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Huthi-Miliz rückt vor. Ölpreise springen nach oben

von Steffen Bukold

Huthi-Miliz rückt vor. Ölpreise springen nach oben

Internationaler Markt

Die Preise für Brent-Rohöl sprangen gestern steil nach oben und lagen zeitweise über 109 Dollar je Barrel. Im Moment kostet Brent immer noch über 105 Dollar. Das ist das höchste Niveau seit Mai.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat am Donnerstag den jemenitischen Hafen von Mokka eingenommen. Der Ort liegt nahe der Meerenge Bab el-Mandeb, dem südlichen Zugang zum Roten Meer. Die Miliz rückt damit an die engste Stelle der Wasserstraße vor und kann den Schiffsverkehr leichter als bisher stören. 

In den letzten Tagen haben die Huthi bereits mehrfach saudische Energieanlagen angegriffen. Damit spitzt sich die Lage am zweiten Schauplatz des Irankonflikts zu. Die saudische Ölförderung ist im August erneut gesunken und liegt auf dem niedrigsten Stand seit 1990. 

Auch an der Straße von Hormus ist keine Entspannung in Sicht. Die britische Seehandelsbehörde UKMTO meldete, dass am Donnerstag zwei Schiffe von Geschossen getroffen wurden. Offenbar wollen die Golfstaaten jetzt mit dem Iran und Oman über die Lage an der Meerenge verhandeln und eventuell den iranischen Forderungen nach einer Kontrolle der Meerenge und Abgaben für die Passage entgegenkommen.

Der Preisdruck bei den Ölprodukten ist im Moment noch größer als beim Rohöl. In den USA hat der Durchschnittspreis für Diesel gestern erstmals die Marke von sechs Dollar je Gallone überschritten, ein Plus von fast 60 Prozent seit Kriegsbeginn. Damit sind die Zeiten billigen Sprits bei einem Tankstellenpreis von umgerechnet knapp 1,40 Euro/Liter auch dort vorbei.

Auch China treibt jetzt erstmals seit Kriegsbeginn die Preise nach oben. Nachdem sich die chinesischen Raffinerien mit Ölkäufen monatelang zurückgehalten hatten, müssen sie nun wieder in den Markt zurückkehren, um ihre Lager aufzufüllen.

Apropos Lager: Der Wochenbericht des US-Energieministeriums fiel gestern relativ glimpflich aus. Der Lagerabbau hielt sich beim Rohöl in Grenzen, während die Bestände bei den wichtigsten Ölprodukten leicht zulegen konnten. Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,0 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -1,2 Mio. Barrel (DOE)

Die Ölbörsen starten aktuell mit leicht nachgebenden Preisen in den letzten Handelstag der Woche. Die Trader setzen offenbar auf einen Erfolg der Verhandlungen zwischen den Golfanrainern. Brent-Rohöl kostet aktuell 105,88 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 101,07 US-Dollar je Barrel Preise steigen. ICE-Gasoil wird zu 1.494,75 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8612 Euro wert Preise steigen. Der Euro notiert bei 1,1610 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Bei den Heizölpreisen geht es in dieser Woche steil aufwärts. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von schwindelerregenden 160 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist ein neues Jahreshoch. 

Dennoch bleibt die Zahl der Bestellungen in dieser Woche deutlich über dem Durchschnitt. Die Kaufbereitschaft, also das Verhältnis zwischen Preisanfragen und Bestellungen, bleibt dagegen im unteren Mittelfeld. Die Verbraucher zögern also und suchen nach passenden Angeboten, ordern dann aber doch. 

In der täglichen Lesereinschätzung gibt es keine große Veränderung. Im Moment rechnen 56 Prozent der Stimmen mit weiter steigenden Preisen, 44 Prozent erwarten fallende Notierungen. 

Zum Wochenende wird klar, dass die Risiken im Ölmarkt eher steigen als schrumpfen. Hormus, Rotes Meer, Russland und die Rekordmargen der Raffinerien sorgen in dieser Woche für den steilsten Preisanstieg seit dem Frühjahr. Wer auch jetzt noch vor einem leeren Tank steht, muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass der kommende Winter zu einer extrem teuren Heizsaison werden könnte.

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Heizölpreise-Chart vom 11. September 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 11. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 11. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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