Ölpreise ziehen leicht an. Ölschwemme im Herbst und russische Exportrisiken halten sich die Waage

29.08.2025, 09:06 Uhr von

2025-08-29T07:06:21.000Z
Ölpreise ziehen leicht an. Ölschwemme im Herbst und russische Exportrisiken halten sich die Waage (29.08.2025)

Internationaler Markt

Die Ölpreise legen am frühen Morgen zu. Brent-Rohöl kostet aktuell 68,3 Dollar je Barrel. Die Märkte wirken dennoch ruhig, denn in den USA steht ein verlängertes Wochenende vor der Tür (Labor Day).

Nach wie vor erwarten die Märkte in den Herbstmonaten ein sehr hohes Ölangebot. Es trifft auf eine eher schwache Nachfrage, wie es für die Jahreszeit üblich ist. In den USA und anderen Ländern endet im September die Ferienzeit. Das bremst den Benzinverbrauch. Gleichzeitig gehen dann viele Ölkraftwerke und Dieselgeneratoren außer Betrieb, die in den Sommermonaten die Klimaanlagen versorgen mussten. Auch die Raffinerien kaufen ab September weniger Rohöl ein. Sie passen ihre Produktion auf die im Winter nachgefragten Kraftstoffmischungen an und legen eine längere Betriebspause ein, um die Anlagen zu überholen oder zu reparieren. 

Die Folge wird ein massives Überangebot an Rohöl sein, so die allgemeine Erwartung. Höhere Preise sind also eher unwahrscheinlich. Auf einen Preiseinbruch will aber auch niemand wetten, denn jederzeit kann es Probleme bei den russischen Ölexporten geben.

Die ukrainischen Angriffe stoppen immer wieder die Ölausfuhren Richtung Ungarn bzw. Slowakei. Heute soll die Druschba-Pipeline nach tagelanger Unterbrechung wieder anlaufen, aber der nächste Angriff wird bestimmt schon vorbereitet. In der MOL-Raffinerie in der Slowakei könnten die Vorräte schon bald knapp werden. Davon wäre dann auch Ungarn betroffen. 

Schon seit Monaten gelingt es der Ukraine immer wieder, russische Raffinerien empfindlich zu treffen und zeitweise außer Betrieb zu setzen. In der letzten Nacht wurde eine Raffinerie in der Region Samara sowie eine Anlage in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer angegriffen. Die Folgen für die Rohölexporte sind schwer einzuschätzen, aber die Ausfuhr von Ölprodukten wie Diesel wird dadurch beeinträchtigt. In Russland selbst steigen die Preise für Kraftstoffe bereits deutlich an.

Noch problematischer für Moskau sind die Angriffe auf den Ostseehafen Ust-Luga, über den ein großer Teil der russischen Tankerexporte abgewickelt wird. Nach einem erfolgreichen Angriff werden die Reparaturen am Novatek-Terminal voraussichtlich mehrere Monate andauern und den Export diverser Ölprodukte bremsen.

Auch eine Verschärfung der Sanktionen gegen Moskau oder seine indischen und chinesischen Hauptkunden liegt in der Luft. Neu-Delhi lässt sich allerdings von den amerikanischen Strafzöllen nicht einschüchtern. Im September sollen die Importe sogar steigen. Doch die Abwicklung wird immer schwieriger. Ein großer Teil der sogenannten Schattenflotte steht mittlerweile auf der Schwarzen Liste der USA, der EU oder Großbritanniens.

Globales Überangebot oder russische Exportrisiken? Die Ölhändler und Spekulanten konzentrieren sich lieber auf das Wochenende und halten sich bei neuen Ölpreiswetten zurück. Brent-Rohöl kostet am frühen Morgen 68,39 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht bei 64,38 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil notiert bei 680,00 Dollar je Tonne Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8569 Euro wert Preise fallen. Damit steht der Euro bei 1,1667 Dollar Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bleiben am frühen Morgen in der Nähe des Niveaus vom Vortag. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt einen landesweiten Durchschnittspreis von 88,8 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). 

Viele Haushalte nutzen das anhaltend niedrige Preisniveau, um sich für den Winter mit Heizöl zu versorgen. Das Interesse hält das Schwarm-O-Meter, das den Kaufdruck anhand der Preisanfragen und Bestellungen misst, auf der zweithöchsten Stufe. Die Lesereinschätzung zeigt allerdings, dass der Preisoptimismus der letzten Wochen schrumpft. Vier von fünf Stimmen erwarten fallende Heizölpreise. Das ist nur noch ein durchschnittlicher Anteil.

Der Ölmarkt wirkt unentschlossen. Das wachsende Ölangebot spricht für sinkende Ölpreise, aber wie weit noch? Ähnlich unklar ist die Lage bei den russischen Ölexporten im Herbst. Wer sich darüber nicht den Kopf zerbrechen will, sollte das aktuell niedrige Preisniveau nutzen. Wer auf weiter fallende Preise spekulieren will, kann das mit derzeit überschaubarem Risiko tun.

Dennoch gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt an meine E-Mail-Adresse: bukold@energycomment.de

Presse-Kontakt

Tel: 04131 680 498 00

E-Mail: presse@esyoil.com

Heizölpreise-Chart vom 29. August 2025

Heizölpreise-Chart vom 29.August 2025
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 29 August 2025, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

Lesereinschätzungen der Heizölpreis-Entwicklung am

Insgesamt wurden Stimmen gezählt.

Preis fällt (0%)

Preis steigt (0%)

Unsere Leser prognostizieren eine tendenzielle Seitwärtsbewegung.

Lesereinschätzungen der Heizölpreis-Entwicklung am

Insgesamt wurden Stimmen gezählt.

Preis fällt (0%)

Preis steigt (0%)

Unsere Leser prognostizieren eine tendenzielle Seitwärtsbewegung.