Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Ölbörse jagt Rekorde

Wieder wurde ein neues historisches Preishoch erreicht. Es wird nicht das letzte in diesem Jahr gewesen sein. Die Ölpreise werden von Spekulanten immer steiler in die Höhe getrieben. Es herrscht Goldgräberstimmung bei den Anlegern. Verbraucher haben in solchen Momenten das Nachsehen. Ein Jahr hat aber mehr als nur Übertreibungen zu bieten. Im Mittel lag der Preis im letzten Jahr nur unwesentlich höher als ein Jahr zuvor. Diese Tatsache wurde verkannt, weil die Preisbewegung fast ausschließlich aufwärts führte. Sie hinterließ das Gefühl extremer absoluter Teuerung. Dieses Gefühl trifft die Realität nicht. Der jahresdurchschnittliche Ölpreis lag zuletzt immer noch deutlich unter den in Kaufkraft ausgedrückten Preisen Anfang der 1980er Jahre. Dazu kommt eine für europäische Verbraucher vorteilhafte Dollarentwicklung. Sie ist relevant, weil Öl in Dollar abgerechnet wird.

Die gefühlte Preissteigerung wurde im vergangenen Jahr durch die Mehrwertsteuererhöhung verstärkt. Mit drei Prozent hatte sie allerdings nur marginale Auswirkungen auf das Ölpreisgefüge. Gleichwohl traten Verbraucher während des gesamten Jahres in eine Art Kaufstreik. Das ist bedauerlich, da die Preise im heutigen Vergleich attraktiv waren. Mittlerweile hat sich in vielen Tanks ein Kaufzwang ein gestellt, der aktuell nur teuer befriedigt werden kann. Die alte Weisheit, dass man Öl kaufen soll, wenn es preiswert ist und nicht erst wenn der Tank leer ist, wurde bestätigt.

All diejenigen, die ob der unliebsamen Preisbewegungen mit Öl als Brennstoff hadern, sollten sich die Alternativen genau anschauen, bevor sie eine falsche Entscheidung treffen. Gas ist definitiv eine teurere Alternative. Im Schnitt war der Brennstoff im letzten Jahr 20 Prozent teurer als Öl. Das Verhältnis wird sich kaum ändern. Die nächsten großen Gaspreiserhöhungen sind bereits eingeläutet. Als nennenswerte Alternativen werden Holzpellets und Wärmepumpen gehandelt. Die laufenden Kosten für Energie sind bei diesen Systemen niedriger. Ob das bei Pellets langfristig so bleibt, ist alles andere als gewiss. Für die Wärmepumpe wird das vermutlich gelten, da sie mit vergleichsweise geringem Aufwand Wärme aus der Erde zieht. Beide Systeme beanspruchen allerdings enorm hohe Anschaffungskosten. Diese müssen bei realistischer Kalkulation als Annuität auf die Energiekosten aufgeschlagen werden. Und damit sieht die Kostenbilanz für Kleinverbraucher, das ist der normale Ölheizer, gar nicht mehr gut aus.

Generell ist es sinnvoller, Geld sowohl in eine neue Heizung als auch in wärmedämmende Maßnahmen zu investieren. Damit wird der Energieverbrauch und der Einfluss hoher Energiepreise gesenkt. Lediglich den Energieträger in der Hoffnung auf einen billigeren zu wechseln, wird nicht befriedigen. Die Preise für das Produkt Wärme werden sich langfristig für alle Energieträger annähern.

Das Marktforschungsinstitut Prognos prognostiziert den Heizungsbestand unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen für 2020 folgendermaßen: Anteile Gas 52,0 %, Öl 29,3 %, Fernwärme 9,2 %, Holz 1,6 %, Strom 4,5 %, Wärmepumpen 2,4%. Selbst wenn erneuerbare Energien stärker befördert werden, werden sich für die beiden Hauptenergieträger nur geringe Verschiebungen ergeben. Die Menge der eingesetzten Brennstoffe wird allerdings deutlich sinken. Der Heizölverbrauch wird sich fast halbieren. Das wird über die Kombination aus neuer Heizungsanlage, Wärmedämmung und Solarnutzung erreicht.

Wer die Modernisierung des Wärmehaushalts plant, sollte sich die Seite www.esytrol.com anschauen. Hier kann die Ist-Situation des Heizölverbrauchs aufgenommen und mit einer Soll-Situation verglichen werden. Das ist nicht nur für die Planung sondern auch für die Kontrolle von Maßnahmen hilfreich.

Während der Energieverbrauch fast ausschließlich vom eigenen Verhalten abhängt, unterliegt der Energiepreis fremder Bestimmung. Derzeit sind maßgeblich Spekulanten an der Preisschraube. Die lassen sich wiederum von Verbrauchern leiten. Dabei ist der Blick aktuell auf China gerichtet. Das Land hat die Ölimporte im vergangenen Jahr um 18 Prozent gesteigert. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres betrugt die Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres 9,5 Prozent.

Heute Morgen hält sich der Gasölpreis auf dem gestern erreichten Niveau. Die Tonne kostet 967,50 $.

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Der Weltmarkt lässt ihnen keine andere Wahl. Ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht in Sicht. Sich über den Preis zu ärgern, hat wenig Sinn. Sinnvoller ist es, sich um Heizungs- und Wärmemodernisierung des eigenen Hauses zu kümmern. Bei den meisten Gebäuden sind Einsparerfolge von über 40 Prozent mit den üblichen Maßnahmen (Ölbrennwertheizung, Fenster, Mauerdämmung) zu erzielen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen