Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Es ist die Nachfrage

Der physische Ölmarkt ist entspannt. Das Angebot ist gut, obwohl das Embargo gegen den Iran funktioniert. Der Ausfall wird durch diverse Steigerungen der Förderung, beispielsweise in Saudi Arabien, in den USA, im Irak, in Libyen, im Südsudan, überkompensiert. Die Nachfrage ist mäßig. Finanzjongleure erklären das mit der gedrosselten Konjunktur. Sie unterschätzen die virulente Verhaltensänderung der Verbraucher. Die hat die USA auf ein 10-Jahres-Tief beim Benzinkonsum gebracht. Um den Preisen trotz aller Entspanntheit Bewegung zu verleihen, sucht die Finanzszene seit Monaten Impulse außerhalb des Ölmarkts.

Gestern hätte sie einen inneren Impuls zu ihren Gunsten ausschlachten können. Die US-Vorratsdaten überraschten mit einem bemerkenswerten Rückgang beim Heizöl. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Datenerhebung zuständigen Institutionen, waren sich in der Sache allerdings nicht einig, wie ihre Zahlen zeigen.

Rohöl: -0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,1 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,1 (API) Mio. Barrel. Die Divergenz der Daten schwächte ihre Wirkung. Dominant waren die eingangs erwähnten Fakten, hohe Förderung und geringe Nachfrage. Die US-Förderung erreichte ein 16-Jahres-Hoch. Vor diesem Hintergrund wirkt der saisonale Verbrauchswert für Heizöl, der nicht einmal Bestätigung von der Konkurrenzinstitution erfährt, schwach.

Die Raffinerieauslastung ist mit 88 Prozent relativ niedrig und doch mehr als ausreichend. Die Gesamtbevorratung liegt nur zwei Prozent unter dem Vorjahr, wie diese Grafik zeigt. Angesichts der allgemeinen Nachfrageschwäche sind die Vorräte üppig.

Heute werden die Bestandszahlen schon keine Rolle mehr spielen. Die Finanzszene wird sich einer Flut von Konjunkturdaten widmen. Die können uneinschätzbare Preisschwingungen hervorrufen. Sorgen vor überbordenden Aufwärtsbewegungen sind allerdings unangebracht. Im Augenblick steigen die Notierungen maßvoll. Ihr übergeordneter Trend weist hingegen abwärts. Die Tonne Gasöl kostet 964,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 88,35 Dollar und in London zu 108,69 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,35 Eurocent.

Unsere Heizölpreise befinden sich in einer Abwärtsbewegung innerhalb ihres Seitwärtstrends. Sie werden als Produkt der Öl- und Dollarnotierungen errechnet. Von der Spitze wurde bisher ein Prozent gut gemacht. Ein oder zwei weitere Prozent sollten im Rahmen dieser Bewegungsphase noch drin sein. Auf die zu spekulieren macht Sinn, da die Wette innerhalb von Tagen entschieden wird. Längerfristig könnten weitere drei Prozent eingespart werden. Diese Wette ist aber riskant. Man sollte mindestens bis zum Jahresende ausreichend Heizöl im Tank haben, um sie einzugehen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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