Unseren neuen Kommentar für den 21.04.21 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der CO2-Aufschlag rückt näher

Internationaler Markt

Die Ölpreise legen in diesen Tagen etwas zu. Eine Rallye ist aber nicht in Sicht, denn dem Markt fehlt nach wie vor eine dem Angebot entsprechende Nachfrage. Perspektivisch wird sie durch wieder aufflammende Corona-Fallzahlen und drohende Lockdowns eher erstickt als angefacht. Dieser Umstand sorgt im OPEC-Bündnis zur Rettung der Ölpreise für erhebliche Nervosität, da sich die notorischen Quotenabweichler nicht an die Beschlüsse halten. Das war vor Monaten so, es sollte durch nachträgliche Drosselungen der Abtrünnigen geheilt werden, wurde aber bis heute nicht vollständig umgesetzt.

Mittlerweile steigern einige Bündnismitglieder die Produktion sogar wieder. Unabgesprochen erfolgt das derzeit durch Irak, Iran und Libyen. Während die beiden I-Länder damit ihre permanente Renitenz unter Beweis stellen, lässt man dem kriegs- und krisengebeutelten Libyen die Steigerung durchgehen. Sie erfolgt auf einer gegen Null gehenden Basis. Im Bündnis hat man ein Einsehen, dass das Land wieder auf die Beine kommen muss. Das ändert nichts an der Tatsache einer allgemeinen Produktionssteigerung der Gruppe. Einen Konsens zu weiteren Drosselungen herzustellen, wird immer schwieriger. Ein Platzen des Bündnisses würde unweigerlich zu einem Ölpreis-Crash führen.

Corona-bedingte Nachfrageschwäche und Quotenstress im OPEC-Bündnis werden vorübergehen. Damit ist die Ölwelt aber nicht rehabilitiert, denn der Druck, klimaschädliche Energieträger wie Kohle, Öl und Gas außer Dienst zu stellen, wird zumindest aus heutiger Sicht dauerhaft zunehmen. Das ist bei den freien Konzernen angekommen. Ausdruck findet es unter anderem in reduzierten Planzahlen zu Ölmengen und Preisen. So senkt der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV die nachcoronale Preiserwartung für Nordseeöl Brent von 75 auf 60 Dollar pro Barrel und das dauerhaft.

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass immer billigeres fossiles Öl einerseits und immer teurere regenerative Energie andererseits ungeeignet sind, eine globale Energiewende durchzusetzen. Die reiche EU möchte sich die Kostendifferenz für die Klimarettung leisten. Die Gemeinschaft beeinflusst allerdings nur 13 Prozent des globalen anthropogenen CO2-Ausstoßes, nicht weil wir hier so klimaschonend leben und wirtschaften würden, sondern weil wir so wenig Menschen sind. Immerhin, China kündigte dieser Tage an, vor 2060 ebenfalls klimaneutral werden zu wollen.

An den Ölbörsen bewegen sich die Notierungen heute Morgen gegen die beschriebene Marktsituation weiter aufwärts. Das wird sicher keine anhaltende Kontrapositionierung werden.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 40,38 Dollar und das Barrel Brent zu 42,05 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 326,50 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8565 Euro . Damit kostet der Euro 1,1675 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen ein wenig, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die Bewegung erfolgt nicht, weil der internationale Markt entsprechende Impulse liefert, sondern entgegen seiner allgemeinen Verfassung. So spekulativ wie der Anstieg ausgelöst wurde, wird er vermutlich auch wieder verschwinden.

Der Binnenmarkt wurde durch den Preisrückgang im September deutlich belebt. Mittlerweile gehen die Auftragseingänge wieder zurück. Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl wird von Kunden weiterhin sehr hoch gehalten. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem sehr starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends geben sich weiterhin als Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. In allen Zeitbereichen werden Abwärtsaussichten dargestellt.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Schauen Sie sich die Preisentwicklung täglich an. Sie hat noch ein wenig Potential nach unten.

An dieser Stelle weisen wir darauf hin, dass fossile Energieträger ab dem 1.1.2021 mit einem CO2-Aufschlag belegt werden. Für Heizöl beträgt er gut 8 Cent pro Liter. Darüber hinaus wird die Mehrwertsteuer auf ihren alten Wert von 19 Prozent zurückgesetzt. Insgesamt ist somit eine Preiserhöhung von 9 bis 10 Cent pro Liter zu erwarten.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom
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