Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise in Lauerstellung zwischen gut und böse

Internationaler Markt

Ölanlagen sind derzeit nicht durch das islamistische Söldnerheer im Irak bedroht. Diese Tatsache gibt den Ölnotierungen ein wenig Luft nach unten. Die militärische Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Religionsgruppen, Sunniten und Schiiten, steht allerdings erst am Anfang. Die Angelegenheit wird auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen, bei dem im besten Fall eine schnelle Teilung des Landes herauskommt. Schlimmstenfalls endet es so wie Syrien, mit Tod, Zerstörung und Millionen Flüchtlingen. Die ölabhängigen Länder könnten mit der bereits vollzogenen, lapidaren Preissteigerung davonkommen. Die Gefahr einer Preisexplosion sollte nun aber niemand mehr ausschließen.

Nach einem Jahrzehnt, in dem der Westen orientalische Diktatoren im Namen von Freiheit und Demokratie vertreiben wollte, liegt die Region in Trümmern. Nun zeigt sich, dass uns geläufige Werte nicht den Anspruch des Universellen erfüllen. Es wäre interessant zu erfahren, wie die Menschen der Region entscheiden würden, wenn sie heute zwischen dem Status quo und der alten Diktatur wählen dürften. In Ägypten haben sie sich in fast sozialistischer Mehrheit für eine Militärdiktatur entschieden.

Die Ukraine bekommt kein Gas mehr aus Russland, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlt hat. Gleichwohl fließt weiterhin Gas durch das Transitland Ukraine gen Westen. Diese Tatsache hält den Ost-West-Konflikt und die Energiepreise in Schach. Ähnlich wie im Irak sind die Ölpreise damit nur temporär einem erneuten Auftrieb entzogen. Früher oder später wird Gas unberechtigterweise abgezapft und der Konflikt erneut angeheizt. Dagegen hilft nur die Schuldenübernahme durch den Westen. Wenn er dazu nicht bereit ist, muss sich die Ukraine an Russland verkaufen. So einfach sind die wirtschaftlichen Spielregeln, denen sich die reichen Industrienationen unterworfen haben.

Heute Morgen schwingen die Ölnotierungen auf und ab, ohne das mittlere Niveau zu verändern. Die Wahrscheinlichkeit, dass das so bleibt, ist einstweilen hoch. Die Tonne Gasöl kostet 922,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,56 Dollar und in London zu 112,80 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3563 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bleiben im Bundesdurchschnitt an der Marke von 80 Cent pro Liter bei 3.000 Liter Liefermenge kleben. Als Krisenpreis ist das ein guter Wert. Im Vergleich der letzten Monate und der bis vor Kurzem gültigen Perspektive ist er aber unbefriedigend.

Der Binnenmarkt schläft nun wieder ein. Noch sind Lieferungen auszufahren. Bestellungen kommen kaum noch herein, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Der Handel wird die Rabatte in den Preisen wieder bis an die Grenzen treiben. Weder wird er damit den starken Preisanstieg kaschieren, noch die Kauflaune beleben können.

Das mathematische Tiefpreis-System ist weit von einem Kaufsignal entfernt. Als Kaufgrund kann allenfalls die Sorge vor weiterer Preissteigerung oder ein leerer Tank dienen. Unsere Leser sind in ihrer Einschätzung zur Preisentwicklung pessimistisch. Auch wir sehen nur sehr geringe Chancen für einen nennenswerten Preisrückgang.

Ein solcher wäre rein charttechnisch durchaus im Rahmen des kurzfristigen Aufwärtstrends und des mittelfristigen Seitwärtstrends möglich. Übergeordnet signalisieren diese Trends aber etwas anderes. Immerhin, längerfristig weist der Trend nach wie vor abwärts. Uns bleibt nur zu konstatieren, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich von der Erwartung der vorletzten Woche entfernt sind, dass sie aber immer noch unter den Werten der letzten zwei Jahre liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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