Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ein bisschen heile Welt

Internationaler Markt

Unspektakulär freundlich. Das ist für den Moment eine passende Charakterisierung des Ölmarkts. Nicht ganz so passend ist der Begriff „Moment“. Seine Dauer legt den Begriff „Phase“ näher. Sie besteht seit vielen Monaten und sie wird, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, noch viele Monate andauern. Da das Unvorhergesehene aber denkbar ist, morgen mehr als heute, ist, wenn es um Preise geht, das Schwadronieren über den Moment hinaus wenig ergiebig.

Die Einschätzung zukünftiger Entwicklungen im Energiemarkt ist dagegen durchaus von Interesse. Sie ist im Vergleich zu den Preisen weniger spekulativ und in ihrer Bewegung recht konstant. Eine solche Einschätzung legte der Weltenergierat (WEC) jüngst vor. Es handelt sich dabei um einen illustren Kreis aus Energieproduzenten, -verbrauchern und -händlern sowie Umweltschutz-, Forschungs- und Regierungsorganen. Die Prognose der Herrschaften kann niemandem wirklich gefallen. Die Wirtschaftsentwicklung wird sehr verhalten beurteilt und der Schutz unserer Umweltbedingungen ist zutiefst prekär. Die allgemeine Aussage wird mit Zahlen unterfüttert. Dabei wird eine Vergangenheits- (1993 - 2011) und eine Zukunftsperiode (2011 - 2020) betrachtet. Im Folgenden sind einige jährliche Wachstumszahlen dieser Perioden wiedergegeben:

Weltwirtschaft: 3,5% bis 2011, danach 1,9%
Primärenergieangebot: 1,8% bis 2011, danach 2,1%
Kohleverbrauch: 2,4% bis 2011, danach -1,4%
Erdölverbrauch: 1,1% bis 2011, danach 1,5%
Erdgasverbrauch: 2,1% bis 2011, danach 2,3%
Biomassenutzung: 1,1% bis 2011, danach 0,4%
CO2-Emmissionen: 1,7% bis 2011, danach 3,2%

Die Energieeffizienz ausgedrückt als Primärenergienutzung zur Wirtschaftsentwicklung wächst nicht, sie sinkt. So ist es nicht erstaunlich, dass der zunehmende Ersatz der Kohle durch Erdgas die wachsenden CO2-Emissionen und den vom Menschen verursachten Klimawandel nicht stoppen kann. Das sollte plangemäß vollkommen anders kommen.

Diese Umstände sind beileibe nicht die einzigen Ungereimtheiten in der Vielzahl gewohnter und liebgewordener Gesellschaftsprinzipien. Hier sind weitere Widersprüche, die uns erschüttern:

Das Geld- und Finanzsystem funktioniert nur noch mit Hilfe der Notenpresse. Geld stellt kein Äquivalent mehr zur Entwicklung der Realwirtschaft dar.

Ausreichend Arbeit gibt es für Menschen nur durch Steigerung der Produktivität. Ziel wachsender Produktivität ist es, dieselbe Arbeit mit weniger Menschen zu verrichten.

Die fossile Energiegewinnung beansprucht immer mehr Energie für ihre Gewinnung. Was bleibt, ist weniger Netto von Brutto.

Das Internet verbindet Menschen und Maschinen. Es macht uns durch seine Automatisierungsmöglichkeiten freier. Cyberattacken und die Gegenmaßnahmen belasten das Internet und unser Leben immer stärker.

Es ist schwierig, angesichts der offensichtlichen Widersprüche auf den Erfolg des Weiterwurstelns zu bauen. Tiefgreifende Veränderungen sind nötig, um den Prinzipien die Plausibilität zurückzugeben. Ob diese Veränderungen von Menschen gesteuert oder ungesteuert eingebracht werden, zeigt die Zukunft. In jedem Fall wird sich Veränderung in den diversen Preissystemen unseres Lebens widerspiegeln. Die Ölpreise sind dabei ein besonders sensibler Indikator. Derzeit zeigen sie, dass hier wenig Veränderung vonstatten geht.

Das ist auch heute Morgen an der Ölbörse so. Die Tonne Gasöl kostet 905,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,54 Dollar und in London zu 106,16 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,16 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ließen gestern ordentlich Federn. Es gab Nachholbedarf, um die vor dem Wochenende gesunkenen Ölnotierungen hierzulande einzupreisen. Nun sind die Vorgaben der Öl- und Dollarnotierungen wieder verhaltener. Es ist durchaus möglich, dass sie in Kürze neue Bewegung ins Spiel bringen werden. Die sollte nicht zum Nachteil der Verbraucher sein. Wir stufen die Wahrscheinlichkeit für fallende Heizölpreise höher ein als ihr Gegenteil. Gleichwohl sind die kommenden Tage mit Vorsicht zu genießen. Die EZB wird sich in dieser Woche zur weiteren Geldpolitik äußern. Das ist wieder so ein Alles-ist-möglich-Termin. Wer es auf den spekulativ erfolgreichen Heizölkauf anlegt, sollte eng an der Information bleiben. Vergessen Sie dabei nicht unsere Smartphone-App. Vom Binnenmarkt erwarten wir derzeit keinen Preiseinfluss. Er folgt den Börsen. Wenn Ihnen deren Einfluss unsympathisch ist und sie die Spekulation ablehnen, sollen Sie wissen, dass Heizöl aktuell deutlich günstiger als im November der beiden Vorjahre ist. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs
Entwicklung in Libyen
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Weiterer US-Bestandsaufbau prognostiziert
Iran und USA reden über das Atomprogramm
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Welt ist gut mit Öl versogt

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