Das Säbelrasseln am Persischen Golf wird lauter. Ölpreis klettert über 70 Dollar je Barrel
von Steffen Bukold

Internationaler Markt
Der Preis für Rohöl steigt aktuell auf 71 Dollar je Barrel und erreicht damit ein neues Monatshoch. Amerikanische Medien berichten über einen möglichen Angriff der USA auf den Iran schon an diesem Wochenende. Die Meldungen lösen eine breite Spekulationswelle an den Ölbörsen aus.
Bislang gibt es keine offizielle Bestätigung für diese Angriffspläne. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, heißt es aus dem Umfeld des US-Präsidenten. Unbestritten ist allerdings, dass die USA in den letzten Wochen immer mehr Schiffe und Ausrüstung in die Region verlegt haben, so dass auch ein größerer Militärschlag durchführbar wäre.
Bereits gestern legten die Preise für Brent-Rohöl zu, als die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland nach weniger als zwei Stunden abgebrochen wurden. Aber die Erwartungen waren hier ohnehin nicht hoch. Putin will seinen rücksichtslosen Angriff auf die Ukraine um jeden Preis fortsetzen. Und der Preis dafür steigt Jahr für Jahr: Schon heute ist das Land wirtschaftlich und technologisch völlig von Peking abhängig.
Am Ölmarkt steht jetzt wieder die Irankrise im Vordergrund. Noch am Dienstag machten einige positive Meldungen die Runde. Die Gespräche verlaufen konstruktiv, meldeten beide Seiten. Die Stimmung hielt jedoch nicht lange an. Teheran zieht die Verhandlungen in die Länge und führt Militärmanöver im Persischen Golf durch. Sie bremsen immer wieder für einige Stunden den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, dem Nadelöhr für die meisten Tanker am Persischen Golf. Das iranische Regime sorgte auch in früheren Konflikten auf diese Weise immer wieder für Nervosität an den Ölmärkten.
Außerhalb der Konfliktregionen ist die Lage im Ölmarkt ruhig. Es ist mehr als genug Rohöl vorhanden. Zusätzliches Öl soll bald aus Venezuela kommen. Der amerikanische Energieminister erwartet einen Produktionsanstieg um über 30 Prozent bis Ende des Jahres. Das wären zusätzliche 300-400.000 Barrel pro Tag. Ölexperten sehen das skeptischer. Sie rechnen mit greifbaren Ergebnissen nicht vor 2028. Der Trend ist jedoch unbestritten.
Die Rohölpreise schwanken seit Anfang des Monats zwischen 67 und 70 Dollar. Ölhändler, Raffinerien und Produzenten wirken damit bisher gleichermaßen zufrieden. Ohne die Irankrise könnte der Ölpreis rasch wieder Richtung 60 Dollar je Barrel fallen, so die allgemeine Erwartung.
Doch im Moment ist der Ölpreis in der Hand der Spekulanten. Die Ölbörsen wirken nervös. Brent-Rohöl kostet im Moment 70,99 US-Dollar je Barrel
. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 65,83 US-Dollar je Barrel
. Rotterdamer Gasoil wird zu 715,00 Dollar je Tonne gehandelt
. Der US-Dollar ist 0,8473 Euro wert
. Der Euro steht bei 1,1798 Dollar
. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.
Nationaler Markt
Auch die Heizölpreise machen heute einen Sprung nach oben. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 93,8 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das liegt nur wenige Cent unter dem bisherigen Jahreshoch.
Im Vergleich zu den internationalen Rohölbörsen bleibt es im deutschen Heizölmarkt bislang relativ ruhig. Die Zahl der Bestellungen liegt in dieser Woche nur auf einem durchschnittlichen Niveau. Ab der kommenden Woche sollen die Temperaturen in ganz Deutschland frühlingshafte Werte erreichen. Das wird zusätzlich für Entspannung sorgen.
Die tägliche Lesereinschätzung zeigt allerdings eine eher besorgte Grundhaltung. Knapp ein Drittel der Stimmen erwartet weiter steigende Heizölpreise. Das liegt über dem Durchschnitt.
Etwas Vorsorge kann in der Tat nicht schaden, wenn die Reserven im Heizöltank zur Neige gehen. Die Lage am Persischen Golf ist schwer einzuschätzen. Eine militärische Eskalation wird die Preise nach oben treiben, völlig unabhängig davon, ob die Ölversorgung tatsächlich gestört wird.
Allerdings gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Heizölpreise-Chart vom 19. Februar 2026
