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Heizölpreise bleiben in der Nähe des Jahreshochs

von Steffen Bukold

Heizölpreise bleiben in der Nähe des Jahreshochs

Internationaler Markt

Brent-Rohöl kostet am Morgen knapp 95 Dollar je Barrel. Die Preisrally der letzten Tage legt damit eine Pause ein. Von Entspannung kann auf den Energiemärkten aber keine Rede sein. Die Preise für Diesel/Heizöl, Benzin und Erdgas sind allesamt in der Nähe des Jahreshochs oder sogar darüber.

Im Vergleich dazu wirkt die Lage am Persischen Golf heute relativ ruhig. Seit knapp 24 Stunden gab es keinen bestätigten Schusswechsel mehr. US-Präsident Trump erklärte, die neuen Angriffe auf den Iran würden nicht allzu lange dauern. Verhandlungen gibt es allerdings nach wie vor nicht.

Wie es um die Straße von Hormus tatsächlich steht, bleibt unklar, denn die Angaben widersprechen sich. Washington meldet Rekordmengen: 17 Mio. Barrel sollen am Montag die Meerenge passiert haben. Am Dienstag soll die US-Marine 40 Schiffe mit zusammen 18 Mio. Barrel eskortiert haben. Die Schiffszählung des Branchendienstes Kpler kommt dagegen für Mittwoch auf ganze vier Handelsschiffe, bei einem Zehntagesschnitt von 13 Schiffen. 

Wie auch immer, die Ölversorgung wird zumindest als knapp wahrgenommen. Der Preisdruck kommt aktuell vor allem aus Asien. Indische und chinesische Raffinerien bieten in dieser Woche aggressiv auf Ladungen aus der Golfregion und treten damit gegen Käufer aus Japan und Südkorea an. 

Am Sonntag steht das nächste Treffen des Ölkartells OPEC+ an. Die Organisation ist allerdings nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Emirate (VAE) sind bereits ausgetreten. Auch Venezuela plant den Austritt, offenbar unter dem Druck der USA, die ihre Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie ausweiten wollen. Russland hat seine eigenen Exportprobleme und Saudi-Arabien hat erheblich an Einfluss verloren. Sollte sich die Lage am Golf beruhigen, wird ohnehin so viel Öl wie möglich exportiert. OPEC-Förderquoten spielen dann keine Rolle mehr.

Der gestrige Wochenbericht zum amerikanischen Ölmarkt zeigt die schwierige Lage. Die gewerblichen Rohölbestände sanken kräftig um 4,5 Mio. Barrel. Weitere 3,1 Mio. Barrel flossen aus der strategischen Ölreserve der USA. Trotzdem blieben die Lager für die wichtigsten Ölprodukte unverändert niedrig.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -4,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,6 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -3,1 Mio. Barrel (DOE)

Die Preise bleiben zum Börsenstart hoch, liegen aber leicht unter dem Niveau vom Mittwoch. Brent-Rohöl kostet aktuell 94,60 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 90,18 US-Dollar je Barrel Preise fallen. ICE-Gasoil wird zu 1.413,75 Dollar je Tonne gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar ist 0,8614 Euro wert Preise fallen. Der Euro notiert bei 1,1607 Dollar Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Nach dem fast senkrechten Anstieg der Heizölpreise in den letzten Tagen geht es am heutigen Morgen leicht abwärts. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt einen landesweiten Durchschnittspreis von knapp unter 150 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). 

Damit bleibt Heizöl in der Nähe der Panikpreise von Anfang April, dem bisherigen Jahreshoch. Damals kostete Rohöl allerdings fast 30 Prozent mehr als heute. Die Preislücke geht weitgehend auf das Konto der höheren Raffineriemargen. Zwar sind Heizöl, Diesel oder Benzin in Deutschland nicht knapp, aber das Preisniveau ist im Ausland höher. Daher wird viel exportiert, was dann auch hierzulande die Preise nach oben zieht.

Trotz der hohen Heizölpreise bleibt der Markt lebendig. Viele Haushalte haben die Kaufentscheidung vor sich hergeschoben, müssen nun aber wegen der nahen Heizperiode ordern. Die Zahl der Bestellungen bleibt daher in dieser Woche über dem Durchschnitt. Die Kaufbereitschaft, also das Verhältnis zwischen Preisanfragen und Bestellungen, bleibt im Mittelfeld. In der täglichen Lesereinschätzung überwiegt die Skepsis, wenn auch nur leicht: 55 Prozent der Stimmen rechnen mit weiter steigenden Preisen, 45 Prozent erwarten fallende Notierungen.

Fazit: Die aktuellen Heizölpreise wirken übertrieben hoch. Aber sie zeigen lediglich die Spannungen im Ölmarkt nach über sechs Monaten Krieg im Persischen Golf und über vier Jahren Krieg in der Ukraine. Die Raffinerien in Europa und in den USA arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Im Herbst könnte es technisch bedingte Ausfälle oder sehr lange Instandhaltungspausen geben. Das wird die Versorgungslage zusätzlich verschärfen. 

Wer vor einem fast leeren Tank steht, muss wohl oder übel auf Tage mit etwas schwächeren Preisen hoffen. Eine generelle Preisentspannung ist jedoch nicht in Sicht.

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Heizölpreise-Chart vom 03. September 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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