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Begrenzte Eskalation zwischen USA und Iran verhindert Preissprung

von Claudia Lohse

Begrenzte Eskalation zwischen USA und Iran verhindert Preissprung

Internationaler Markt

Die Waffenruhe im Nahen Osten erweist sich erneut als brüchig. Nach US-Vorwürfen, Teheran habe einen US-Hubschrauber abgeschossen, der an der Straße von Hormus patrouillierte, flogen die USA in der vergangenen Nacht Vergeltungsschläge auf militärische Ziele des Irans. Iran reagierte daraufhin mit Angriffen auf US-Stützpunkte in der Golfregion.

Für den Ölmarkt sind das zunächst schlechte Nachrichten. Nachdem die Eskalation zwischen Israel und Iran vom Wochenende beendet worden war, hatten sich die Ölpreise zu Wochenbeginn gerade erst abwärts orientiert. Mit den gegenseitigen Vergeltungsangriffen der USA und Irans machen die Notierungen an den Ölbörsen jetzt einen Teil ihres Abgangs wieder wett. Brent-Rohöl eröffnet heute bei 91 Dollar je Barrel.

Die Märkte setzen derzeit auf eine kontrollierte Eskalation. Da die jüngsten Vergeltungsmaßnahmen in einem begrenzten Rahmen blieben, hält sich unter den Marktteilnehmern der Erwartung, dass beide Seiten weiterhin an einer diplomatischen Lösung interessiert sind. Die Ölpreise steigen deshalb zwar, geraten jedoch nicht außer Kontrolle. US-Präsident Trump verweist weiterhin auf ein kurz bevorstehendes Abkommen mit Teheran. Dennoch bleibt die Lage hochgradig angespannt. Das größte Risiko für den Ölmarkt ist dabei eine langanhaltende Blockade der wichtigen Handelsroute durch die Straße von Hormus.

Die US-Energiebehörde EIA geht in ihrem aktuellen Monatsbericht davon aus, dass die Einschränkungen des Schiffsverkehrs am Persischen Golf das globale Ölangebot stärker beeinträchtigen werden als bisher erwartet. Entsprechend senkte sie ihre Prognosen für die weltweite Ölförderung sowohl für 2026 als auch 2027. Für 2026 erwartet die Behörde eine Fördermenge von 98,99 Millionen Barrel am Tag, für 2027 von 109,32 Millionen Barrel. Zwar korrigiert die EIA auch ihre Verbrauchsprognose nach unten, unter dem Strich verschlechtert sich jedoch ihre Einschätzung der Versorgungslage deutlich. Im laufenden Jahr rechnet sie nun mit einem Defizit von 3,87 Millionen Barrel pro Tag – eine Abwärtskorrektur um 1,31 Millionen Barrel täglich im Vergleich zu ihrer Schätzung aus dem Vormonat. Gleichzeitig geht die EIA davon aus, dass sich die Lage im kommenden Jahr zügig normalisieren wird. Den Brent-Preis sieht sie im Jahresdurchschnitt 2026 bei 95,39 Dollar und 2027 bei 79,39 Dollar.

Die EU stellte gestern ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland vor. Demnach soll der Preisdeckel für russische Ölausfuhren bis Anfang 2027 pausieren. Das von den G7-Staaten, der EU und Australien eingeführte Instrument zur Begrenzung russischer Öleinnahmen entspricht nach Einschätzung der EU derzeit nicht mehr den Marktbedingungen. Ausschlaggebend sind die erheblichen Preisverwerfungen seit dem Iran-Krieg. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, man wolle den Ölmärkten Zeit geben, sich zu stabilisieren, während der Druck  auf Moskaus Einnahmen aufrecht erhalten werde. Dazu sollen neben weiteren russischen Banken und Finanzinstituten in Drittländern auch 30 weitere Öltanker aus der russischen Schattenflotte sanktioniert werden. Zudem ist geplant, Verkäufe von LNG-Tankern an Russland zu verbieten. Die Maßnahmen haben grundsätzlich preisstützendes Potenzial. Doch für das Inkrafttreten ist noch die Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedsländer erforderlich. Entsprechend bleibt auch hier die Reaktion des Ölmarktes bislang verhalten.

Nach einem anfänglichen Abwärtstest bewegen sich die Ölpreise zur Stunde schwankend seitwärts. Der Markt wartet auf neue Signale. Entscheidend ist, ob die jüngsten Militärschläge auf den bisherigen Rahmen begrenzt bleiben und ob tatsächlich Verhandlungsfortschritte sichtbar werden.

Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 87,78 Dollar Preise fallen. Brent kostet 91,05 US-Dollar das Barrel Preise fallen. Eine Tonne Gasöl wird zu 1025,00 Dollar gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8653 Euro Preise fallen. Damit ist der Euro für 1,1554 Dollar zu haben Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise legen nach dem gestrigen Rückgang am Mittwochmorgen wieder leicht zu. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 119,30 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Der trotz Waffenruhe immer wieder aufflammende Schlagabtausch im Nahen Osten und ausbleibende Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran halten die Preise auf ihrem erhöhten Niveau. Zwar sorgen Entspannungssignale zwischenzeitlich für Abwärtsbewegungen, das Potenzial für deutlich sinkende Preise bleibt jedoch beschränkt, solange die Meerenge von Hormus blockiert ist.

Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden steht dennoch auf der zweithöchsten Stufe. Gleichzeitig überwiegt die Hoffnung auf günstige Kaufgelegenheiten: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen 79 Prozent der Befragten mit sinkende Preisen.

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Die Krise im Nahen Osten hält an. Damit schwindet die Aussicht auf bald sinkende Heizölpreise. Wer kurzfristig Nachschub benötigt, ist mit einer Teilbestellung derzeit weiterhin auf der sicheren Seite.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Heizölpreise-Chart vom 10. Juni 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 10. Juni 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 10. Juni 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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