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Im Nahen Osten haben die USA die Kontrolle verloren

von Klaus Bergmann

Im Nahen Osten haben die USA die Kontrolle verloren

Internationaler Markt

Der Anstieg der Ölpreise setzt sich mit unverminderter Wucht fort. Seit Eröffnung der Börse vor einer Woche gewann Rohöl gut zehn Prozent an Wert. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel, legte um fast 13 Prozent zu. Auf Sicht von zwei Wochen beträgt der Anstieg für Rohöl gut 20 Prozent und der für Gasöl über 21 Prozent. Wesentliche Ursache für diese Entwicklung ist die Eskalation der Gewalt an und auf der Arabischen Halbinsel.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist weiter gesunken. In der letzten Woche fiel er auf eine einstellige Tageszahl. Unter den sieben Schiffen, die letzten Donnerstag gezählt wurden, befand sich lediglich ein Öltanker. Vor Beginn des Iran-Kriegs waren es rund 125 große Handelsschiffe täglich. Die tatsächliche Zahl könnte allerdings etwas höher liegen, da einige Schiffe ihre Ortungssysteme abgeschaltet haben, um einer Erfassung durch iranische Behörden zu entgehen.

Besser sah es dagegen im Roten Meer aus. Auf der Route durch die Straße von Bab el-Mandeb fuhren letzten Donnerstag noch 26 Handelsschiffe und damit ungefähr so viele wie im Zehn-Tage-Durchschnitt. Nun haben die Huthi Milizen ihren Vormarsch im Jemen allerdings bis an die strategisch wichtige Meerenge ausgeweitet. Nach der Einnahme der Hafenstadt Mokka sollen sie auch die gegenüber der Insel Perim gelegene Küstenstadt Dhubab erobert haben und bis nach Perim vorgedrungen sein. Damit wächst die Gefahr, dass die Miliz ihren Einfluss auf eine der wichtigsten internationalen Schifffahrtsrouten deutlich ausbaut.

Die Kontrolle über die Straße von Bab el-Mandeb könnte den Schiffsverkehr im Roten Meer erheblich beeinträchtigen und dem Iran im Konflikt mit den USA einen strategischen Vorteil verschaffen. Für Saudi-Arabien wäre dies besonders problematisch, da das Land wegen der weitgehend blockierten Straße von Hormus verstärkt auf die Exportroute über das Rote Meer angewiesen ist. Berichten zufolge drängte Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Trump deshalb zu Luftangriffen gegen die Huthi, was dieser jedoch abgelehnt haben soll.

Darüber hinaus meldet Saudi-Arabien Angriffe auf seine Ost-West-Pipeline und ihre vorübergehende Abschaltung. Über diese Leitung wurde das im Osten geförderte Öl zum Hafen Yanbu am Roten Meer transportieren, um die Straße von Hormus zu umgehen. Das Unterfangen verlief zuletzt recht erfolgreich. Der Angriff auf die Pipeline soll allerdings nicht aus dem Huthi-Gebiet, sondern aus dem Irak erfolgt sein. Als mögliche Urheber werden vor allem proiranische schiitische Milizen im Irak vermutet. Eine direkte iranische Beteiligung wird ebenfalls diskutiert, ist bislang jedoch nicht belegt.

Vor diesem Hintergrund wäre ein für heute geplantes Treffen zwischen Vertretern Irans und mehrerer Golfstaaten zur Einrichtung einer vorübergehenden Fahrspur durch die Straße von Hormus ein Funke Hoffnung. Das Treffen wurde aber vom Oman mit der Begründung abgesagt, zunächst bessere Voraussetzungen für einen Konsens und nachhaltige Vereinbarungen zur regionalen Sicherheit schaffen zu wollen. Ein neuer Termin für solche Gespräche steht noch aus.

Die Lage ist so unübersichtlich wie brisant. Sie trifft den Ölmarkt in einem Moment, da China seinen Bedarf an Öl wieder hochfährt. Bisher war die chinesische Kaufzurückhaltung Balsam für eine einigermaßen auskömmliche Versorgung. Sie führte dazu, dass die IEA (Internationale Energieagentur) die Ölnachfrage für 2026 um 2,5 Mio. Barrel pro Tag geringer einschätzt als im Vorjahr. Darin steckt ein Verlust von OPEC-Öl in Höhe von 6,3 Mio. Barrel pro Tag. Ein kleiner Teil davon wurde durch Öl aus Nicht-OPEC-Quellen gedeckt. Der größere Teil stammt aus Lagerentnahmen. Im nächsten Jahr sollten Angebot und Nachfrage nach IEA-Vorstellungen wieder steigen. Dazu bedarf es allerdings des Einfrierens der Fronten zwischen USA und Iran sowie Russland und Ukraine.

Vor diesem Hintergrund ist kein Ende tendenziell bullischer Ölpreise absehbar, zumal Donald Trump sich mittlerweile vollends als Zauberlehrling entpuppt hat, der die Besen nicht zu bändigen weiß, die er gerufen hat. Als Meister könnte hier allenfalls noch das US-amerikanische Wahlvolk helfen, das der Beschreibung nach der Souverän sei.

Zum Wochenstart an den Börsen stehen die Ölnotierungen wieder auf oder nahe an den Spitzenwerten der letzten Woche. Die Steigerungsraten sind mittlerweile bei Rohöl und Gasöl ähnlich hoch. Besseres lässt sich zur Stunde leider nicht darstellen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 103,57 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 108,47 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.518,75 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8667 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1536 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen immer höher, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben. Im Gegensatz zu Rohöl und Gasöl haben die Heizölpreise mittlerweile Spitzenwerte erreicht, die zuletzt bei Ausbruch des Ukraine-Kriegs getoppt wurden. Den nationalen Preisen wurden in der Zwischenzeit allerdings nicht zu vernachlässigende CO2-Ablässe zugemutet, die die internationalen Vorgaben nicht kennen. Darüber hinaus sind die Rheinfrachten aufgrund niedriger Pegelstände immer noch drei- bis fünfmal so teuer wie üblich.

Im Binnenmarkt ist die Nachfrage sprunghaft gestiegen, während oder weil die Hoffnung auf bessere Preise quasi begraben wurde. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem bisher nicht gekannten Minderheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Ein Ende des hohen Preisniveaus ist nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im Verlauf des kommenden Jahres hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 14. September 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 14. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 14. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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