Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Krise, welche Krise?

An den Börsen herrscht Feierlaune. Die Kurse entwickeln sich prächtig. Das gilt auch und besonders für die Ölpreise, die während der letzten fünf Monate von Attentismus belastet wurden. Nun haben sie freien Lauf in höhere Gefilde. Gefeiert wird die Wiederauferstehung der Konjunktur nach der großen Krise. In der letzten Woche wurde die Auferstehung mit ein paar guten Wirtschaftsindikatoren unter Beweis gestellt. Wenn man die Entwicklung der Aktienkurse und Ölpreise im Verlauf der letzten 13 Monate betrachtet, liegt die Frage nahe, wieso die Konjunktur denn noch besser laufen soll. Eine Wertsteigerung von 85 Prozent am US-Aktienmarkt und eine Preissteigerung von knapp 150 Prozent an der US-Ölbörse müssen doch Beweis genug sein, dass sich die Welt in einem guten Zustand befindet. Nun soll dieser Zustand also noch besser werden. Wie schön.

Die börsennotierten Unternehmen der alten Industrieländer befinden sich in einer Krise. Ihre Auftragslage ist bescheiden bis katastrophal. Ihre Produktivität ist im letzten Jahr dramatisch gesunken. Im Laufe dieses Jahres drohen den Mitarbeitern Massenentlassungen, um Verluste oder gar Insolvenzen zu vermeiden. Die Krise erreichte auch die Ölindustrie. Raffinerien wurden außer Betrieb genommen. Einige Anlagen werden abgerissen. Der Absatz lahmt. Besserung gibt es nur in der neuen Welt der Schwellenländer. Hierzulande sind die Geschäftsaussichten schlecht.

Botschaften dieser Art vernehmen wir täglich. Es werden Sachverhalte in einer an Widersprüchen kaum zu überbietenden Form beschrieben. Dem interessierten Zeitgeist stellt sich die Frage, welche denn nun die richtige Beschreibung ist? Antwort von kundiger Seite gibt es nicht. Volkswirte haben das Handtuch geworfen. Ihre Modelle und Erklärungen erwiesen sich als fehlerhaft und unbrauchbar. Sie suchen Neue. Geowissenschaftler liefern fast beliebige Aussagen zum Ressourcenreichtum der Erde. Zwischen dem bevorstehenden Ende der Ölversorgung und ihrer Unendlichkeit bekommt man alles, was das Herz begehrt. Einzelne Vertreter können sehr wohl sagen, ob Peak Oil (das mögliche Fördermaximum) bereits überschritten ist oder ob Öl abiotisch und damit fortlaufend neu gebildet wird, also unversiegbar ist. Das nicht fachlich versierte Publikum muss sich entscheiden, wem es Glauben schenkt. Mehr als Glauben ist es nicht, der täglich über die Medien verteilt wird. Immerhin liegt ihm eine gewisse Rationalität zugrunde. Das ist ein Aspekt, der ihn von früheren Glaubenspraktiken unterscheidet. Ein anderer ist das wage Wissen um Eigenverantwortung, die sich einstellt, wenn klar wird, dass Fremdführung ohne tiefere Legitimation ist. Weil wir ahnen, dass wir mit unserer Lebensweise an den Grenzen der Aufnahmefähigkeit dieser Erde kratzen und weil wir sehen, dass Menschen nicht wenigstens ähnlich begütert und beschützt auf ihr leben, gibt es Grund zu handeln. Dieser Grund ist möglicherweise bedeutender als alle wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema. Er mündet in einer Art gelebter Nachhaltigkeitsentwicklung. Es ist eine Einstellung, die mit Fragen umzugehen in der Lage ist und nicht nur aus gesicherten Antworten besteht.

Schuld an der Misere ist die Finanzspekulation. Die Politik muss ihr Einhalt gebieten. Wir haben Anspruch auf neue Energieträger, die unseren Bedarf endgültig decken. Die Lösung des Energieproblems ist die Solarenergie. Mobilität muss elektrisch werden. Das sind einige der gängigen Reflexe, auf die gefühlten Unannehmlichkeiten. Zu allen gibt es nicht minder vernünftig klingende Gegenpositionen. Weder die Finanzspekulation noch das Verbrauchen von Öl ist das Problem. Das Problem ist das verlorene Maß und die mangelnde Rücksichtnahme bzw. Umsichtigkeit in den Handlungen. Diese gipfeln im überkommenen Anspruch auf wirtschaftliches Wachstum.

Dieses Wachstum steht aktuell wieder ganz hoch im Kurs. Ausdruck findet es in weiter steigenden Ölpreisen. Das Wachstum findet allerdings fast ausschließlich in der Finanzindustrie statt. Und die interessiert sich genauso wenig für die Folgen ihres Handelns wie andere börsengetriebene Industrien. Die Hoffnung auf Einsicht der Akteure ist gering. Selbst wenn es diese in Einzelfällen gäbe, würde die Herde noch nicht die Richtung ändern. Dazu muss sie erst am nächsten Abgrund stehen. So bleibt tatsächlich nichts anderes, als immer wieder darüber zu schreiben und zu reden. Denn Kommunikation ist das, was den Gang der Menschheit lenkt. Das hindert jeden einzelnen nicht daran, sich in Nachhaltigkeit auszuprobieren, zum Beispiel indem er seinen Ölverbrauch unter die Lupe nimmt und diesen reduziert. Hierzu gibt es eine kostenlose Hilfestellung mit dem Logbuch für den Heizölverbrauch.

Heute Morgen halten die Ölpreise nach ihrem gestrigen heftigen Anstieg inne. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des Treibens ist allerdings hoch. Die Tonne Gasöl kostet 720 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 86,41 Dollar. Der US-Dollar wird zu 74,58 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise ziehen rasant an. Sie legten in einer Woche um fünf Prozent zu. Von ihrem Januartief sind sie knapp 20 Prozent entfernt. Derzeit ist nicht absehbar, wann der Lauf ein Ende nehmen wird. Nach oben haben sie noch viel Luft, um mit den Höhen des letzten Börsenhypes gleichzuziehen. Ein Plus von 35 Prozent ist derzeit offen. Es ist kaum vorstellbar, dass das eingelöst wird. Aber bereits die aktuelle Höhe hat angesichts der Marktlage etwas Irreales. Alles ist möglich. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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