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Ölpreise bleiben hoch – Fronten zwischen USA und Iran verhärtet

von Claudia Lohse

Ölpreise bleiben hoch – Fronten zwischen USA und Iran verhärtet

Internationaler Markt

Der Preis für Brent-Rohöl steuert wieder auf 90 Dollar je Barrel zu. Die Hoffnung auf eine Normalisierung der Schifffahrt am Persischen Golf ist einmal mehr am Boden. US-Präsident Donald Trump reagierte Anfang der Woche scharf auf die jüngsten umfangreichen iranischen Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus. Indem er bei künftigen Verhandlungen mit Teheran auch Entschädigungszahlungen Irans an die Opfer des Mullah-Regimes auf die Tagesordnung setzen will, sind die Fronten weiter verhärtet. Maximalforderungen auf beiden Seiten lassen derzeit nur wenig Spielraum für eine Verhandlungslösung.

Auch wenn Pakistan in seiner Rolle als Vermittler gestern verkündete, beide Parteien seien auf dem Weg zu einer Lösung, mochten die Trader daran offenbar nicht so recht glauben. Nach einem kurzen Rückgang orientierten sich die Ölpreise am Abend erneut aufwärts. Teheran eskaliert die Situation indes weiter – mit der indirekten Drohung, man müsse in der Lage sein, Angriffe auf feindliches Gebiet, also auch auf US-amerikanischen Boden, zu verlagern. Das sagte Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, in einem Fernsehinterview. Er betonte zudem, die Straße von Hormus werde geschlossen bleiben.

Die Straße von Hormus am Persischen Golf, der Golf von Oman vor deren Einfahrt sowie die Meerenge von Bab e-Mandab am Roten Meer bleiben somit im Fokus der Marktteilnehmer. An diesen strategisch wichtigen Punkten beeinträchtigen Angriffe auf Tanker und Ölinfrastruktur aktuell immer wieder Transport und Produktion, mit Folgen für die globale Ölversorgung.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf den frisch veröffentlichten Monatsreport der EIA: Die US-Energiebehörde hat ihre Prognose zum weltweiten Angebotsdefizit im laufenden Jahr auf rund 1,9 Millionen Barrel täglich angehoben. Sie rechnet 2026 mit einem globalen Ölverbrauch von 102,73 Millionen Barrel pro Tag – 0,4 Millionen Barrel pro Tag weniger als in der vorgegangenen Schätzung. Gleichzeitig erwartet sie eine weltweite Ölproduktion von 100,82 Millionen Barrel pro Tag, 1,07 Millionen Barrel pro Tag weniger als bislang prognostiziert.

Dass die EIA-Prognose im Vergleich zum letzten Monatsreport wieder ein größeres Defizit aufzeigt, ist auf die erneute Eskalation am Persischen Golf zurückzuführen. Beim letzten Report war die Waffenstillstandsvereinbarung noch gültig, inzwischen ist sie aufgekündigt. Auch die OPEC, mit vielen Mitgliedsstaaten aus der Krisenregion, bleibt laut EIA deutlich unter ihren Fördermöglichkeiten.

Die Ölpreise sind heute auf erhöhtem Niveau gestartet und bewegen sich zur Stunde schwankend seitwärts.

Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 84,04 Dollar Preise fallen. Brent kostet 89,75 US-Dollar das Barrel Preise fallen. Eine Tonne Gasöl wird zu 1343,75 Dollar gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8668 Euro Preise fallen. Damit ist der Euro für 1,1534 Dollar zu haben Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen weiter. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt heute Morgen in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 134,45 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).

Die anhaltenden Auseinandersetzungen im Nahen Osten und die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran halten die Preise am internationalen Ölmarkt auf erhöhtem Niveau. Vor allem fehlt derzeit die Zuversicht für eine baldige freie Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus.

Neben der internationalen Thematik schiebt das Niedrigwasser im Binnenland die Preise an. Auf für Öl- und Treibstofftransporte wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein können Schiffe deutlich weniger Ladung aufnehmen. Entsprechend hoch sind die Frachtkosten. Bei weiter sinkenden Pegelständen könnte der Rhein schon in den kommenden Tagen abschnittsweise nicht mehr durchgehend schiffbar sein.

Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden ist parallel zu den steigenden Preisen wieder zurückgegangen. Auch die Hoffnung auf günstige Kaufgelegenheiten schwindet: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen nur noch die Hälfte der Befragten mit sinkenden Preisen. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert.

Was bedeutet das für alle, die noch unentschlossen sind? Die Krise im Nahen Osten hält an und eine schnelle Entspannung ist derzeit nicht absehbar. Gleiches gilt für die Niedrigwasserlage. Damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Heizölpreise kurzfristig deutlich nachgeben. Wer in absehbarer Zeit Heizöl benötigt, kann mit einer Teilbestellung das Risiko weiterer Preissteigerungen begrenzen, ohne sich vollständig auf dem aktuellen Preisniveau festlegen zu müssen.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Wirklich zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

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Heizölpreise-Chart vom 12. August 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 12. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 12. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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