Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Euro mit Einblick

Die Notenbanken haben Pause. Für ein paar Monate sind sie vom Drängen der Finanzwirtschaft nach mehr Geld befreit. Im Meinungskrieg zwischen Israel und dem Iran wird weiter aufgerüstet. An den Ölbörsen gerät das martialische Geplapper mehr und mehr unter die Räder der Gewohnheit. Es bewegt die Preise nur noch schwach. Der Ölmarkt ist gut versorgt. Europas Boykott iranischen Öls ist die einzige bullische Nachricht. Darüber hinaus sind nur bärische Geschichten zu hören. Hier sind einige Beispiele: Mehr Öl aus dem Irak und den Arabischen Emiraten, eine gemeinsame Initiative der OPEC-Länder für tiefere Preise, die über die Öffnung der Ölhähne erreicht werden soll, US-Nachfrage auf 15-Jahres-Tief, Chinas Importe sinken. Es bleiben noch zwei Evergreens, die in den kommenden Wochen im Wiederholmodus laufen werden, die schwindsüchtige Konjunktur und der marode Euro. Beide Platten sind als Begleitmusik für sinkende Ölpreise bekannt. Weil der Euro bei diesen Stücken ebenfalls sinkt, kommt bei Verbrauchern dennoch keine gute Stimmung auf.

Die Pause für die Retter der Gemeinschaftswährung wird nur kurz ausfallen. Schon bald werden sie die erfolglose Schlammschlacht fortsetzen. Dass die in der nächsten Runde mehr als die übliche Aufregung bringen wird, ist angesichts der geistigen Blockaden, mit denen die Protagonisten agieren, unwahrscheinlich. Alte und neue Europapolitiker gehen so unbeholfen zu Werke, dass sich der Eindruck aufdrängt, sie hätten kein gutes Argument für ihre Politik zu bieten. Altbundeskanzler Schmidt schlägt mit dem Satz auf, es war zwar falsch, einige Länder in den Euro aufzunehmen, aber nun, da sie dabei sind, könne man sie nicht wieder entlassen. Das ist zweifellos eine Meinung, der allerdings die Begründung fehlt. Personen des politischen Zeitgeschehens werden nicht müde, den Euro als Kern europäischer Politik darzustellen. Bar jeder Argumentation ergehen sie sich in Moralfloskeln, die die EU vor dem Euro und EU-Mitglieder ohne Euro gleichsam leugnen. Bundeskanzlerin Merkel toppt die Meinungsmache mit der endlosen Wiederholung ihres Mantras, stirbt der Euro, stirbt Europa. Dumm, sehr dumm. Deutschland starb nicht ohne die D-Mark und Europa sah in seiner mehrere tausend Jahre alten Geschichte von Einheitsversuchen Währungen kommen und gehen. Diese Geschichte hatte extrem grausame Phasen, deren Wiederholung es im Sinne der Menschlichkeit unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Eine Einheitswährung hierfür zum zentralen Instrument zu erklären, verkennt die Bedeutung gemeinsamer Werte wie Freiheit und Frieden, kulturelle Vielfalt und politische Gemeinsamkeit.

Der Euro ist ein Produkt seiner Zeit, in der der Primat der vom Neoliberalismus geprägten Wirtschaft galt. Glück und Wohlergehen wurde in dieser Zeit mit Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ausgedrückt. Heute wissen wir, dass diese Restriktion falsch ist. Hinter den Kulissen erfahrbarer Politik wird nach neuen Definitionen gesucht. Wahrscheinlich wird der Euro dort sogar infrage gestellt. Wie wenig die Währung zukünftig zu einem gedeihlichen Zusammenleben beitragen kann, zeigen volkswirtschaftliche Daten zum Schuldenstand einiger Krisenländer. Schlimmer noch, sie bergen Sprengstoff für ein friedliches Zusammenleben. Als Referenz seien die Daten Deutschlands vorangestellt. Der Staatsschuldenstand beträgt hierzulande 82 Prozent der Wirtschaftsleistung. Er ist zu 228 Prozent durch private Geldvermögen gedeckt. Mit anderen Worten, die Deutschen und insbesondere die reichen Deutschen könnten ihren Staat freikaufen. Für den japanischen Yen gilt genau dieses Argument an den „Märkten“ als stabilisierend. Zwar ist Japan mit einem Schuldenstand von 230 Prozent der Wirtschaftsleistung der weltweit höchstverschuldete Staat. Da die Japaner aber als reich angesehen werden, wettet die Finanzszene nicht gegen das Land. De facto ist die Staatsschuld allerdings nur zu 149 Prozent durch das private Geldvermögen gedeckt.

