Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Die nächste Konferenz

Arbeiten Sie noch oder nehmen Sie schon an Konferenzen teil? Sollte das Zweite der Fall sein, müssten Sie nun eigentlich um Ihren Arbeitsplatz fürchten. Kopenhagen bot ein großartiges Schauspiel über den Sinn internationaler Versammlungen. Die Inszenierung führte dem Publikum auf unmissverständliche Weise vor Augen, wie absurd es ist, von Konferenzen geschichtliche Weichenstellungen zu erwarten. Indem die Autoren das Klima zum Thema der Versammlung machten, gelang es ihnen, einen kaum steigerbaren Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf die Bühne zu bringen. Sie ließen die moderne Transportmaschinerie im Hintergrund als großartiges globales Phänomen rotieren, während im Vordergrund das blanke Nichts produziert wurde. Die Vergiftung des Klimas als Selbstzweck wurde so unmissverständlich greifbar. Großartig. Selten war Theater so nah am Zeitgeschehen.

Wer nun meint, dass großes Schauspiel die Menschen erreicht und ihnen Handeln abverlangt, irrt. Konferenzteilnehmer müssen nicht um ihren Job bangen. Bangen bleibt denen vorbehalten, die noch arbeiten. Es wird auch nach Kopenhagen Konferenzen geben. Heute findet beispielsweise wieder eine statt, in Luanda. Die OPEC tagt, um sich über den Ölmarkt zu unterhalten. OPEC-Treffen gipfeln üblicherweise in einer Übereinkunft zum zukünftigen Ölausstoß, den Quoten. Vor dem Treffen war schon klar, dass die aktuellen Quoten fortgeschrieben werden. Die Ölminister des Kartells sind mehrheitlich mit den Preisen derartig zufrieden, dass jedwede Änderung eine Preisverschlechterung befürchten lässt. Nun könnte es also sein, dass auch auf dieser Konferenz nichts besprochen wird. Ganz so schlimm wird es wohl nicht kommen. Man kann sich zum Beispiel über die Zukunft der irakischen und der iranischen Ölproduktion austauschen. Der Irak schickt sich an, zweitgrößter Ölproduzent der Welt zu werden. Der Iran will seine Produktion ebenfalls deutlich steigern. Das Potenzial in der Golfregion und neue Techniken zur Erhöhung der Förderung aus alten Ölquellen führen dazu, dass Peak Oil (Höhepunkt der Fördermöglichkeit) seinen Schrecken verliert. In neusten Publikationen der IEA (Internationale Energieagentur) tauchen die bis vor Kurzem geäußerten Warnungen vor Versorgungsengpässen mit dramatischen Folgen für die Wirtschaft nur noch sehr verhalten auf. Einige Fachleute haben das Wort Peak Oil bereits durch das Wort Peak Demand (Höhepunkt der Nachfrage) ersetzt.

Die Nachfrage wird weiter wachsen. Sie wird aber nicht in den alten Industrienationen wachsen. Bereits 2014 sollen die Nicht-OECD-Länder nach Prognosen der IEA mehr Öl verbrauchen als die OECD-Länder. Hierzulande wird der Energiekonsum zurückgehen. Die Frage ist, ob das Bruttoinlandsprodukt trotzdem steigen wird. Noch ist diese Frage erheblich für die politische Steuerung des Landes. Die meisten prominenten Volksvertreter verbinden einen steigenden Warenumsatz immer noch mit steigendem Wohlstand. Dieser Zusammenhang ist geschichtlich korrekt. Er ist es aber nicht mehr in der modernen Gesellschaft. Wir sind in der Lage, unseren Wohlstand vom Energie- und sogar vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Das umzusetzen ist unsere Zukunftsaufgabe. Sie ist mehr ein Arbeits- als ein Konferenzthema.

Es ist keineswegs erforderlich, diese Aufgabe auf internationaler Ebene zu lösen. Die globale Gesellschaftsordnung, deren wesentliche Regeln in den Verträgen der Welthandelsorganisation WTO festgelegt sind, lässt nationale Lösungsmöglichkeiten zu. Richtig angewandt stellen sie keinen Verstoß gegen die Bestimmungen des freien Warenverkehrs dar. Ein Verstoß wäre es beispielsweise, mit Strafzöllen bestimmte Warenströme zu unterbinden. Diese könnten billigst und auf Kosten der Umwelt produzierte Güter betreffen. Kein Verstoß ist es hingegen, hierzulande von Waren eine bestimmte umweltgerechte Qualität zu verlangen. Dieses Qualitätsverlangen kann auch die Produktion der Waren betreffen. Es ist für alle Hersteller bindend, die nationalen wie die internationalen. Mit dem Mittel der Warenqualitätsforderung ist jedes Land unilateral in der Lage, internationale Umweltpolitik zu betreiben, ohne in Konflikt mit den WTO-Regeln zu geraten. Statt auf großer Bühne ohne Erfolg zu konferieren, muss auf sehr kleiner Bühne intensiv an Lösungen gearbeitet werden. Dabei ist ein übergeordneter Aspekt die Frage, wie wir zu Wohlstand oder besser zu Wohlergehen in einer Wirtschaft ohne Wachstum von Warenströmen kommen.

Ohne Wachstum ist nun auch wieder der Ölpreis. Er befindet sich in einem Abwärtstrend. Die Gegenbewegung der letzten Tage scheint zu Ende zu sein. Die Tonne Gasöl kostet 590,25 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 73,96 Dollar. Der US-Dollar wird zu 69,80 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise steigen nicht weiter. Ausnahme ist die Region Bayern. Dort sind Lager leer gelaufen. Dadurch kam es zu außergewöhnlichen Preisanhebungen. Die Dollarrallye, die die Heizölpreise hierzulande gegen den Weltmarkttrend anhob, ist gebremst. Sie ist aber nicht beendet. Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis in den kommenden Wochen moderat nachgeben wird. Der Dollar wird vermutlich weiter steigen. Spekulanten sind derzeit schwer im Devisengeschäft engagiert. Insgesamt dürfte dabei ein sehr schwacher Rückgang der Heizölpreise herauskommen. Übergeordnet wird kaum mehr als ein Seitwärtstrend zu erkennen sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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