Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Neue Ziele für die Welt

Pünktlich zum 1. Mai versuchen die USA, die von ihnen beanspruchte Führungsrolle in der Welt mit Inhalten zu füllen. Während John F. Kennedy einst eine Vision für sein Volk aussprach, indem er zur Eroberung des Mondes aufrief, schickt sich George Bush nun an, die ganze Welt mit einer Vision zum Aufbruch zu motivieren. Er ließ seinen Energieminister Spencer Abraham zur weltweiten Einführung der Wasserstoffwirtschaft aufrufen.

Auf einem IEA-Treffen sagte Abraham, dass er und sein Präsident mit diesem großen Vorschlag das dringende Problem der sicheren Energieversorgung lösen wollen. Er wird die Wirtschaft aus der Abhängigkeit einzelner ölproduzierender Ländern befreien, indem er national produzierten Wasserstoff als Antrieb für den Transport einführt. Um die weltweite Wasserstoffwirtschaft aufzubauen, will Abraham gemeinsame Ideen und koordinierte Aktivitäten vorantreiben. Dabei sind nicht nur die OECD-Länder aufgerufen mitzumachen sondern auch Entwicklungsländer.

Der Vorschlag mutet wie ein Befreiungsschlag an, der den USA das Image des größten Umweltverschmutzers der Welt und des aggressiven Öleroberers nehmen soll. Durch die Ablehnung des Kioto-Protokolls und durch den Irakkrieg haben sie hart an diesem Image gearbeitet. Sollte sich nun etwa die Erkenntnis durchsetzen, das die Zeit für einen Wechsel überfällig ist?

Auf dem selben Meeting wurde aber auch über die aktuelle Ölsituation gesprochen. Der IEA-Direktor Claude Mandil zeigte sich enttäuscht über den Beschluss der OPEC, die Liefermengen zu kürzen. Er sagte, dass die Weltwirtschaft noch einige Zeit die größeren Mengen benötigt, um die allgemein knappe Vorratslage der kommerziellen Tanklager zu überwinden. Für den so wichtigen Aufbau der Bestände sei aber auch ein niedrigerer Preis erforderlich. Auf dem aktuellen Niveau werden die Raffineriebetreiber ihre Rohölvorräte noch nicht nennenswert erhöhen.

Zur Zeit liegen die weltweiten Ölvorräte ca. 200 Mio. Barrel unter dem Wert des Vorjahres. Zwar befindet sich eine kleine Ölwelle im Anmarsch auf die USA. Sie wird die Knappheit aber lediglich lindern. Zur grundsätzlichen Verbesserung reicht das noch nicht.

Mandil warnte davor, die Erwartungen an den Wiedereintritt des Irak als Öllieferant zu übertreiben. Es wird nicht nur eine Frage von Wochen sein sondern von Monaten, bis eine bemerkenswerte Lieferfähigkeit erreicht wird.

Inzwischen hat sich der Preisrückgang verlangsamt. Gasöl kostet heute Morgen mit 213$ pro Tonne etwas mehr als gestern Abend. Die Tendenz zu fallenden Kursen bleibt aber bestehen.

Unsere Heizölpreise gaben gestern noch einmal nach. Neue 12-Monats-Tiefs wurden allerdings nicht in allen Regionen Deutschlands erreicht. Im Ost und Süden bleibt das Niveau im Vergleich zum Norden und Westen hoch. Wir erwarten mittelfristig weitere Preisrückgänge. Dennoch halten wir das aktuelle Niveau für sehr gut. Schließlich befindet es sich im unteren Bereich unserer Drei-Jahres-Charts.

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