Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Politische Klugheit dringend gesucht

Internationaler Markt

Die Ölbörsen können sich nicht vom Ost-West-Konflikt um die Ukraine befreien. Die stetige Erhöhung des politischen Drucks durch Wirtschaftssanktionen, die Exklusion Russlands und Verbalinjurien des Friedensnobelpreisträgers Obama, schaffen ein Klima latenten Kontrollverlusts der politischen Akteure. Man hat nicht den Eindruck, dass hier verantwortungsbewusstes Krisenmanagement betrieben, geschweige denn eine vom Friedenswillen geprägte Strategie verfolgt wird. Viel mehr sieht es so aus, als stolperten alle Beteiligten unachtsam in einen immer heißeren Konflikt, so wie die Ukraine selbst in die Auflösung ihrer staatlichen Struktur gestolpert ist. Dass ausgerechnet der Westen dabei als Steigbügelhalter agierte, nährt die Zweifel an seiner Friedenskompetenz. Die Unfähigkeit, aus hehren politischen Absichten gute Lebensumstände zu schaffen, stellte er in der jüngeren Geschichte leider vielfach unter Beweis. Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien geben davon Zeugnis. Bezogen auf die Ukraine ist derzeit sogar denkbar, dass sich die aggressive und völkerrechtswidrige Landnahme Russlands als für die Menschen der Krim friedensstiftende Maßnahme erweist. Niemand kann derzeit ausschließen, dass die Ukraine im Bürgerkrieg verbrennen wird, während die Krimbewohner im Frieden zuschauen. Genau das mag die Mehrheit der ukrainischen Soldaten auch gedacht haben, als sie sich in diesen Tagen freiwillig für den Verbleib auf der Krim unter russischer Flagge entschied. Es wäre der Gipfel politischer Dummheit, wenn die Auflösung der Ukraine einen heißen Ost-West-Konflikt auslösen würde. Niemand ist sich derzeit sicher, dass die Welt vor dieser Dummheit gefeit ist. Deshalb reagieren die Ölbörsen gereizt. Dass dabei bisher dennoch keine nennenswerte Preiserhöhung herauskam, ist der insgesamt hervorragenden Angebotslage am physischen Markt zu verdanken.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen heute Morgen. Die Vorgabe kommt von den Ölbörsen. Im Binnenmarkt setzt sich Kaufabstinenz durch. Deshalb werden schon wieder kleine Rabatte eingepreist. In anderen Worten, die Preissteigerung aus der Börsenlage wird nicht vollständig im Heizölpreis abgebildet. Die Preisaussichten sind aufgrund der ost-west-politischen Spannung durchwachsen. Ohne den Ukraine-Unfrieden würden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fallende Heizölpreise sehen. Wer politischen Instinkt hat, kann ihn nun gewinnbringend einsetzen, indem er sich für Kaufen oder Warten entscheidet. Aktuell sind die Heizölpreise noch gut. Sie sind deutlich günstiger als in den letzten drei Jahren zu Frühlingsbeginn. Wenn uns das politische Glück nicht verlässt, können sie bald noch günstiger sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ost-West-Konflikt um die Ukraine
China will Konjunktur staatlich ankurbeln
Libyen droht zu zerreißen
Unruhen in Venezuela

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Zweifel an Chinas Konjunktur
US-Konjunktur schwach
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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