Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Gestörtes Bewusstsein ist sexy

Lethargie ist nicht der Zustand der Finanzjongleure. Sie handeln in bemerkenswertem Tempo. Der Preissturz der Vortage wurde gestern kurzerhand annulliert. Woher die plötzliche Eingebung zur Wende kam, erschließt sich dem geneigten Beobachter nicht. Die relevanten Daten zum Ölmarkt ließen eher die Fortsetzung des Preisrückgangs erwarten. Medizinisch ist Lethargie eine Bewusstseinstörung, die mit Schläfrigkeit einhergeht. Auf der Suche nach Erklärung könnte man bei anderen Formen der Bewusstseinsstörung fündig werden. Dass bewusstseinsgestörte Menschen hohen Einfluss auf die Geschichte haben, ist eine Binsenweisheit.

Bewusstseinsstörungen sind nicht Thema der hier wiedergegebenen Beobachtungen. Im Zitieren von Daten aus dem Ölmarkt fühlen wir uns kompetenter. Die zitierbaren Daten des gestrigen Handelstages beziehen sich auf die Situation in den US-Vorratslagern. Das DOE (Department of Energy) kam erneut mit der Feststellung gestiegener Bestände heraus. Die stehen im Widerspruch zu den Recherchen des API (American Petroleum Institute). Da den Werten des DOE erheblich größeres Vertrauen entgegen gebracht wird, kann man die in Preise überführten Handlungen nach Veröffentlichung der Zahlen durchaus mit Verständnislosigkeit aufnehmen. Verständnislosigkeit ist wesentlicher Teil des irrationalen Börsengeschehens. Insofern ist nichts Bemerkenswertes geschehen. Zudem lag es nahe, dass der allgemeine Trend zu steigenden Preisen vollkommen unabhängig von irgendwelchen Daten aus dem realen Marktgeschehen früher oder später fortgesetzt wird. Das ist nun früher der Fall. Die Daten über die wöchentliche Veränderung in den US-Tanklagern lesen sich bar jedweden Verständnisses wir folgt:

Rohöl: +4,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 7,1 (DOE) bzw. ein Abbau von 1,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 82 Prozent gesunken. Zur Vermeidung schlechter Auslastungszahlen wird weiterhin Kapazität aus dem Markt genommen. Dieser Umstand deutet auf eine geringe Nachfrage in den USA hin.

Eine geringe Nachfrage kann man weltweit nicht konstatieren. Bekanntermaßen steigt diese in den Schwellenländern rasant an. Für Europa, das beileibe kein Schwellenkontinent ist, können sich Fachleute sogar partielle Knappheiten vorstellen. Die sollen demnächst Heizöl und Diesel betreffen. Gleichwohl kämpft man auch hier eher mit Überkapazitäten bei den Raffinerien. Eventuelle Probleme kommen aus den Verschiebungen beim Produktenbedarf. Während die Benzinnachfrage deutlich sinkt, steigt die Dieselnachfrage. Auf die Disparität können sich Raffineure mit älteren Anlagen nicht gut einstellen.

Das genannte Phänomen begeistert zwar die Finanzszene. Ein ernsthaftes Versorgungsproblem wird daraus nicht erwachsen. Das gilt auf absehbare Zeit auch für die Weltölversorgung. Die Spekulation auf Knappheit ist aus heutiger Sicht übertrieben. Daraus sollte man nicht den Schluss ziehen, dass sie in Kürze crashen wird. Die Staaten beweisen fast täglich ihren Willen zur uneingeschränkten Unterstützung des Finanzsystems. Damit unterstützen sie willentlich oder unwillentlich die Banken als Herrscher des Systems. Ungeachtet der reklamierten Übertreibung des Preisanstiegs muss man davon ausgehen, dass die Preise auch realmarktbedingt steigen werden, weil die Förderung des immer schwieriger zu erreichenden Öls bereits heute teurer wird. Insofern sind Verbraucher gut beraten, einiges dafür zu tun, die Verbrauchsmengen zu drosseln.

Heute Morgen fallen die Ölnotierungen. Dass diese durchaus logische Bewegung Bestand haben wird, können wir noch nicht glauben. Die hitzige Lage an den Märkten kann im Tagesverlauf überraschende Wendungen nehmen. Die Tonne Gasöl kostet 839 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 86,61 Dollar und in London zu 97,48 Dollar gehandelt. Die 10-Dollar-Marke als Differenz wurde locker genommen. Damit hat sie ein historisches Ausmaß, das sich demnächst irgendwie entladen müsste. Der US-Dollar kostet 73,19 Eurocent.

Unsere Heizölpreise haben den unerwartet starken Rückgang des Vortags blitzschnell annulliert. Die Vorgabe kam wie zuvor von den Ölbörsen. Der Dollar trug wenig zum Geschehen bei. Nach unserer Einschätzung können sich Verbraucher über das Halten des Preisniveaus oder gar eine kleine Absenkung glücklich schätzen. Die Gefahr deutlich steigender Heizölpreise sehen wir im Jahresverlauf als dominierend an. Einbrüche wie gestern sind Einladungen zum Kauf. Die wird es auch zukünftig geben. Vor dem üblichen Satz zum Sparen noch dieser Tipp: Laut co2online ist diese Heizung die Beste am Markt. Info. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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