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Ölpreise steigen auf Jahreshoch. Trump stellt Ultimatum

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Brent-Rohöl kletterte in den letzten Stunden über 72 Dollar je Barrel. Das ist der höchste Wert seit dem letzten Sommer. Die Lage am Persischen Golf bleibt angespannt. 

US-Präsident Trump forderte Teheran ultimativ auf, Vorschläge zur Kontrolle seines Atomprogramms vorzulegen. Wenn in den nächsten 10 bis 15 Tagen kein Konzept auf dem Tisch liegen sollte, könnten „sehr schlimme Dinge“ geschehen. 

Teheran reagierte prompt und kündigte an, dass man im Fall der Fälle die Militärstützpunkte der USA in der Region angreifen werde. Der Iran führt derzeit zusammen mit russischen Streitkräften Manöver in der Nähe der Straße von Hormus durch. Teheran warnte die zivile Luftfahrt, sich nicht der südlichen Küste des Landes zu nähern.

Das klang in den Ohren der Öltrader nun überhaupt nicht nach einer Verhandlungslösung. Weltweit stieg die Zahl der Ölbestellungen, ob nun vorsorglich oder spekulativ. Die Preise zogen an.

Dazu tragen im Moment auch andere Ereignisse bei. Der Nordwesten Oklahomas leidet unter heftigen Wald- und Buschbränden, nur wenige Wochen nach eisigen Winterstürmen. Mehrere Dutzend Brandherde wurden gemeldet. Sie sind dabei nicht allzu weit von Cushing entfernt, einem Knotenpunkt für zahlreiche Ölpipelines und Standort großer Tanklager und Raffinerien. Viele Medien beklagen die tragische Ironie, dass die Trump-Administration fast gleichzeitig alle Bundesbehörden angewiesen hat, den Begriff des Klimawandels aus ihrem Vokabular zu streichen.

Auch die neuesten Zahlen aus dem Ölmarkt tragen zum Preisanstieg bei. Die amerikanische Energiebehörde (EIA) meldete gestern in ihrem aktuellen Wochenbericht einen überraschend starken Abbau der Rohölvorräte. Bei den Mitteldestillaten (Diesel/Heizöl) und bei Benzin sah es ähnlich aus. 

Die Zahlen werfen allerdings einige Rätsel auf, denn Angebot und Nachfrage passen dieses Mal nicht zusammen. Der sogenannte „Anpassungsfaktor“, also die Lücke in der Bilanz, für die man keine Erklärung hat, erreichte in der Berichtswoche knapp zehn Millionen Barrel. Die meisten Trader lesen aber nur die Überschrift und die befeuerte erst einmal die Wetten auf steigende Ölpreise.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -9,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: -4,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: -3,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API) 

Aber auch beruhigende Stimmen melden sich zu Wort. Das Ultimatum Trumps spricht demnach dafür, dass militärische Schritte erst einmal verschoben werden und in Washington vielleicht gar nicht mehr auf der Agenda stehen. Die Stimmung in den USA könnte rasch kippen, wenn Washington eigene Verluste in einem Konflikt melden müsste, der für die meisten Wähler ohne Bedeutung ist. 

Auch im physischen Ölmarkt geht es nach wie vor entspannt zu. Es wird sogar erwartet, dass das Ölkartell OPEC+ auf seiner Sitzung am 1. März seine Fördermengen anheben wird, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. 

Kurz vor Börsenstart kommen die Ölpreise von ihren Höchstständen zurück. Brent-Rohöl kostet aktuell 71,79 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 66,65 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 736,50 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8505 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1756 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Die deutschen Heizölpreise klettern seit Mitte der Woche erheblich schneller nach oben als die internationalen Preise für Rohöl. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 96 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist der höchste Wert seit November. 

Ähnlich wie im letzten Herbst ist dafür vor allem Gasoil verantwortlich, das Vorprodukt der Ölraffinerien für Diesel und Heizöl. Hier springen die Preise geradezu nach oben. Die Raffineriebetreiber, also vor allem die großen Ölkonzerne, verdienen dadurch prächtig.

An der starken Nachfrage kann es nicht liegen, denn die Zahl der Heizölbestellungen liegt in dieser Woche nur auf einem mittleren Niveau. Der Verbrauch in den Heizkellern sinkt ohnehin, denn überall steigen die Temperaturen.

Trotzdem blicken immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit Sorgenfalten auf die nächsten Tage. Jede zweite Stimme erwartet in der täglich erhobenen Lesereinschätzung steigende Heizölpreise. Das liegt weit über den Normalwerten.

Trotz der beunruhigenden Schlagzeilen besteht jedoch kein Grund zur Panik. Vergleichbare Situationen hat es am Persischen Golf schon häufiger gegeben, doch der Ölfluss durch die Straße von Hormus läuft seit über 40 Jahren nahezu ungestört. Auch die Militärschläge der USA und Israels im letzten Jahr konnten den Ölmarkt nicht aus der Ruhe bringen. Wer noch Reserven hat, muss den steigenden Heizölpreisen also nicht hinterherlaufen.  

Allerdings gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 20. Februar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 20. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 20. Februar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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