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Militärische Eskalation am Persischen Golf. Starker Lagerabbau in den USA. Ölpreise trotzdem stabil

von Steffen Bukold

Militärische Eskalation am Persischen Golf. Starker Lagerabbau in den USA. Ölpreise trotzdem stabil

Internationaler Markt

In der letzten Nacht eskalierte die Lage am Persischen Golf. Die USA beschossen zahlreiche militärische Ziele im Iran, der seinerseits mit Attacken auf Nachbarländer und US-Stützpunkte in der Region antwortete. Die Straße von Hormus sei jetzt wieder vollständig geschlossen, hieß es in Teheran. Das US-Regionalkommando Centcom dementierte das allerdings.

Der Schlagabtausch kam nicht unerwartet. Wochenlange Verhandlungen waren im Sand verlaufen. In den letzten Tagen wiederholte sich das übliche Spiel: Israel griff Stellungen der Hisbollah im Libanon an, die ihrerseits immer wieder Raketen auf Israel abgefeuert hatten. Für Teheran war das der Vorwand, um Israel und amerikanische Truppen in der Region anzugreifen. Daraufhin bombardierten die USA Stellungen der Iraner. 

US-Präsident Trump hatte immer wieder versucht, die pausenlosen Konfrontationen der letzten Woche als Teil eines funktionierenden Waffenstillstands herunterzuspielen. Die aktuelle Eskalation zeigt, dass eine Verhandlungslösung nach wie vor in weiter Ferne ist. Offenbar hofft das Weiße Haus nun wie im April, dass die iranische Führung nur mit militärischen Mitteln zu einer Verhandlungslösung gezwungen werden kann. 

Die Ölpreise legten vor dem Hintergrund der heftigen Kämpfe zunächst von 91 auf 95 Dollar je Barrel zu, beruhigten sich aber am heutigen Morgen, als die USA ein Ende der Angriffe verkündeten. Zum Börsenstart in Europa kostet Brent-Rohöl nur noch 93 Dollar je Barrel.

Die Preisreaktion bleibt also bisher sehr verhalten. Vergleichbare Eskalationen im März oder April ließen die Rohölpreise auf ein Niveau weit über 100 Dollar springen. Der Rohölmarkt gilt mittlerweile als ausreichend versorgt, auch wenn der „Dark Transit“ einzelner Tanker durch die Straße von Hormus im Moment wohl nicht mehr möglich ist.

Doch dieses Gleichgewicht ist nicht stabil. Neue Zahlen zum amerikanischen Ölmarkt zeigten gestern, dass die Lagerbestände nach wie vor in raschem Tempo abgebaut werden. Die Rohölbestände des Staates und der Unternehmen schrumpften um 15 Mio. Barrel im Vergleich zur Vorwoche. 

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -7,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -9,1 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API) 
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -7,9 Mio. Barrel (DOE)

In der nationalen Ölreserve der USA liegen jetzt nur noch 349 Mio. Barrel. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Freigabe neuer Reserven beendet wird, wenn die Marke von 300 Mio. Barrel unterschritten wird. Doch dann könnten vor allem die Benzinpreise in den USA mitten in der Urlaubszeit steil ansteigen. Washington könnte, wenige Monate vor Kongresswahlen, die Ölexporte beschränken. Das hätte erhebliche Konsequenzen für die EU und Deutschland, wo die Märkte auf zusätzliches amerikanisches Öl angewiesen sind. 

Doch die Ölmärkte bleiben optimistisch. Trotz der Eskalation in der letzten Nacht bleiben die Rohölpreise weit unter der 100-Dollar-Marke. Brent-Rohöl kostet aktuell 93,21 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 90,30 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 1052,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8658 Euro wert Preise stagnieren. Der Euro steht bei 1,1547 Dollar Preise stagnieren. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ignorieren die internationalen Turbulenzen und bleiben den dritten Tag in Folge stabil. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von 120 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das bisherige Krisentief von 116 Euro, das Ende Mai erreicht wurde, bleibt also in Sichtweite.

Seit Anfang März, also seit dem Start der Irankrise, ist der deutsche Heizölmarkt ungewöhnlich ruhig. Die Zahl der Bestellungen stieg in dieser Woche, bleibt aber unter den üblichen Werten. Die regionalen Preisunterschiede sind gering, was auf eine gute Liefersituation deutet.

Trotzdem zögern viele Haushalte. Sie hoffen offenbar auf niedrigere Preise. Die täglich ermittelte Lesereinschätzung zeigt einen Anteil der Preisoptimisten von 70 Prozent. 

Viele Haushalte schieben die Bestellung auf, doch das ist nicht ohne Risiko. Spätestens im Herbst werden die Tankstände in vielen Heizkellern ein kritisches Niveau erreicht haben. Wenn dann das internationale Preisumfeld ungünstig sein sollte, wird die Bestellflut weiter ansteigen. Das könnte zu Lieferproblemen und hohen Preisen führen. Es lohnt sich also, rechtzeitig vorzusorgen.

Außerdem gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 11. Juni 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 11. Juni 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 11. Juni 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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