Unseren neuen Kommentar für den 22.05.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Zu früh für Entwarnung

Internationaler Markt

Der Markt ist derzeit alles andere als gut versorgt und nun fällt auch noch die Lieferung aus Russland für einige Zeit aus. An den Ölbörsen reagierte man prompt mit rasant anziehenden Notierungen für alle Ölsorten. Dabei erreichte Rohöl Brent ein neues Jahreshoch. So schlimm wie zunächst befürchtet verlief der Tag gestern aber nicht. Gegen Mittag fand die Rallye ihr Ende. Zum Handelsschluss wurden sogar Tagesverluste notiert.

Die Bullen dominieren in diesem Jahr die Preisentwicklung. Gestern war deutlich zu spüren, dass die Russland-Meldung immer mehr Mitläufer in die Manege lockte. Das war den Stammspielern offensichtlich zu euphorisch. Einige von ihnen zogen sich zurück. Neben der Überhitzung der Börse wurden sie durch die Aufklärung über die Umstände der russischen Lieferprobleme zu der Entscheidung ermutigt. Und wieder folgte ihnen die Meute, in ihrem Fall mit einem ordentlichen finanziellen Schaden.

Die Russlandgeschichte endet nach derzeitigem Stand des Wissens in einigen Tagen mit der Nachlieferung der ausfallenden Mengen. Diese müssen momentan zurückgehalten werden, weil das Öl verunreinigt ist. Die Ursache dafür kennt man mittlerweile. Sie wird zügig behoben. Bei Licht betrachtet ist das keine große Geschichte. Sie bekommt erst Größe, wenn man andere Knackpunkte des Ölmarkts in die Betrachtung einbezieht. Da sind die bis mindestens Ende Juni andauernden Produktionskürzungen der OPEC-Allianz, die Sanktionen von Öllieferungen aus dem Iran und aus Venezuela, der auflodernde Bürgerkrieg in Libyen, Force Majeure für Lieferungen aus Nigeria und was immer sich noch an unerwarteten Störungen einstellen mag.

Andererseits ist die Nachfrage gedämpft, sei es aus konjunkturellen oder aus ölpreislichen Gründen. Die USA sind weiter auf Kurs, Produktion und Lieferungen zu steigern. Das trifft auch auf andere Lieferanten wie beispielsweise Brasilien, Kanada und den Irak zu. Ob die OPEC-Allianz zur Produktionsdrosselung im Juli noch besteht, darf mindestens angezweifelt werden. In wenigen Monaten kann die Marktlage also eine ganz andere, üppig versorgte sein. Auf kontinuierlichen Ölpreisanstieg zu setzen ist daher keine gute Anlagestrategie. Ab 75 Dollar für das Barrel Brent wird die Luft dünn, auch wenn derzeit von 80 und vereinzelt sogar 100 Dollar geredet wird.

Heute Morgen bestätigen die Ölbörsen den gestrigen Rückgang unter die Startnotierungen des Tages mit einem Geschaukel um das erreichte Abschlussniveau. Das sollte aber nicht den Blick für den derzeit gültigen Bullenmarkt verstellen. Preisanstieg ist noch der Normalfall.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 64,88 Dollar und das Barrel Brent zu 74,14 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 641,50 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8972 Euro . Damit kostet der Euro 1,1145 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben nach, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die zuvor erreichte Preisspitze muss sowohl international als auch national verdaut werden. Sie könnte für einige Zeit als Höchstpreis des Jahres Geschichte machen. Die Trendkanäle legen indes das Toppen der Spitze in nicht allzu ferner Zukunft nahe. Das sollte man bei einem anstehenden Heizölkauf im Auge behalten.

Das Heizölgeschäft im Binnenmarkt ist infolge der Feiertage und der sommerlichen Temperaturen ruhig geworden. Kunden interessieren sich kaum noch für Heizöl. Die Hoffnung auf günstigere Heizölpreise bleibt wechselhaft. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht bei sehr geringem Gesamtinteresse auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem vergleichsweise schwachen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends geben Verbrauchern kaum Hoffnung auf bessere Preise. In den verschiedenen Zeitstufen tritt nur im längsten Zeitbereich ein Abwärtstrend auf. Die untypische 12 Monatsansicht lässt einen Seitwärtstrend erahnen. Alle anderen Bereiche zeigen Aufwärtstrends.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl benötigen. Man sollte damit rechnen, dass der Preis in den kommenden Wochen noch steigen wird.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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