Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Finanzszene steht auf der Bremse

Internationaler Markt

Die Wirtschaft brummt nicht genügend. Das Öl brennt nicht genügend. Das Geld fließt nicht genügend. So sieht es zumindest die auf Leistung getrimmte Investmentszene. Ihre Aktienanlagen hüpfen dennoch von einem Hoch zum nächsten. Europa hat in der Tat ein Rezessionsproblem. Die US-Wirtschaft wächst leidlich. Und Schwellenländer geben Gas. Aktuelle Daten aus China nennen Steigerungen für Bauausgaben von über 20 Prozent, Einzelhandelsumsätze von 13 Prozent und die Industrieproduktion von neun Prozent. Man muss schon maßlos sein, um diese Zahlen als ungenügend zu bezeichnen. Finanzjongleure sind maßlos.

Die globale Ölnachfrage ist auf einem Allzeithoch und es gibt keine Versorgungsengpässe. Problematisch ist nur, dass die teure Förderung irgendeinen Umstand braucht, der die Preise hoch hält. Andernfalls lässt sie sich nicht aufrecht erhalten. Knappheit wäre da willkommen. Eine maßlos brummende Wirtschaft könnte Versorgungsknappheit schaffen. Und sie würde die Klimaerwärmung beschleunigen, Umweltkatastrophen forcieren und als Folge den immerwährenden Neubau zerstörter Infrastrukturen erfordern. Investmentleute könnten mit dieser Aussicht gut leben, die meisten Menschen nicht.

Geld ist so üppig vorhanden wie nie zuvor. Dafür sorgen die Notenbanken. Wer Geld braucht, bekommt welches, wenn er eine Bank ist. Dort endet der Geldfluss allerdings häufig. Die Furcht ist groß, dass die Bank das weiterverliehene Geld nicht zurückbekommt. Das zeugt von mangelndem Vertrauen in die Wirtschaft. Für den Vertrauensverlust gibt es gute Gründe. In den USA ist ein solcher Grund die Sub-Prime-, in Europa die Euro-Konstruktion. Beide haben kranke Wirtschaftblasen erzeugt, die zerplatzten. Eine Idee, wie man es besser machen könnte, gibt es nicht. Stattdessen gibt es Geld satt für die Banken. Die benutzen es, um Aktien- und Ölnotierungen in die Höhe zu treiben. Den Ölunternehmen hilft es immerhin, die teure Produktion zu bezahlen und trotzdem üppige Gewinne zu erwirtschaften. Die Erkenntnis, dass die Kurssteigerungen erneute Blasen sind, die früher oder später platzen werden, lässt sich kaum verheimlichen.

Diese Erkenntnis bremst die Börseneuphorie bisweilen aus. Manchmal versetzt sie die Akteure sogar in Panik. Aktuell stehen sie auf der Bremse. Die Kurse dümpeln in diesen Tagen seitwärts, beim Öl mehr als bei den Aktien. Bis zur nächsten Panikattacke bleibt die Tendenz, Kurse aufwärts zu treiben, größer, als mit dem Bestehenden zufrieden zu sein. Das ist auch heute Morgen so. Die Tonne Gasöl kostet 863,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,52 Dollar und in London zu 102,94 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,91 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben etwas nach. Sie halten sich damit im kurzfristigen Abwärtstrend, an dessen Oberkante sie sich befinden. Der übergeordnete mittelfristige Trend weist ebenfalls abwärts. Deshalb wäre ein Bruch des kurzfristigen Trends kein Zeichen eines grundsätzlichen Wechsels der Preisbildung. Gleichwohl sollte man mit der Erwartung, dass Heizöl billiger wird, vorsichtig sein. Um diese zu erfüllen, ist eine erneute Panikattacke der Finanzszene erforderlich. Selbstverständlich sind die Zeiten für solche Panikattacken gut. Die Politik bemüht sich aber unverkennbar, diese zu vermeiden. Letztendlich ist die Spekulation auf billigeres Heizöl eine Spekulation gegen Politik und Finanzwelt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: EZB macht Geld locker
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Einige kleine Infrastrukturstörungen
China wächst weiterhin
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US- und Nordseeförderungen steigen
Saudi Arabien will Förderkapazitäten ausbauen
Sehr viel Öl am Markt
EIA- und OPEC-Monatsberichte
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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