Ölpreis bleibt anfällig für geopolitische Schocks
von Claudia Lohse

Internationaler Markt
Die fortlaufenden Angriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf und auf Saudi-Arabiens Ölinfrastruktur halten die Risikoprämie am Ölmarkt hoch. Einzelne Meldungen führen immer wieder zu kurzfristigen Preisanstiegen. So legte der Ölpreis gestern Vormittag zu, nachdem die jemenitische Huthi-Miliz einen Angriff auf die wichtige saudische Ölraffinerie in Ras Tanura gemeldet hatte. Doch der Preisanstieg reichte nicht aus, um die Hochs vom Montag zu überschreiten. Nachdem der Brand in Ras Tanura Berichten zufolge zügig gelöscht worden war, setzten Gewinnmitnahmen an der Ölbörse ein.
Dieses Muster zeigt sich derzeit immer wieder: Die geopolitischen Risiken sind bereits hoch eingepreist. Für einen weiteren nachhaltigen Preisanstieg braucht es offenbar Hinweise darauf, dass tatsächlich Ölangebot in größerem Umfang ausfällt.
Heute Morgen notiert Brent-Rohöl bei 116 Dollar je Barrel. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick zunehmend auf die am 3. November anstehenden US-Zwischenwahlen und auf den Ausgang der gestrigen Parlamentswahlen in Israel. Die beiden politischen Weichenstellungen könnten beeinflussen, wie sich der Konflikt mit dem Iran weiterentwickelt – und damit auch, wie hoch die Risikoprämie am Ölmarkt ausfällt.
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die USA ihre Angriffe auf den Iran nach den Midterms wieder aufnehmen könnten. Gleichzeitig stellte er eine Verhandlungslösung in Aussicht. Berichte über konkrete Planungen für Angriffe erhöhen derzeit allerdings die Unsicherheit. Es stellt sich zudem die Frage, ob die USA und ihr Verbündeter Israel gemeinsame Angriffe starten würden. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat wiederholt seine Unterstützung für Trump betont.
Die Marktteilnehmer beobachten vor diesem Hintergrund den Wahlausgang in Israel. Bislang hat sich eine Pattsituation zwischen der Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot ergeben. Stand heute Morgen kann Netanjahu keine Regierung bilden. Das endgültige Ergebnis steht noch aus.
Welche Konsequenzen das Wahlergebnis für die Region haben wird, ist offen. Denkbar ist, dass Netanjahu noch vor Bildung einer neuen Regierung eine weitere militärische Eskalation unterstützt.
Für die weitere Ölpreisentwicklung ist damit entscheidend: Werden die politischen Weichenstellungen die Eskalation fördern oder bremsen?
Die Notierungen an der Ölbörse starten heute oberhalb ihrer gestrigen Tagestiefs. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 101,90 Dollar
. Brent kostet 116,02 US-Dollar das Barrel
. Eine Tonne Gasöl wird zu 1460,75 Dollar gehandelt
. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8993 Euro
. Damit ist der Euro für 1,1117 Dollar zu haben
. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise tendieren am Mittwochmorgen abwärts. Sie reagieren damit zeitverzögert auf den gestrigen Preisrückgang am internationalen Markt. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 172,60 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Doch die geopolitischen Risiken bleiben hoch. Eine weitere Eskalation im Nahen Osten könnte die Ölpreise erneut nach oben treiben. Ob es nach den US-Zwischenwahlen zu einer militärischen Verschärfung kommt oder Donald Trump auf eine Verhandlungslösung setzt, ist weiterhin offen. Damit bleibt auch das Potenzial für nachhaltige Preisrückgänge begrenzt.
Die Kaufbereitschaft der Heizölkunden steht saisonbedingt dennoch auf der zweithöchsten Stufe. Gleichzeitig rechnen vergleichsweise wenige mit günstigeren Kaufgelegenheiten: In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten lediglich 58 Prozent der Befragten sinkende Preise.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Sorgen Sie für den Winter vor, wenn der Tank es verlangt. Mit einer Teilbestellung sind Sie derzeit weiterhin auf der sicheren Seite. Bei sinkenden Preisen lässt sich dann im kommenden Jahr nachbestellen.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
So funktioniert's:
- Auf den Button „Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen" klickentippen.
- Im Google-Fenster „Bevorzugte Quellen" bei esyoil den Haken setzen.
- Fertig – esyoil erscheint nun bei passenden Suchen weiter oben.
Sie benötigen ein Google-Konto und müssen angemeldet sein. Die Auswahl können Sie jederzeit in den Google-Sucheinstellungen ändern.
Heizölpreise-Chart vom 28. Oktober 2026
