Zum Seiteninhalt

Iran-Krieg: Straße von Hormus ist geschlossen. Rohölbörsen noch relativ ruhig. Kaufpanik im Heizölmarkt

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Der deutsche Heizölmarkt fällt in diesen Tagen von einer Ohnmacht in die nächste: Erst das neue Heizungsgesetz, jetzt der Ausbruch des Irankriegs.

Am Samstag griffen die USA und Israel den Iran mit koordinierten Luftschlägen an. Ziele waren Militäreinrichtungen, Atomanlagen sowie die politische und militärische Führung des Landes. Dabei wurde auch Ali Chamenei getötet, der seit fast 40 Jahren an der Spitze des religiösen und staatlichen Herrschaftsapparates stand. 

Teheran schlägt seither mit Hunderten von Drohnen und Raketen zurück. Mehrere US-Soldaten wurden getötet. Die größte saudische Raffinerie musste nach Drohnenangriffen ihren Betrieb einstellen. Die gesamte Region rund um den Persischen Golf ist betroffen.

Schon jetzt ist klar, dass der Konflikt eine weitaus größere Dimension hat als die Bombenangriffe im letzten Sommer. Für das iranische Regime geht es ums Überleben. Nach den ersten amerikanischen Verlusten steht nun auch für Trump viel auf dem Spiel. Ein rascher Rückzug mit leeren Händen wäre für das Weiße Haus ein politisches Desaster. 

Auch für den Ölmarkt hat der Krieg eine neue Dimension. Die Straße von Hormus ist zum ersten Mal seit über 40 Jahren nicht mehr passierbar. Sie ist das Nadelöhr, das fast alle Tanker aus Saudi-Arabien, Kuweit, Irak, Katar, Oman passieren müssen. Das gilt auch für die zahlreichen LNG-Tanker (verflüssigtes Erdgas) aus Qatar.

Schon jetzt stauen sich 40 Supertanker vor der Meeresenge. Etwa 20 Prozent des globalen Öls, also 20 Mio. Barrel pro Tag, kommen aus der Region, die jetzt vom Rest der Welt abgeschnitten ist. 

Die Ölbörsen öffnen in diesen Minuten. Im vorbörslichen Handel wurde bereits klar, dass die Preisreaktion heftig ausfallen wird. Brent-Rohöl steht bei knapp 80 Dollar je Barrel. Das sind 10 Dollar mehr als am Freitag. 

Das ist ein Preissprung nach oben, zweifellos, aber Panik ist nicht zu spüren. Viele Händler setzen offenbar darauf, dass die Straße von Hormus nur einige Tagen geschlossen bleibt. Pessimistischer geht es im Gasmarkt zu. Die Erdgaspreise sprangen im frühen Börsenhandel mehr als 20 Prozent nach oben.

Doch das sind nur Momentaufnahmen. Die Ölpreise werden in den nächsten Tagen stark schwanken. Sollte die Straße von Hormus über einen längeren Zeitraum unpassierbar bleiben, werden wohl rasch 100 Dollar je Barrel erreicht. Bahnt sich eine Entspannung an, können sich die Preise rasch normalisieren.

Brent-Rohöl kostet aktuell 80,02 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 73,03 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 919,25 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8537 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1710 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise in Deutschland klettern im Moment sogar noch schneller nach oben als die internationalen Rohölpreise. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell (9 Uhr) einen landesweiten Durchschnittspreis von über 109 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind 13 Euro mehr als am Freitag. Höhere Preise gab es zuletzt im November 2023.

Bei den Verbrauchern macht sich Kaufpanik breit. Die Zahl der Bestellungen sprang schon am Wochenende auf Rekordhöhen. Heute wird es wohl nicht anders sein. Das zeigt sich auch in der täglich erhobenen Lesereinschätzung. Zwei Drittel der Stimmen erwarten weiter steigende Heizölpreise – ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Die deutsche Ölversorgung ist vom Krieg am Persischen Golf nicht direkt betroffen. Die wichtigsten Lieferanten für den deutschen Ölmarkt sind Norwegen, die USA, Libyen und Kasachstan. Aber der Ölmarkt ist ein globaler Markt: Bei den Preisen sitzen alle im selben Boot. 

Müssen die Heizölverbraucher also den aktuellen Preisen hinterherlaufen? Wer noch Reserven für die kommenden Monate hat, sollte das nicht tun. Früher oder später wird sich die Ölversorgung wieder normalisieren. Wer schon jetzt nachkaufen muss, sollte die Menge begrenzen und die stark schwankenden Angebote besonders gründlich vergleichen.

Bei den aktuellen Preisen gilt mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 02. März 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 02. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

Lesen Sie auch: