Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Unwürdige Politik

Die Preise bewegen sich auf hohem Niveau seitwärts. Zwar haben sie gestern kurzzeitig ein neues Hoch für Rohöl erreicht. Aber so steil wie sie gen 140 Dollar pro Barrel aufstiegen, fielen die Preise danach wieder ab. Momentan scheint der Aufwärtsdrang ausgereizt zu sein. Das heißt nicht, dass in den kommenden Monaten weitere Preisrekorde ausgeschlossen wären. Fundamental liegen mehr Gründe für steigende als für fallende Preise in der Pipeline. Das sind u.a. die Hurrikansaison in den USA, der Atomkonflikt mit dem Iran, die instabile Lage in Nigeria und natürlich die Nachfrage Chinas und Indiens sowie die Produktionsrückgänge wichtiger Ölquellen. Demgegenüber stehen noch nicht quantifizierbare Aufbauten neuer Quellen und Nachfragerückgänge in den alten Industrienationen. Technisch ist der langfristige Aufwärtstrend ohnehin eine sichere Bank. Er wird von einem Heer unerhört liquider Spekulanten gespeist. Der Dollar setzt seinen mittlerweile über einen Monat andauernden Seitwärtskurs fort. In ihm spiegeln sich durchwachsene Konjunkturaussichten der USA und wechselweise Zinserhöhungsphantasien für den Dollar und den Euro wider. Letztere sind die Konsequenz steigender Inflation, die nicht zuletzt durch die Rohstoffverteuerung unvermeidlich ist.

Der rasante Preisanstieg hat einen rationalen Kern und einen irrationalen Mantel. Letzter wurde spekulativ mächtig aufgeblasen. Im Inneren wächst der Kern allerdings weiter. Das wird bei allem Unmut über die überbordende Spekulation häufig missachtet. Missachtend tut sich voll allen Dingen die Politik hervor. Ihre Vorschläge zur Linderung der ohne Zweifel bitteren Konsequenzen hoher Preise für viele Verbraucher sind angesichts der langfristig zu erwartenden Entwicklung auf den Energie- und Rohstoffmärkten unfassbar primitiv. Wahlweise kann man sie als intellektuelle Unfähigkeit oder dem Eigeninteresse dienender Volksverdummung interpretieren.

Das Bemühen, zur Wiedereinführung der Pendlerpauschale eine Volkbewegung herbei zu reden, unterscheidet sich nicht von dummdreisten Verblödungsparolen rechts- oder linksradikaler Polithasardeure. Die Idee von Sozialtarifen für Gas und Strom hört sich zwar sozial an. Sie ist es aber nicht, weil sie Abhängigkeiten steigert, anstatt ihnen entgegen zu wirken. Der Fehler beider Forderungen liegt darin, eine für das Wohl unserer Gesellschaft gefährliche Preisentwicklung zu alimentieren, anstatt dieser neue Perspektiven entgegen zu setzen. Die dauerhaft oder zumindest bis zum Einbruch der Konjunktur steigenden Preise bedrohen die Wirtschaft, die Geldstabilität und die Stabilität der Gesellschaft. Sie vertiefen den Riss zwischen Arm und Reich hier und auf der ganzen Welt. So wie wirtschaftliches Wohlergehen, Konsum und Rohstoffverwertung derzeit miteinander verknüpft sind, werden die Preise mindestens bis zu einer Rezession weiter steigen. Kurzfristige, spekulationsbedingte Preiseinbrüche sind selbstverständlich möglich. Die Rezession kann global eintreten. Im übertragenen Sinn kann sie aber auch ein persönliches Ereignis sein. Eben diese stagnierende und negative Wirtschaftsentwicklung erfasst große Teile der Bevölkerung zunehmend.

Diesen Teilen Pendler- oder Sozialgelder zukommen zu lassen, macht allenfalls Sinn, wenn ein Engpass zu überwinden wäre. Ein Engpass ist ein temporäres Ereignis. Uns steht aber ein dauerhaftes ins Haus, solange keine grundlegende Veränderung erfolgt. Geld, das zur Aufrechterhaltung des Status Quo ausgegeben wird, ist verlorenes Geld mit einem Bumerangeffekt in Form von Schulden. Wenn es ein ehrliches Interesse gäbe, dem Volk zu helfen, dürfte sich dieses nur in der finanziellen Unterstützung neuer Techniken und Lebensweisen äußern. Das könnten Zuwendungen für neue Heizungen, für Dämmmaßnahmen und für andere verbrauchsreduzierende Maßnahmen an Häusern sein. Da es diese bereits gibt, müssten sie aufgestockt werden. Das könnte die vom Staat betriebene Entwicklung und vor allen Dingen die Markteinführung eines neuen Autos sein, das die Hälfte eines heutigen Autos wiegt und ein Viertel verbraucht. Das muss eine neue Ausrichtung der Idee von der mobilen Gesellschaft sein. Diese ist vollkommen anders denkbar, als wir sie heute leben, nämlich mit mehr Wohlbefinden und weniger Energieverbrauch. Jede Form von politischer Geldausgabe, die nicht auf Veränderung zum langfristigen Wohl des Volks zielt, ist unlauter. Sie dient lediglich der Sicherung eigener Standesinteressen.

Zurück zum Ölmarkt. Der setzt heute Morgen sein nervöses Auf und Ab fort. Aktuell kostet die Tonne Gasöl 1.239,25 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 135,15 Dollar.

Unsere Heizölpreise geben etwas nach. Generell muss man derzeit bereits zufrieden sein, wenn eine Seitwärtsbewegung erhalten bleibt. Die Gefahr weiterer Preissteigerungen ist latent vorhanden. Die Hoffnung auf einen Preisrückgang stirbt zuletzt. Dass sie befriedigt wird, ist nicht absehbar. Wir sehen Verbraucher am besten beraten, indem wir sie unterstützen, ihren Verbrauch zu verstehen. Das ist durchaus anspruchsvoll. Mit esytrol ist es aber leicht zu bewerkstelligen. Über das Verständnis kommt die Veränderung des eigenen Verbrauchsverhaltens und die gezielte Investition in Sparmaßnahmen.

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