Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Good bye Dubai

Auf dem Ölmarkt ist Dubai vorbei. Finanzjongleure suchen andere Anreize. Die sollen die Preise nach oben treiben. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ist so ein Anreiz. Er stieg gestern unerwartet stark an. Die Ölpreise folgten. Viel Bullisches wird allerdings nicht geliefert. Wer den Markt objektiv betrachtet, muss zur Kenntnis nehmen, dass die bärische Grundkonstellation, hohes Angebot, geringe Nachfrage, unverändert anhält. Die Finanzindustrie muss hart daran arbeiten, die Preise nicht stürzen zu sehen. Das gilt besonders für die in New York gehandelten Heizölpapiere. Physisch ist der Heizölmarkt derzeit mehr tot als lebendig. Aussicht auf Besserung ist nicht in Sicht. Dennoch sind Finanzspieler immer noch hoch engagiert. Ihnen drohen Verluste. Noch werden die mit weiteren Engagements verhindert. Einen leichten Abwärtstrend der Heizölpreise hat die Situation immerhin erzwungen. Der ist auch nach den dramatischen Kursausschlägen, die das Dubai-Desaster provozierte, gültig. Weiter wie bisher gilt auch für die Rohölnotierungen. Sie suchen eine Bahn zwischen seitwärts und schwach abwärts. So kann man konstatieren, im Öl nichts Neues.

Das eröffnet die Möglichkeit, einmal über die üblichen zeitlichen und thematischen Grenzen hinweg zu schauen und die Frage nach dem Heizen im Allgemeinen zu stellen. Genauer, wie heizen wir in Zukunft? Wenn es nach dem Willen der aktuellen Politik geht, werden wir Holz und Strom verheizen. Auch Fernwärme ist gewünscht. Von Öl und Gas sollte man sich verabschieden. Sie, die mit Öl heizen, und wir, die in Öl machen, haben keine Zukunft im politischen Plan. Das wäre dramatisch, wenn Politik eine Instanz wäre, die über Wissen und Weitsicht verfügte. Aber spätestens seit Adenauers Zeiten gilt in der Politik: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ Deshalb sollte man die Pläne locker nehmen und selbst nach Wissen und Weitsicht streben.

Zunächst ist anzumerken, dass Holz als Energie für eine Heizung mit dem üblichen Komfort nicht weit trägt. Nachhaltig kann aus unserem Wald der heutige Wärmebedarf zu maximal 15 Prozent gedeckt werden. Wenn es mehr wird, verheizen wir den Wald. Das geschah in der Geschichte bereits früher in einigen Ländern. Glücklich scheint niemand darüber zu sein. Strom wird noch sehr lange mit Erstellungsverlusten von rund 60 Prozent produziert. Immerhin wird er sauberer. Denn das Gas, was immer weniger zu Raumwärme wird, soll in Kraftwerken eingesetzt werden. Träumen Sie beim Strom nicht all zu sehr von Sonne. Sie ist trotz aller Bemühungen nicht einmal für ein Prozent unseres Stromaufkommens verantwortlich. Wind ist erheblich interessanter. Er konfrontiert uns aber mit dem Problem der unkontinuierlichen Verfügbarkeit. Eine Stromwärmepumpe gleicht den Verlust bei der Stromerzeugung zwar wieder aus und schafft sogar eine Wärmewirkung von über 100 Prozent gemessen am Primärenergieeinsatz. Der gewünschte Gewinn bzw. Minderverbrauch steckt darin aber noch nicht.

Dieser Minderverbrauch sollte gemessen am heutigen Durchschnittsstandard eines Hauses 75 Prozent und mehr betragen. Der durchschnittliche Wärmebedarf hat das Äquivalent von 20 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Höher als vier Liter sollte er langfristig nicht sein. Das Ziel lässt sich mit keiner Heizungsanlage der Welt erreichen. Es geht nur über die Dämmung des Hauses. Hierin liegt die Zukunft. Das hat die Politik übrigens erkannt. Umso erstaunlicher ist es, dass sie vermeintlich umweltfreundliche Heizungen subventioniert. Wenn wir es über kurz oder lang schaffen, und wir müssen es schaffen, mit maximal vier Liter Heizöläquivalent auszukommen, brauchen wir so wenig Energie für Wärme, dass wir uns über die Herkunft des Brennstoffs kaum noch Gedanken machen müssen. Dann werden wir eher darüber nachdenken, welche Heizung günstig und komfortabel ist. Dabei wird eine Stückgutheizung mit Holzpellets wegen ihrer vergleichsweise hohen technischen Komplexität schlecht abschneiden. Auch die Wärmepumpe mit Erdspieß wird eine teure Variante der Anlagentechnik bleiben. Günstig müssen Fernwärme und Gasheizungen sein, weil beide technisch simpel sind. Sie haben aber das Problem der Grundkosten für den Anschluss. Wenn Fernwärme- und Gasgesellschaften immer weniger Wärme verkaufen können, weil die Häuser diese nicht mehr brauchen, sind sie gezwungen, die Grundkosten zu erhöhen, um ihre Rohrleitungen zu amortisieren. Es bleibt, was Sie bereits ahnen, der flüssige Energieträger als sinnvolle Alternative. Mit ihm lässt sich eine einfache, kostengünstige Heizungstechnik betreiben. Er braucht keine teure Rohrleitung zur Lieferung. Die Tankanlage wird relativ günstig sein, weil sie viel kleiner ist als heute. Nur darauf, dass dieser Energieträger Heizöl aus Mineralöl ist, sollte man sich nicht festlegen. Er kann auch eine Flüssigkeit aus heimischer Bioproduktion sein.

Bioöl spielt für unsere Preisbetrachtung heute noch keine Rolle. Die Preise werden am Markt für Mineralölpapiere gemacht. Und dort herrscht eine Art Preismoratorium. Es sieht weiterhin so aus, als sollten sich die jeweiligen Trends fortsetzen. Die Tonne Gasöl kostet 620 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 77,69 Dollar. Der US-Dollar wird zu 66,37 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise legen noch einmal zu. Sorgen, dass sie nach oben ausbrechen werden, machen wir uns derzeit nicht, obwohl das niemand ausschließen kann. Wenn die Finanzindustrie mal wieder Party feiern muss, ist jede Absurdität möglich. Wir gehen davon aus, dass der moderate Preisrückgang noch einige Wochen lang anhält. Einen wirklich großen Preisrückgang sollte man aber nicht erwarten. Groß kann der Anstieg später in die andere Richtung ausfallen. Wenn er kommt, wird es zeitweise die erwähnte Party der Finanzjongleure geben. Wer einen auskömmlich gefüllten Tank hat, kann in nächster Zeit selbst Finanzjongleur spielen, indem er auf tiefere Preise spekuliert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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