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Internationale Ölbörsen bleiben entspannt. Ölraffinerien sorgen für steilen Anstieg der deutschen Heizölpreise  

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Tag 3 im Iran-Krieg. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Amerikanische und israelische Streitkräfte bombardieren Ziele im Iran, das mit immer neuen Wellen von Drohnen und Raketen auf US-Stützpunkte, Öl- und Gasanlagen am Persischen Golf und zivile Einrichtungen in der Region antwortet.

Die Schäden für die Öl- und Gasversorgung sind unübersehbar. Saudi-Arabien musste seine größte Raffinerie herunterfahren, Katar den größten LNG-Exportterminal der Welt. LNG ist verflüssigtes Erdgas, auf das auch die deutsche Gasversorgung angewiesen ist. 

Das größte Problem bleibt jedoch die Straße von Hormus. Die offensichtlichen Risiken und unklare Statements aus Teheran verhindern die Passage von Öltankern und LNG-Tankern bereits seit Samstag. 

Die Ölbörsen haben gestern relativ entspannt reagiert. Die Preise für die Rohölsorte Brent stiegen zunächst von 73 auf über 82 Dollar je Barrel, pendelten sich dann aber bei 78 Dollar je Barrel ein. Noch immer vertrauen viele Händler und Importeure darauf, dass sich die Ölversorgung schnell wieder normalisiert. Der Ölpreisschock kommt daher in Raten. 

Heute geht es wieder aufwärts. Zum Börsenstart kostet Öl um die 81 Dollar je Barrel. Ein Teil der Kosten ist allerdings nicht direkt sichtbar, da sie in den mittlerweile sehr hohen Charterraten für Öltanker stecken. Viele Schiffe hängen auf beiden Seiten der Straße von Hormus fest und fehlen jetzt im Markt.  

Weitaus dramatischer ist die Lage im Gasmarkt. Hier haben sich die Preise im Großhandel seit letzter Woche fast verdoppelt. Europa importiert etwa die Hälfte seines Gasbedarfs mit LNG-Tankern. Der größte Teil davon kommt aus den USA, aber der Markt ist eng und die Ausfälle am Persischen Golf sind nur schwer ersetzbar.

Das hat sich offenbar bis nach Peking herumgesprochen. China ist neben Russland der wichtigste Verbündete des Regimes in Teheran. Sie profitieren seit vielen Jahren von hohen Preisrabatten für ihre Importe aus dem sanktionierten Iran. Jetzt drängen sie Teheran dazu, die Straße von Hormus offen zu halten. Ohne das Öl aus den Staaten vom Persischen Golf müssten sie schon in wenigen Wochen die nationalen Reserven öffnen, um die eigene Ölversorgung zu sichern.

Brent-Rohöl kostet kurz nach Börsenstart 80,60 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 73,74 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 964,75 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8593 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1633 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise in Deutschland springen heute erneut nach oben. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell (9.30 Uhr) einen landesweiten Durchschnittspreis von über 121 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind 25 Euro mehr als am Freitag. 

Rechnet man die fixen Steuern und Abgaben heraus, ist Heizöl um 40 Prozent teurer geworden. Die internationalen Rohölpreise können den enormen Preissprung nicht erklären. Dort sind die Preise seit Freitag nur um 10 Prozent gestiegen. 

Die Ursache liegt schon eher bei den Preisen für Gasoil, dem Vorprodukt der Raffinerien für Diesel und Heizöl. Dort haben die Raffinerien der Ölkonzerne ihre Preise seit Freitag um 30 Prozent angehoben, obwohl es keine Lieferstörungen gibt und die Lagerbestände auf einem normalen Niveau liegen.

Die Preisexzesse im Heizölmarkt schrecken jetzt offenbar auch immer mehr Heizölkunden ab. Nach der Kaufpanik am Wochenende sinkt die Zahl der Bestellungen allmählich, ist aber noch immer sehr hoch. Der Preispessimismus ist aber noch immer stark ausgeprägt, wie die täglich erhobene Lesereinschätzung zeigt.

Die Lage am Persischen Golf bleibt brenzlig. Der Krieg kann morgen enden oder sich noch über Monate hinziehen. Die Heizölpreise werden in den nächsten Wochen stark schwanken, so dass Nervenstärke gefragt ist. Wer jetzt nicht kaufen muss, sollte das Ende des Preissturms abwarten. Die aktuellen Preise für Heizöl haben mit der tatsächlichen Versorgungslage nicht mehr viel zu tun.

In dieser Lage gilt mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 03. März 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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