Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Zeit für Zukunft

Zwei Tage dauerte es, um den verlorenen Preis für US-Rohöl wieder auf Kurs zu bringen. Zwei Tage mit einem Anstieg von 7,50 Dollar pro Barrel. Soviel Gewinn schaffte europäisches Rohöl nicht. Es schaffte aber den Sprung über die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Nun ist es also geschehen. Der Ölpreis ist wieder da, wo er vor knapp drei Jahren war. Damals war US-Rohöl der Trendsetter. Das Europäische Öl lief preislich hinterher. Damals waren die USA das Maß der Dinge. Das sind sie heute nicht mehr. Randerscheinungen. Wesentlich ist die Stimmung in der Finanzszene. Sie knüpft an die Zeit vor zwei Jahren an. Sie huldigt dem hemmungslosen Konsum von Öl und anderen Rohstoffen. Den Leuten mit dem großen Geld ist es egal, wer diese Rohstoffe verbraucht, solange sie in einem Maß verbraucht werden, das scheinbar oder tatsächlich auf Knappheit hinausläuft. Und das ist heute wie damals der Fall. So wird der Preis heute wie damals steigen und die Wirtschaft wird leiden.

Energieagenturen und Mineralölgesellschaften erkennen das Problem der Preisexzesse. Sie warnen und mahnen, sie fordern und bisweilen handeln sie sogar. Den grundsätzlichen Gang der Dinge sehen sie in den kommenden Jahrzehnten trotz enormer Anstrengungen im nichtfossilen Bereich unverändert fortschreiten. Die Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle wird weiter steigen. Dafür sorgen die Schwellenländer mit ihren riesigen Bevölkerungen. Allein in China, Indien, Russland und Brasilien streben 2,8 Mrd. Menschen einen Lebensstandard an, der dem unseren vergleichbar ist. Auf großem Fuß zu leben, gelang bisher nur 1,2 Mrd. Menschen. Das ist die Einwohnerzahl der reichen OECD-Länder. Der Energiebedarf wird in den nächsten 20 Jahren um 40 Prozent steigen. Die Experten der BP schätzen, dass der CO2-Ausstoß im Jahr 2030 um 27 Prozent über dem heutigen Wert liegen wird. Sie geben dem Ziel, den Temperaturanstieg des Weltklimas auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, keine Chance.

Haben wir Menschen also verloren? Das kann sein. Deshalb alles so weiter laufen zu lassen wie bisher, die Träume von einer besseren Welt aufzugeben und nicht wenigstens den Versuch zu unternehmen, die Dinge, die offensichtlich falsch sind, zu wenden, wäre falsch. Lineare Projektionen in die Zukunft stimmten noch nie. Das Leben ist chaotisch. Neben stetigen Phasen kennt es unvorhersehbare Wendepunkte. Die sind zwar oft mit Leid und Elend verbunden. Sie sind aber auch das Tor zu dem, was allgemein als die bessere Welt bezeichnet wird. Diese bessere Welt braucht Verhaltensweisen und Techniken, deren Wurzeln heute entstehen. So wie Wirtschaftswunder nicht aus dem Nichts, sondern aus Kenntnissen und Fähigkeiten entstanden, die vor einer Stunde Null erlernt wurden, so wird zukunftsfähiges gesellschaftliches Leben auf Wissen aufsetzen, das heute erworben wird. In diesem Sinn möchten wir hier ein Plädoyer für die Zukunft des Heizens mit Öl oder besser mit flüssigem Brennstoff geben.

Heizöl ist ein idealer Energieträger für den privaten Endverbraucher. Heizöl bietet hohen Energiegehalt bei geringem Volumen. Es ist technisch einfach und sicher zu handhaben. Es schafft Unabhängigkeit vom Lieferanten und es ist hervorragend zu bevorraten. Damit ist Heizöl weitaus krisensicherer als leitungsgebundene Energie. Aber mineralisches Heizöl ist endlich und somit nur begrenzt einsetzbar.

Die Grenzen des Wachstums sind real. Man spürt ihre Auswirkung in Finanz- und Wirtschaftskrisen und in der Auflösung des stabilen Einkommensmittelbaus in unserer Gesellschaft. Zukunft haben, bedeutet Grenzen zu respektieren. Heizöl hat Zukunft, wenn sein Verbrauch reduziert wird. In Konsequenz kann Heizöl eines Tages als reines Bioprodukt zu einem günstigen Preis verwendet werden. Wir wollen, dass es so kommt. Deshalb bemühen wir uns darum, nicht nur günstige Heizölpreise und Händler mit guter Lieferqualität auf unserer Plattform anzubieten, sondern Wege zur Reduzierung des Verbrauchs zu zeigen. Die Rückkehr zum menschlichen Maß ist unser Anliegen. Energielieferanten, die das menschliche Maß nicht respektieren, die ungebremstes Wachstum und Dominanz über Kunden anstreben, handeln gegen Natur und Gesellschaft. Die lehnen wir ab.

Wir sind davon überzeugt, dass Wirtschaften mit menschlichem Maß funktioniert und dass es die Zukunft ist. Wir handeln in unserem Unternehmen bereits heute erfolgreich nach diesem Grundsatz. Unsere Vision ist Heizen mit ökologisch und ökonomisch verträglichem Öl, das in der Region produziert und verbraucht wird. Heizen mit Öl, das nachhaltiges Wirtschaften erlaubt.

Beim Blick auf die aktuelle Ölpreisentwicklung ist dieser Traum natürlich erstmal zu Ende. Zwar zeigen die Preise heute Morgen noch keine Tendenz zu steigen. Dass diese über kurz oder lang wieder einsetzt, steht aber außer Zweifel. Die Tonne Gasöl kostet 862 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 91,85 Dollar und in London zu 100,65 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,86 Eurocent.

Unsere Heizölpreise marschieren steil aufwärts. Der Marschbefehl kam von den Ölbörsen. Der Dollar hält nur ungenügend dagegen. Es sieht so aus, als sollte sich die Geschichte der Preisentwicklungvon von vor drei Jahren wiederholen. Im Gegensatz zu damals gibt es heute allerdings noch gar kein Zeichen für irgendwelche Crashszenarien, wenn man einmal von der merkwürdigen Rohölpreisspreizung zwischen den USA und dem Rest der Welt absieht. Vielleicht geht der Anstieg nicht so schnell wie vor drei Jahren vonstatten. Vielleicht entwickelt sich die Weltwirtschaft unerwartet schlechter als vorhergesagt. Vielleicht geht ein großer Staat plötzlich pleite. Vielleicht empfiehlt es sich auch einfach nur, den Preisanstieg als Realität anzuerkennen und das Kaufverhalten entsprechend zu gestalten. Der frühe Kauf ist in dem Fall besser als der Späte. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir noch einmal diese wirklich sparsame Heizung, die man jederzeit mit Sonnenkollektoren aufrüsten kann.

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