Ölpreise nahe 100 Dollar – Schiffspassagen durch die Straße von Hormus sinken weiter
von Claudia Lohse

Internationaler Markt
Der wieder aufgeflammte militärische Schlagabtausch im Nahen Osten treibt die Ölpreise energisch in Richtung 100-Dollar-Marke. Brent-Rohöl notiert heute Morgen bei rund 99,90 Dollar je Barrel.
Seit letzter Woche folgt ein Vergeltungsschlag auf den nächsten. Das US-Militär hat gestern fünf iranische Öltanker im Persischen Golf und im Golf von Oman angegriffen und versenkt – als Antwort auf zwei versuchte Angriffe auf ein US-amerikanisches Kriegsschiff. Iran reagierte wiederum mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in Jordanien. Zudem kündigte Teheran an, Tanker in der Nähe von Anlegestellen in Kuwait und Bahrain angreifen zu wollen und forderte die Schiffsbesatzungen auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Spirale der Eskalation dreht sich weiter. Von Verhandlungen ist derzeit keine Rede, und ein Ende des Konflikts rückt einmal mehr in die Ferne. Die Durchfahrten durch die Straße von Hormus, die vor dem Iran-Krieg eine der meistgenutzten Handelswege für den globalen Ölhandel war, gehen mit der steigenden Bedrohung weiter zurück. Der Ölmarkt quittiert das Risiko für die weltweite Versorgungslage mit steigenden Preisen.
Laut Tankertrackingdienst Kpler sollen am Dienstag lediglich sechs Handelsschiffe die Meerenge am Persischen Golf durchquert haben. Im Durchschnitt der letzten zehn Tage waren es noch zwölf Schiffe täglich.
Der Schiffsverkehr auf der von Saudi-Arabien für Öltransporte alternativ genutzten Route durch die Meerenge von Bab el-Mandeb am Roten Meer ist dagegen zuletzt vergleichsweise stabil geblieben. Der Zehn-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 27 Schiffen. Am Dienstag passierten dort immerhin 25 Frachter, obwohl die Situation im Süden Saudi-Arabiens zuvor ebenfalls eskaliert war. Die Huthi-Miliz aus dem Jemen hat dort vier Städte angegriffen und dabei mehrere saudische Energieanlagen stark beschädigt. Eine Verschärfung der Lage für den Tankerverkehr ist allerdings auch hier jederzeit denkbar.
Die Ölpreise setzen ihren Anstieg heute Morgen fort. Brent könnte die Marke von 100 Dollar knacken. Die Marktteilnehmer warten indes auf aktuelle Prognosen aus den drei anstehenden Monatsberichten in dieser Woche. Heute Abend macht der Report des US-Energieministeriums den Anfang.
Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 94,58 Dollar
. Brent kostet 99,94 US-Dollar das Barrel
. Eine Tonne Gasöl wird zu 1470,00 Dollar gehandelt
. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8592 Euro
. Damit ist der Euro für 1,1635 Dollar zu haben
. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise legen heute Morgen zu und markieren den höchsten Stand in diesem Jahr. Der bundesweite Durchschnittspreis bewegt sich in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 153,70 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Der militärische Schlagabtausch im Nahen Osten und die gestiegene Bedrohungslage rund um die Straße von Hormus treiben die Preise.
Die Hoffnung vieler Heizölkunden, dass der nahende Herbst bessere Preise bringen würde, erfüllt sich zurzeit nicht. Die Krise am Persischen Golf hält an, und auch die Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen gehen weiter und beschränken die Verfügbarkeit von Raffinerieprodukten deutlich.
Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden steht auf mittlerem Niveau. Gleichzeitig überwiegt die pessimistische Preiserwartung: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung rechnen nur 48 Prozent der Befragten mit sinkenden Preisen.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer seinen Tank füllen muss oder möchte, sollte derzeit nicht darauf setzen, dass Heizöl schon bald deutlich billiger wird. Der ideale Kaufzeitpunkt lässt sich aktuell noch schwieriger bestimmen als ohnehin. Eine Möglichkeit ist deshalb, den Bedarf auf mehrere Käufe zu verteilen und zunächst nur einen Teil zu ordern. So bleibt Spielraum, zu einem späteren Zeitpunkt bei günstigeren Preisen nachzukaufen.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
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Heizölpreise-Chart vom 09. September 2026
