Unseren neuen Kommentar für den 29.03.20 finden Sie hier.


Heizölpreise: Trotz Anstieg weiter günstig

Internationaler Markt

Die Ölversorgung ist prächtig. Daran vermögen weder fehlende Mengen aus Iran und Venezuela noch die Produktionszurückhaltung von OPEC und Alliierten zu rütteln. Der zuletzt deutliche Abbau der US-Bestände ändert die Sicht auf die perspektivisch gute Angebotslage ebenfalls nicht. Das liegt maßgeblich an der sich anbahnenden globalen Konjunkturschwäche, die die Ölnachfrage dämpft. Für nennenswert steigende Preise gibt es derzeit keine nachhaltigen Gründe. Auf Tagesbasis ist gleichwohl der eine oder andere Anstieg möglich, so wie es in den letzten Tagen geschah. Das Preisniveau liegt aber weiterhin erheblich niedriger als vor zwölf Monaten.

Das Konjunkturthema ist fest mit den Irrungen und Wirrungen des unberechenbaren Präsidenten der USA verknüpft, insbesondere mit dem Handelsstreit zwischen ihm und China. Aktienbörsen und Ölkurse folgen seinen Meldungen über die Stimmungslage der Gespräche zur Beilegung der Kontroversen. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass der Inhalt dieser Meldungen eher den Phantasien des Präsidenten als der realen Lage entspricht. Sie verlieren daher stetig an Wirkkraft.

Glaubwürdigkeitsverlust und Misserfolg halten den Mann nicht davon ab, seine Mission fortzusetzen. Die besteht darin, die politischen Spuren seines Vorgängers zu vernichten. Aktuelles Beispiel hierfür ist die geplante Abschaffung von Vorschriften zur Regulierung des Methanausstoßes der Öl- und Gasindustrie. Unter anderem sollen die unter Obama eingeführten technischen Maßnahmen, die aus Bohrlöchern flüchtendes Methan unterbinden, nicht mehr nötig sein.

Der Treibhauseffekt von Methan ist 25 mal höher als der von CO2. Das führt dazu, dass die globale Klimabilanz von Erdgas gleichermaßen kritisch einzuschätzen ist wie die von Heizöl. Am Ort der Verbrennung emittiert Erdgas weniger CO2. Auf der Strecke bis zur Verbrennung hinterlässt es dagegen tiefere Umweltspuren als Öl. In den USA wird das durch die derzeit noch gültige Regulierung verhindert.

Die präsidiale Deregulierung wird von den großen Öl- und Gaskonzernen vehement abgelehnt. Sie stehen zu den gültigen Umweltschutzregeln. Diese schaffen mindestens national gleiche Bedingungen unter den Anbietern. Da die USA der weltgrößte Öl- und Gasproduzent sind, ist die Regulierung auch global bedeutend. Deutsche Regeln im Energiebereich haben nicht ansatzweise einen derartig großen Einfluss auf das Klima.

Zum Ölpreis: An den Börsen wird heute Morgen am Rückbau des gestrigen Anstiegs gearbeitet. Ob das ein Tages- oder Wochentrend wird, lässt sich noch nicht absehen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 56,23 Dollar und das Barrel Brent zu 60,77 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 572,75 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,9056 Euro . Damit kostet der Euro 1,1038 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise kratzen an den oberen Begrenzungen ihrer kurzfristigen Trendkanäle, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Umkehren oder Durchmarschieren stehen nun zur Entscheidung an. Sollte es einen Durchmarsch geben, ist das noch kein Beinbruch. Vermutlich würden die Trendkanäle dadurch nur ein wenig flacher werden. Heizöl ist aktuell spürbar günstiger als vor einem Jahr. Das sollte sich in naher Zukunft nicht ändern.

Das Heizölgeschäft hierzulande ist wieder sommerlich ruhig. Kunden bestellten mäßig. Die wenigen derzeit interessierten Heizölkäufer glauben mehrheitlich an fallende Preise. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität bei äußerst geringem Gesamtinteresse, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends können Verbrauchern nach wie vor Mut machen, auf tiefere Preise zu spekulieren. In den kurzfristigen Zeitbereichen liegen Abwärtskanäle vor. Die zwei längerfristigen Ansichten zeigen weiterhin Aufwärtstrends. Die Zehnjahresgrafik bleibt bei ihrem Standard, dem Abwärtstrend.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl benötigen. Spekulieren Sie, wenn Ihr Vorrat das zulässt. Achten Sie in dem Fall aber auf die Folgen von Trockenheit für die Wasserstraßen. Im letzten Jahr hatte Kleinwasser zu einer Versorgungskrise mit hohen Heizölpreisen geführt. Das kann auch in diesem Jahr geschehen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom
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