Zum Seiteninhalt

Preisrally an Ölbörsen legt Pause ein. Heizöl bleibt extrem teuer

von Steffen Bukold

Preisrally an Ölbörsen legt Pause ein. Heizöl bleibt extrem teuer

Internationaler Markt

Nach dem steilen Anstieg der letzten Wochen gaben die Rohölpreise gestern leicht nach. Brent-Rohöl verlor knapp drei Prozent und kostet am Morgen 105 Dollar je Barrel. 

Ähnlich wie gestern steht auch heute die Lage in Saudi-Arabien im Zentrum des Geschehens. Das Königreich will seine beschädigte Ost-West-Pipeline schneller als befürchtet wieder in Betrieb nehmen, so melden Branchenkreise. Schon in wenigen Tagen soll zumindest die Hälfte der Kapazität wieder verfügbar sein. Bis die Rohrleitung wieder mit voller Kapazität läuft, dürften aber rund sechs Wochen vergehen. 

Offiziell hat sich allerdings weder Saudi Aramco noch das Energieministerium in Riad zum Stand der Reparaturen geäußert.Die Pipeline ist derzeit die wichtigste Exportroute am Persischen Golf. Sie führt quer durch das Land zum Hafen Yanbu am Roten Meer und umgeht so die weiterhin blockierte Straße von Hormus. 

Zusätzlich sucht Riad nach Notlösungen. Rohöl für asiatische Raffinerien soll vor dem omanischen Hafen Sohar umgeladen werden. Das deckt aber nur einen kleinen Teil der Ausfälle ab. Analysten warnen daher vor zu viel Optimismus. 

Neue Störungen sind wahrscheinlich. Der Krieg im Süden der arabischen Halbinsel weitet sich aus. Die Huthi-Miliz meldet neue Drohnen- und Raketenangriffe auf den Ölhafen Yanbu. Saudi-Arabien wiederum führte in den letzten Tagen nach Angaben der Huthi Hunderte von Luftangriffen auf Huthi-Stellungen im Jemen durch. 

US-Präsident Trump gibt sich dennoch zuversichtlich. Der Krieg gegen den Iran nähere sich dem Ende, sagte er gestern Abend. Teheran wolle einen Deal. Solche Ankündigungen gab es in den letzten sechs Monaten allerdings schon häufig. 

Wie viel Öl tatsächlich durch die Straße von Hormus fließt, bleibt weiter umstritten. US-Energieminister Wright nennt einen Wochendurchschnitt von 11 Mio. Barrel pro Tag. Das wäre etwa die Hälfte der Vorkriegsmengen. Der Branchendienst Clarksons kommt nur auf etwa 8 Mio. Barrel. 

Auch bei den Ölprodukten bleibt die Lage angespannt. Ukrainische Drohnen legten in den letzten Tagen weitere russische Raffinerien lahm. Moskau wird den Stopp seiner Dieselexporte wohl bis in den Oktober verlängern. Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet inzwischen, dass auch Benzin knapper wird, weil viele Raffinerien ihre Produktion Richtung Diesel optimieren. Hier sind die Gewinnmargen höher.

Der gestrige Wochenbericht zum amerikanischen Ölmarkt fiel weniger bearish als erwartet aus. Die Rohölbestände sanken, wenn auch nur leicht. Der Branchenverband API hatte am Vorabend noch einen kräftigen Aufbau erwartet. Die Lagerbestände an Diesel, Heizöl und Benzin legten zu. Die Ölnachfrage in den USA stieg auf den höchsten Stand seit März.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,1 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,6 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -0,4 Mio. Barrel (DOE)

Abwärtsdruck kam gestern von der US-Notenbank. Die Fed hat die Leitzinsen erhöht und weitere Schritte bis zum Jahresende angedeutet. Der Grund ist die hohe Inflation, die auch durch die Ölpreise angeheizt wird. Der Dollar legte daraufhin kräftig zu. Das dämpft die Ölpreise, denn Rohöl wird in Dollar gehandelt und damit für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer. Höhere Zinsen bremsen zudem die Wirtschaftstätigkeit und damit die Ölnachfrage.

Die Ölbörsen starten am Morgen mit weiteren Abschlägen in den neuen Handelstag. Brent-Rohöl kostet aktuell 104,65 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 101,25 US-Dollar je Barrel Preise fallen. ICE-Gasoil wird zu 1.524,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise fallen. Der US-Dollar ist 0,8719 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1466 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die leichte Entspannung an den Ölbörsen ist bei den Heizölpreisen noch nicht angekommen. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von über 178 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind drei Euro mehr als gestern um diese Uhrzeit.

Der starke Dollar und die unverändert hohen Preise für Gasoil, das Vorprodukt für Diesel und Heizöl, verhindern einen Preisrutsch. Der Heizölmarkt selbst hat sich etwas beruhigt. Aus der Kaufpanik der letzten Tage wurde inzwischen eher ein reges Kaufinteresse. Die Zahl der Bestellungen bleibt allerdings hoch. 

Auch die Kaufbereitschaft, also das Verhältnis zwischen Preisanfragen und Bestellungen, sank auf einen mittleren Wert. Die Stimmung bleibt dennoch verhalten. In der täglichen Lesereinschätzung rechnen 63 Prozent der Stimmen mit weiter steigenden Preisen, nur 37 Prozent erwarten fallende Notierungen.

Fazit: Die Preisrally an den Ölbörsen legt eine Pause ein, aber eine nachhaltige Preiswende ist nicht in Sicht. Der kommende Winter könnte zur teuersten Heizsaison der letzten Jahrzehnte werden.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Bleiben Sie informiert: Holen Sie sich unsere Heizöl-News in Ihre Google-Suche

So funktioniert's:

  1. Auf den Button „Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen" klickentippen.
  2. Im Google-Fenster „Bevorzugte Quellen" bei esyoil den Haken setzen.
  3. Fertig – esyoil erscheint nun bei passenden Suchen weiter oben.

Sie benötigen ein Google-Konto und müssen angemeldet sein. Die Auswahl können Sie jederzeit in den Google-Sucheinstellungen ändern.

Heizölpreise-Chart vom 17. September 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 17. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 17. September 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

Lesen Sie auch: