine Freigabe der strategischen Ölreserven diskutiert. Die Industrieländer, auch Deutschland, verfügen über große Tanklager, die im Notfall eine Vollversorgung mit Rohöl und Ölprodukten für mindestens drei Monate ermöglichen. 

Zum Börsenstart kostet Brent-Rohöl 106,91 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 101,90 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 1284,75 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8651 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1562 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum Handelsstart am Freitag.

Nationaler Markt

Auch beim Heizöl gibt es heute kein Halten mehr. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von 145 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Kurz vor dem Irankrieg waren es noch 96 Euro. Heizöl ist also in wenigen Tagen 50 Prozent teurer geworden.

Wo der „faire“ Heizölpreis liegt, kann im Moment wohl niemand sagen. Das jetzt gelieferte Heizöl wurde noch zu niedrigen Preisen beschafft, aber die Händler denken schon an die nächste Lieferung, die sie im Großhandel oder direkt bei den Raffinerien der Ölkonzerne einkaufen müssen. 

Die Zahl der betroffenen Haushalte mit Ölheizung ist allerdings gering. Die Menge der Bestellungen sank in den letzten Tagen auf ein Rekordtief. Wer kann, wartet ab. Die meisten Verbraucher blicken nach wie vor besorgt in die Zukunft. Die täglich ermittelte Lesereinschätzung zeigt einen unverändert starken Preispessimismus.

Nach zwei Jahren mit unerwartet niedrigen Heizölpreisen werden die Risiken der Ölversorgung in diesen Tagen erneut schlagartig klar. Im Jahr 2022 war es der Überfall Russlands auf die Ukraine und der Stopp russischer Öllieferungen nach Deutschland, jetzt ist es ein neuer Krieg am Persischen Golf.

In diesen Wochen gilt mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 09. März 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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