Ein Italiener besitzt im Durchschnitt ein höheres Geldvermögen als ein Deutscher. Sein Staat ist zu 120 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldet. Diese Schuld ist zu 189 Prozent durch die privaten Geldvermögen gedeckt. Trotz des Reichtums reden italienische Politiker ihren Bürgern ein, sie müssten von den reichen Euro-Ländern gerettet werden. Hier hat sich in der Berlusconi-Ära eine Bedienungsmentalität an öffentlichen Einrichtungen und Mitteln entwickelt, die noch einige Zeit fortbestehen wird. Durch diese wurde der Staat zum Wohl vieler Bürger ausgeraubt. Es sollte an diesen Bürgern sein, die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Der durchschnittliche Spanier ist nicht so vermögend wie der durchschnittliche Deutsche. Dennoch ist die Staatsschuld zu 237 Prozent durch die privaten Geldvermögen gedeckt. Bevor Hilfe von Nichtspaniern verlangt wird, sollte das innerspanische Vermögen zum Einsatz kommen. Das Land leidet allerdings nicht so sehr an der Staatsschuld als vielmehr an einer fehlerhaften Wirtschaftspolitik, die zu stark auf den Immobiliensektor ausgerichtet war. Mit dem Platzen der Immobilienblase geraten spanische Banken in Schieflage.

Man kennt das aus den USA. Um die müssen wir uns trotz des immensen Staatsdefizits aber keine finanziellen Sorgen machen. Der Staat ist zwar zu 103 Prozent seiner Wirtschaftsleistung verschuldet. Diese Schuld wird aber zu sagenhaften 356 Prozent durch private Geldvermögen seiner Bürger gedeckt. Im Durchschnitt sind US-Amerikaner also sehr reich. Leider ist die Sache mit dem Durchschnitt in den meisten Ländern unbrauchbar, um die Verfassung der Menschen zu beschreiben. Sehr viele Menschen in den USA sind arm. Zurück nach Europa. Hier fehlt noch eine Aussage zu Griechenland. Das Land kommt in Kürze schließlich wieder auf die Agenda der Finanzszene und hat dort sogar die Macht, Ölpreise zu bewegen. Der Staat ist zu 165 Prozent seiner Wirtschaftsleistung verschuldet. Diese Schuld ist zu 70 Prozent durch die privaten Geldvermögen seiner Bürger gedeckt. Die Griechen können sich nun tatsächlich nicht mehr selbst helfen. Da müssen wir als europäische Nachbarn mitmachen. Das heißt aber nicht, dass Griechenland im Euro bleiben muss. Hilfe kann auch in eine andere Währung fließen.

Für den europäischen Gedanken von Frieden, Freiheit, Vielfalt und Einheit haben wir nun die Wahl, diesen durch die teilweise Befreiung vom Euro wieder zu stärken oder das deutsche Wesen über alle Euro-Länder zu ergießen, damit das Ausrauben der Staaten durch seine Bürger oder eine vollkommen falsch ausgerichtete Wirtschaftspolitik beendet wird. Helmut Schmidt würde das Zweite (zu Recht) kategorisch ablehnen. Deutsche Dominanz war bis vor Kurzem noch ein Tabu für uns selbst und es ist offensichtlich, dass diese Dominanz von den meisten Ländern der Gemeinschaft abgelehnt wird. Diese Dominanz kann dem europäischen Gedanken nur schaden. Wo also liegt das Problem für eine zukünftige Euro-Politik?

Dieser politisch anmutende Text ist Teil zur Erklärung der zukünftigen Ölpreisentwicklung. Heute Morgen ist dieser noch keine klare Linie zu entlocken. Seitwärts suchend ist die Devise der Stunde. Die Tonne Gasöl kostet 9732,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,57 Dollar und in London zu 110,46 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,50 Eurocent.

Unsere Heizölpreise bleiben strikt auf Seitwärtskurs. Öl- und Devisenbörsen geben entsprechende Vorgaben. Im Binnenmarkt gibt es regionale Teuerungen wegen hoher Nachfrage. Insgesamt ist die Preisbewegung sehr unspannend. Kurzfristig sehe ich keine Veränderung. Wer Heizöl benötigt, weil der Tank ihn dazu zwingt, sollte mit dem Kauf nicht warten. Eine spekulative Hoffnung auf niedrigere Preise ist aus meiner Sicht für den Winter angebracht. Um dieser folgen zu können, sollte der Tankinhalt bis Februar sicher reichen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen