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Fortsetzung der Atomverhandlungen in Genf. Berlin beschließt weitreichende Änderungen für Ölheizungen 

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Der Ölmarkt blickt heute gebannt auf die Fortsetzung der Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran in Genf. Die Rohölpreise verharren knapp über 70 Dollar je Barrel und bewegen sich kaum von der Stelle. 

Im Vorfeld geben sich die Unterhändler wie üblich optimistisch. Doch die Lage ist unsicher. Teheran spielt wie in früheren Verhandlungen auf Zeit. Die USA drängen dagegen auf rasche Erfolge. Trump muss Erfolge vorweisen können, bevor er die massiven Flottenverbände ohne Gesichtsverlust wieder abziehen kann. 

Die Ölexporteure am Persischen Golf, auch der Iran, haben ihre Ölausfuhren in den letzten Tagen beschleunigt und so viele Tanker wie möglich durch die Straße von Hormus gebracht. Die Spannungen führen deshalb paradoxerweise dazu, dass das Ölangebot erst einmal zunimmt. 

Dafür sorgt auch Ölkartell OPEC+. Beobachter gehen davon aus, dass die Kartellstaaten die Ausweitung ihres Ölangebots beschließen werden, um Marktanteile russischer Exporteure in Asien wieder zurückzugewinnen.  

Für Entspannung sorgte auch der Wochenbericht des amerikanischen Energieministerium. Er meldete gestern den stärksten Aufbau der Rohöllager seit drei Jahren. Die Tanklager füllten sich im Wochenvergleich mit 16 Mio. Barrel Rohöl, während es bei Benzin und Heizöl/Diesel nur geringe Veränderungen gab. 

Der Anstieg dämpfte zwar die Ölpreise, konnte den Trend aber nicht umkehren. Das lag vor allem daran, dass die Zahlen im vorletzten Bericht nicht zueinander passen wollten. Die offenbar falschen Zahlen führten dazu, dass letzte Woche ein zu starker Abbau der Rohölbestände gemeldet wurde. Die Korrektur lässt die Zahlen jetzt in die andere Richtung ausschlagen. Unter dem Strich steht ein moderater Lageraufbau, der in das allgemeine Bild passt.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: +16,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +11,4 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,8 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,5 Mio. Barrel (API) 

Kurz vor Börsenstart bewegen sich die Ölpreise nur wenig. Die Trader blicken gespannt Richtung Genf und warten ab. Brent-Rohöl kostet aktuell 70,87 US-Dollar je Barrel Preise stagnieren. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 65,43 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Rotterdamer Gasoil wird zu 732,75 Dollar je Tonne gehandelt Preise stagnieren. Der US-Dollar ist 0,8461 Euro wert Preise fallen. Der Euro steht bei 1,1816 Dollar Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Auch die deutschen Heizölpreise schwanken seit einer Woche nur minimal. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen kaum veränderten landesweiten Durchschnittswert von 96,1 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). 

Die Zahl der Bestellungen bleibt derzeit unter dem Durchschnitt. Das liegt wohl vor allem an den sehr milden Temperaturen und den vergleichsweise hohen Preisen. Aber auch die aktuellen Meldungen über die Zukunft der Öl- und Gasheizungen sorgen in dieser Woche für Ablenkung.

Die Koalition hat sich in Berlin auf die Neufassung des Heizungsgesetzes geeinigt, das jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz  heißt. Viele wichtige Details sollen erst in den Wochen bis Ostern beschlossen werden, aber einige Eckpunkte sind bereits klar.

Ab 2029, also in knapp drei Jahren, sollen neue Ölheizungen mit einem wachsenden Anteil von „Bioöl“ arbeiten, was in den meisten Fällen wohl auf Biodiesel oder HVO hinausläuft. Die Beimischungsquote soll in neuen Heizungen bei mindestens zehn Prozent liegen und in den Folgejahren steigen. Wie schnell, ist noch unklar.

Schon ab 2028 soll der Handel dafür sorgen, dass das gesamte Heizöl einen Anteil von mindestens einem Prozent Bioöl enthält. Das soll dafür sorgen, dass auch die Ölheizungen im Bestand weniger CO2 emittieren. Die Beimischungsquote soll danach steigen. Wie schnell, ist auch hier noch unklar.

Damit entfällt die Vorgabe aus dem alten Heizungsgesetz, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Die finanzielle Förderung von Wärmepumpen wird allerdings weitgehend unverändert fortgesetzt. 

Da Biodiesel wegen der geringeren Steuern und Abgaben derzeit nur wenig teurer ist als fossiles Heizöl, sollte sich der Heizölpreis also erst einmal nur wenig bewegen. Ein Prozent der Heizölmengen könnte die deutsche Biodieselbranche ohne Probleme bereitstellen.

Das könnte sich aber in ein paar Jahren ändern. Die Nachfrage nach Biokraftstoffen steigt weltweit im Straßenverkehr, im Flugverkehr und im Schiffsverkehr. Die Preise könnten bald folgen.

Daher gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 26. Februar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 26. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 26. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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