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USA und Iran beschießen wieder ihre militärische Infrastruktur

von Klaus Bergmann

USA und Iran beschießen wieder ihre militärische Infrastruktur

Internationaler Markt

Die Lage an der Straße von Hormus bleibt zwar unsicher, aber dennoch erholen sich die Öltransporte langsam. Trotz zuletzt wieder gesunkener Schiffspassagen werden Schätzungen zufolge täglich 6 bis 8 Mio. Barrel Öl durch die Meerenge transportiert. Gleichzeitig versuchen die Golfstaaten, ihre Abhängigkeit von dieser Route und vom Iran zu verringern. Sie entwickeln alternative Handelswege, reaktivieren alte und bauen neue Pipelines und nutzen die Unterstützung von externen Handelshäusern mit umfangfangreicheren Logistikkompetenzen.

Wenn man nicht nur die Straße von Hormus, sondern auch die Alternativrouten berücksichtigt, liegen die Ölexporte aus der Golfregion derzeit grob bei 15 bis 16 Mio. Barrel pro Tag. Das entspricht etwa 80 Prozent des Vorkrisenniveaus. Es fehlen also noch ungefähr 4 bis 5 Mio. Barrel täglich gegenüber den früheren Ausfuhren. Die Zahl ist allerdings nur eine Schätzung. Weil viele Tanker ihre Transponder abschalten, gehen die Angaben zur tatsächlichen Durchfahrt durch das Nadelöhr erheblich auseinander.

Saudi-Arabien baut seine Öllieferungen an China beispielsweise außerhalb der Straße von Hormus aus. Für September wurden rund 4 Mio. Barrel an PetroChina verkauft, die per Ship-to-Ship-Transfer außerhalb des Risikogebiets umgeladen werden sollen. Ähnliche Geschäfte gab es bereits zuvor. China zeigt damit wieder stärkere Kaufbereitschaft für Öl aus dem Nahen Osten, sofern die riskante Hormus-Passage vermieden werden kann. Nach zuletzt deutlich gesunkenen Importen dürften Chinas Öleinfuhren im August und September wieder steigen, auch weil die eigenen Lagerbestände schrumpfen und die globale Versorgung angespannt bleibt.

Dagegen sind die iranischen Ölexporte infolge der US-Blockade deutlich zurückgegangen. Sie sind aber nicht zum Erliegen gekommen. Im August sanken die Lieferungen nach China auf rund 0,5 Mio. Barrel pro Tag. Anfang 2026 lagen sie zeitweise bei rund 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Trotz der US-Maßnahmen gegen zahlreiche mit Iran verbundene Handelsschiffe gelingt es Teheran weiterhin, Öl auf dem Seeweg auszuführen. Ungeachtet dessen fordern die Mullahs ein Ende der Sanktionen und Blockaden sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte als Grundlage für eine Annäherung an die USA und eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Derweil veröffentlicht US-Präsident Trump ein offensichtlich KI-generiertes Video, das eine Zerstörung der für Irans Ölexporte zentralen Insel Kharg zeigt. Tatsächliche Angriffe gab es zuvor auf die iranische Insel Larak, wo die USA mutmaßliche Raketenstellungen attackierten. Dabei soll es Tote und Verletzte gegeben haben. Iran reagierte nach eigenen Angaben mit einem Raketenangriff auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien. Amman meldete acht eingedrungene Raketen, die jedoch abgefangen worden seien. Dieser Vorfall treibt die Ölpreise heute Morgen wieder in die Höhe.

Zuletzt schwangen die Preise für Rohöl Brent um ein durchschnittliches Niveau von gut 88 Dollar mit Ausschlägen von plus-mimus 5 Dollar. Beim Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl und Diesel, lag das Durchschnittsniveau bei 1.250 Dollar pro Tonne mit Ausschlägen von plus-minus 80 Dollar. Der aktuelle Preisauftrieb führt die Börsenpreise zwar wieder an die oberen Grenzen, aber anscheinend nicht darüber hinaus. Die Rohölnotierungen befinden sich zur Stunde wieder auf dem Rückzug. Das kann man für Gasöl leider nicht konstatieren.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 85,02 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 89,96 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.300,75 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8618 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1600 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise verschieben ihre seit über einem Monat gültige Obergrenze nach oben, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Als Momentaufnahme passt das zu den Vorgaben des internationalen Markts. Gleichwohl darf man hoffen, dass dieser Überschwung noch im Tagesverlauf korrigiert wird. Die Preistrends in den kaufrelevanten Perioden weisen allesamt aufwärts. In den beiden zeitnahen Bereichen sind die Steigungen immerhin recht flach. Hier darf man auf einen baldigen Übergang zu seitwärts gerichteten Trendkanäle hoffen.

Nach dem historischen Niedrigwasser hat sich die Lage am Rhein durch Niederschläge wieder etwas entspannt. Am Pegel Kaub, wo seit 1856 gemessen wird, lag vor zwei Wochen noch der tiefste je aufgezeichnete Wert vor. Aufgrund des anschließenden Pegelanstiegs konnten Schiffe wieder mehr Fracht aufnehmen. Dadurch sanken die Frachtraten deutlich. Dennoch sind sie heute immer noch doppelt so hoch wie gewöhnlich.

Im Binnenmarkt steigt das Kundeninteresse an Heizöl langsam. Die Hoffnung auf bessere Preise bleibt zurückhaltend. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem gewöhnlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Vom Ende des erhöhten Preisniveaus kann man derzeit nur träumen. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im kommenden Jahr hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 31. August 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 31. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 31. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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