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Rohöl billiger. Heizöl teurer. Raffinerien spielen ihre Marktmacht aus

von Steffen Bukold

Rohöl billiger. Heizöl teurer. Raffinerien spielen ihre Marktmacht aus

Internationaler Markt

Der Rohölpreis sinkt heute auf den niedrigsten Stand der letzten vier Monate. Brent-Rohöl kostet am Morgen nur noch knapp über 70 Dollar je Barrel. Die Lage am Persischen Golf blieb in den letzten Tagen relativ ruhig. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran laufen weiter. 

Die Positionen liegen zwar unverändert weit auseinander, aber die Waffen schweigen, zumindest solange die Beisetzungszeremonien für den Staats- und Religionsführer Ali Khameinei laufen. Er wurde am ersten Tag der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar getötet.

Saudi-Arabien, Irak und die anderen Ölexporteure in der Region nutzen die Gelegenheit. Zahlreiche Tanker passieren in diesen Tagen die Straße von Hormus. Sie kehren in ihre angestammten Absatzmärkte in Asien zurück und verdrängen mit erheblichen Rabatten die Konkurrenz aus Westafrika, Russland oder Brasilien.

Gleichzeitig werfen die USA und vermutlich auch China immer noch Öl aus ihren nationalen Reserven auf den Markt. Zusammen mit der Exportwelle aus dem Persischen Golf entsteht daraus im Moment ein Überangebot an Rohöl, das auf die Preise drückt. 

Der Wochenbericht zum amerikanischen Ölmarkt zeigte gestern erneut einen starken Lagerabbau. Aus der strategischen Reserve flossen 5,5 Mio. Barrel in den Markt. Trotzdem fielen die gewerblichen Bestände um weitere 3,8 Mio. Barrel. 

Auch bei den Benzinlagern ging es weiter abwärts. Offenbar blieb die Nachfrage an den Tankstellen trotz der hohen Preise in den letzten Monaten stabil. Selbst die Rekordauslastung der Raffinerien reicht im Moment nicht aus, um die Bestände zu Beginn der Feriensaison auszubauen.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,1 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,1 Mio. Barrel (API) 
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -5,5 Mio. Barrel (DOE)

Eine Trendwende kommt dennoch allmählich in Sicht. Ein großer Teil der Tanker konnte den Persischen Golf mittlerweile verlassen. Die amerikanischen Ölexporte sind immer noch hoch, aber fallen bereits die dritte Woche in Folge. Und die ersten chinesischen Raffinerien kehren in den Markt zurück und nutzen das niedrige Preisniveau.

Doch die Wege der Öltanker sind lang. Es könnte noch mehrere Wochen dauern, bis der Markt die Ölflut verdaut hat. Sollte die Straße von Hormus offen bleiben, wird der Druck auf die Rohölpreise vermutlich hoch bleiben.

Brent-Rohöl kostet zum heutigen Handelsstart in Europa 70,48 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 67,52 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Rotterdamer Gasoil wird zu 937,50 Dollar je Tonne gehandelt Preise stagnieren. Der US-Dollar ist 0,8773 Euro wert Preise stagnieren. Der Euro steht bei 1,1394 Dollar Preise stagnieren. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die niedrigen internationalen Rohölpreise kommen im deutschen Heizölmarkt nicht an. Während Rohöl in den letzten zwei Wochen zehn Prozent billiger geworden ist, wurde Heizöl sechs Prozent teurer. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von knapp 115 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). 

Die Ursache muss man nicht lange suchen: Die deutschen Raffinerien haben ihre Gewinnmargen für Gasoil, also das Vorprodukt von Heizöl und Diesel, stark ausgeweitet. Ein Blick auf die Tankstellenpreise zeigt, dass es bei Benzin nicht viel anders aussieht.

Dennoch legte die Zahl der Heizölbestellungen in den letzten Tagen zu. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben den Heizölkauf nach dem Preissprung Anfang März auf die lange Bank geschoben. 

Die Hoffnung auf weiter fallende Heizölpreise schwindet allmählich. Etwa ein Drittel der Stimmen rechnet in der täglich ermittelten Lesereinschätzung mit steigenden Preisen. Im letzten Monat war der Anteil der Preispessimisten deutlich kleiner.

Die wachsende Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Der Ölmarkt ist immer noch aus dem Tritt. Rohöl kostet im Moment genauso viel wie vor dem Irankrieg, aber Heizöl und Diesel sind über 20 Prozent teurer. Sollten demnächst auch noch die Rohölpreise nach oben drehen, könnten die Heizölpreise rascher als gedacht zulegen. 

Auch in dieser Situation gilt: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 02. Juli 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. Juli 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. Juli 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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