Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Nachfrage schwächer als Angebot

Internationaler Markt

Die Menschheit verbraucht so viele fossile Energieressourcen wie nie zuvor. Mit der Verwendung hat sie ein beachtliches Wohlstandsniveau erreicht, jedenfalls der Teil der Menschheit, der Zugriff auf Öl, Gas und Kohle hat. Zufriedenheit vermag der hohe Wohlstand nicht hervorzubringen, ebenso wenig wie Gerechtigkeit. Gesamtgesellschaftlich wächst der Wohlstand fast überall auf der Erde. Innerhalb der Gesellschaften wächst die Ungleichverteilung des Wohltands. Der politische Weg zu mehr Zufriedenheit führt über weiteres Wohlstandswachstum. Dass das mit noch mehr Verteilungsungerechtigkeit verbunden ist, belegt die Zeit seit der Jahrtausendwende.

Wohlstand wurde immer durch Geldströme gemessen und Geldströme waren ein Ausdruck realer Wirtschaftstätigkeit. Letztes gilt heute nicht mehr. Wohlstand kann auch durch reine Geldwirtschaft erzeugt werden. Menschen können arbeitslos sein, dahinvegetieren und verhungern. Die Gesellschaft in der sie leben, kann dennoch wohlständig sein, gemäß Zahlenlage. In den alten Industrieländern sind die Umstände keineswegs so extrem. Gleichwohl gilt das Prinzip auch hier. Die Ölwirtschaft zeigt das exemplarisch. So sind die Umsätze und die Gewinne der großen privaten Ölgesellschaften in den letzten zwölf Jahren im gleichen Maß gewachsen wie der Ölpreis. Bezahlt wurden sie von Millionen Verbrauchern. Zugute kommen sie dem Management und den Anteilseignern. In der volkswirtschaftlichen Zahlenlage weist der Sachverhalt einen Wohlstandsaufbau auf.

Zwischen 2000 und 2008 haben sich Preise und Gewinne dem Vernehmen nach aufgrund knapper Ressourcen entwickelt. Ernsthafte Engpässe traten allerdings zu keiner Zeit auf. Seitdem werden Preise und Gewinne mit Hilfe von Rettungsmaßnahmen und lockerer Geldpolitik erzeugt. Im Nachhinein wird deutlich, dass die Geldwirtschaft auch in der ersten Phase die treibende Kraft hinter den Gewinnen war. Heute ist Öl nicht knapp. Sein Preis sinkt aber nur unwesentlich. Gemessen am Finanzvermögen ist Öl nicht mal teuer. Teuer ist es nur für die Mehrheit der Menschen, die nicht am Wachstum des Finanzvermögens teilhat, sondern es bezahlt. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, wenn die Realwirtschaft nicht wächst. In den alten Industriestaaten gibt es keine Wachstum erzeugende „Menschenmasse“ mehr. So kann geschehen, was einige Wissenschaftler bereits aus dem Studium der Steinzeit erkannten, die nicht aus Mangel an Steinen zu Ende ging. Die Ölwelt könnte aus Mangel an Nachfrage enden. Für den lebensnotwendigen Atmosphärenhaushalt der Erde wäre das von Vorteil.

Heute Morgen könnte man diese These als preisrelevant verstehen. Die Ölnotierungen sinken. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass es sich dabei um einen konsequenten Bewegungsteil des Seitwärtstrends handelt. Die Tonne Gasöl kostet 866 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,49 Dollar und in London zu 103,49 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 75,38 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Öl- und Dollarnotierungen sind ihnen gewogen. Der Binnenmarkt hat keinen preisrelevanten Einfluss. Er ist stressfrei. Die Preisentwicklung steckt fest in ihren zeitlichen Trends. Kurzfristig geht es seitwärts, mittelfristig abwärts. Aktuell ist Heizöl billiger als vor einem und vor zwei Jahren. Die Aussicht, dass es weiter abwärts geht, ist gegeben. Über Sein oder Nichtsein einer Abwärtsbewegung entscheiden Notenbanken und Finanzjongleure. Die heute beginnende Verhandlung am Bundesverfassungsgericht über die Eurorettungspolitik könnte Einfluss haben. Sie wird ein langwieriger Prozess werden. Geduld ist gefragt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Finanzszene hofft auf noch mehr Notenbankgeld
Nigerias Öllieferungen auf Vier-Jahres-Tief
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Konjunktur stottert
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Sehr viel Öl am Markt
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik ungewiss
OECD und IWF senken Wachstumsprognosen

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