Trumps State-of-the-Union-Rede liefert kaum neue Impulse – Ölpreis etwas weicher
von Claudia Lohse

Internationaler Markt
Die Ölpreise treten zum Auftakt in die Wochenmitte leicht den Rückzug an – allerdings von einem Niveau, das weniger durch physische Knappheit als durch geopolitische Nervosität gestützt wird. Brent-Rohöl startet bei 70,80 Dollar je Barrel. Zuletzt trieb vor allem die Sorge vor einer Eskalation zwischen den USA und Iran die Notierungen. Von einer realen Angebotsknappheit kann indes keine Rede sein.
Trumps Ansprache zur Lage der Nation („State of the Union“) brachte zu den für den Ölmarkt zentralen Themen Iran, Ukraine und Zölle kaum neue Impulse. Entspannung signalisierte sie jedoch ebenso wenig. Der US-Präsident bekräftigte bei seinem Auftritt gestern Abend um 21 Uhr Ortszeit einmal mehr, eine iranische Atombombe „um jeden Preis“ verhindern zu wollen.
Die nächste Verhandlungsrunde über das iranische Atomprogramm soll am Donnerstag stattfinden. Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt äußerst angespannt. Washington hat seine militärische Präsenz in der Region deutlich ausgeweitet, während die Iranischen Revolutionsgarden Militärübungen im Süden Irans und auf den Inseln im Persischen Golf abhalten. Trump hat der Führung in Teheran mehrfach mit einem Militärschlag gedroht, sollten die Gespräche scheitern.
Doch noch ist kein einziges Fass weniger auf dem Weltmarkt. Der Ölpreis reagiert derzeit nicht auf eine tatsächliche Verknappung, sondern auf die Möglichkeit einer Eskalation. Eingepreist ist ein geopolitischer Risikoaufschlag, der sich aus der Angst speist, dass eine militärische Zuspitzung die Lieferströme im Nahen Osten treffen könnte.
Auf die Ukraine-Friedensverhandlungen ging Trump nicht näher ein, wohl auch weil konkrete Fortschritte ausbleiben. Indes hat Großbritannien gestern sein bislang größtes Sanktionspaket gegen Russland beschlossen, um wirtschaftlichen Druck auszuüben. Seit Beginn des Krieges vor vier Jahren sind Russlands Einnahmen aus Ölverkäufen Schätzungen zufolge um rund 27 Prozent gesunken. Die Exportmengen blieben weitgehend stabil. Moskau konnte seine Fässer weiterhin absetzen, jedoch mit deutlichen Preisabschlägen. Für den Ölmarkt bedeutet das: Das globale Angebot ist trotz Krieg nicht spürbar geschrumpft.
In der Handelspolitik beharrt Trump trotz des jüngsten juristischen Rückschlags darauf, alternative Zollwege beschreiten zu wollen, für die er keine Zustimmung des Kongresses benötigt. Ob diese rechtlich Bestand haben, ist offen. Für die globale Wirtschaft ist das Zoll-Chaos nach dem Urteil des Supreme Courts ein Unsicherheitsfaktor, der auch die Ölnachfrage treffen könnte. Aktuell überlagert allerdings das geopolitische Risiko im Nahen Osten die konjunkturellen Sorgen.
Heute Morgen belasten gestiegene US-Rohölvorräte die Notierungen. Nach Angaben des Branchenverband API legten die landesweiten Lagerbestände in der vergangenen Woche massiv zu. Das deutet auf eine mehr als komfortable Versorgungslage hin und kann sich kurzfristig preisdämpfend auswirken, sofern die offiziellen Daten des Energieministeriums DOE den Trend bestätigen. Sie werden am Nachmittag veröffentlicht.
Die Ölnotierungen beginnen den Tag weicher und suchen ihre Richtung. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 65,61 Dollar
. Brent kostet 70,80 US-Dollar das Barrel
. Eine Tonne Gasöl wird zu 733,50 Dollar gehandelt
. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8482 Euro
. Damit ist der Euro für 1,1786 Dollar zu haben
. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise geben leicht nach und folgen damit den Impulsen vom internationalen Ölmarkt. Am Morgen bewegt sich der bundesweite Durchschnittspreis in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 96,30 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Nach dem jüngsten Aufwärtslauf liegen die Heizölbestellungen auf einem durchschnittlichen Niveau. Manche greifen zu, um einem möglichen weiteren Anstieg zuvorzukommen, der durch eine Eskalation im Nahen Osten ausgelöst werden könnte. Andere warten lieber ab. Die Hoffnung auf einen Preisrückgang ist derzeit vergleichsweise zurückhaltend.
In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten nur noch 61 Prozent der Befragten künftig sinkende Preise.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer zeitnah Heizöl braucht, sichert sich mit einer Bestellung ab. Der Preis ist im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin moderat.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Heizölpreise-Chart vom 25. Februar 2026
